Digital Markets Act: Zwölf Suchmaschinen stehen zur Wahl

Am 7. März können Nutzer in der EU zwischen zwölf Suchmaschinen wählen. Die große Auswahl könnte dazu führen, dass sie das wählen, was sie bereits kennen.

Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Welche Alternativen zu Google gibt es?
Welche Alternativen zu Google gibt es? (Bild: Pixabay)

Am 7. März 2024 können europäische Internetnutzer beim Aufrufen ihres Smartphone-Browsers unter zwölf Anbietern ihren Standard-Webbrowser beziehungsweise ihre Standard-Suchmaschine wählen. Dieser Auswahldialog wird einmalig angezeigt. Danach lässt sich der Standard-Browser wie bisher in den Einstellungen wechseln.

Inhalt:
  1. Digital Markets Act: Zwölf Suchmaschinen stehen zur Wahl
  2. Das Dilemma der Wahl

Der Digital Markets Act (DMA) verpflichtet Google für alle Android-Geräte und Apple für alle iPhones dazu, einen Auswahlbildschirm beim Öffnen von Chrome beziehungsweise Safari einzublenden. Das soll für mehr Wettbewerb und Chancen unter den Suchmaschinen-Anbietern führen. Bei Verstoß gegen die Vorgaben drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Safari und Chrome haben bis heute die Suchmaschine Google voreingestellt. Diese bislang unangefochtene Zugangsposition führte zu einem Marktanteil von 95 Prozent in Europa. Für die anderen Anbieter hat das teils absurd anmutende Konsequenzen.

So sagt der Ecosia-Gründer und -Geschäftsführer Christian Kroll: "Wir sind die größte europäische Suchmaschine – allerdings haben wir aktuell nur einen Marktanteil von 0,28 Prozent in Deutschland." Er setzt darauf, mit der Wahl am 7. März noch ein paar mehr Prozente zu holen.

Die ehemalige Google-Managerin Marissa Meyer sagte einmal, man habe nicht die beste Suchmaschine, habe aber die Zugangspunkte am besten besetzt. Die zementierte Zugangsposition verhindert den Aufbau von konkurrenzfähigen eigenen Such-Indizes. Denn der Index von Google oder Bing basiert auch auf der Schwarmintelligenz der Nutzer. Google nutzt nach eigenen Angaben "aggregierte und anonymisierte Interaktionsdaten, um zu beurteilen, ob Suchergebnisse für bestimmte Anfragen relevant sind".

So musste etwa Neeva 2023 trotz finanzieller Unterstützung aufgeben, weil der Zugang zu den Nutzern nicht gegeben war. Die durch die Default-Einstellung zementierte Marktposition des Gatekeepers Google soll nun im Smartphone-Bereich aufgebrochen werden.

Welche Suchmaschine darf es sein?

Der Entscheidung, welche Anbieter in welcher Reihenfolge auf dem Auswahl-Screen angezeigt werden sollen, ging ein langer Prozess voraus. In einer ersten Version soll wieder Google an erster Stelle mit voreingestelltem Button präsentiert worden sein.

Das musste nachgebessert werden. Die endgültige Auswahl ist für Android bereits seit Monaten bekannt, Apple veröffentlichte seine Liste erst im Februar 2024.

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Das Dilemma der Wahl 
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LordSiesta 07. Mär 2024 / Themenstart

Qwant hat einen eigenen Index, der immerhin ein Drittel der Ergebnisse liefert (der Rest...

janoP 07. Mär 2024 / Themenstart

Qwant zu 1/3 auf dem eigenen Suchindex: https://de.wikipedia.org/wiki/Qwant...

janoP 07. Mär 2024 / Themenstart

Qwant hat einen eigenen Suchindex, und nutzt ihn angeblich immerhin zu einem Drittel...

janoP 07. Mär 2024 / Themenstart

Aus dem Artikeltext: Das verwirrt mich sehr. Um welche Browser-App geht es? Ich dachte...

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