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Das Dilemma der Wahl

Beide Tech-Konzerne führen unterschiedliche Listen je nach EU-Mitgliedstaat. Dabei orientieren sie sich vermutlich an den Marktanteilen. Die aktuellen Marktanteile lassen sich etwa bei Statcounter verfolgen.

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Die genauen Auswahlkriterien bei Android sind nicht bekannt. Apple gibt unter anderem an, dass die Browser-App mindestens 5.000 Mal in allen EU-App-Stores heruntergeladen werden musste.

Apple führt in alphabetischer Reihenfolge folgende Anbieter an: Aloha, Brave, Chrome, Duckduckgo, Ecosia, Edge, Firefox, Onion Browser, Opera, Safari, Yandex und You.

Android führt als Top 5 Bing, Duckduckgo, Google, Yahoo und Yandex an. Es folgen Brave, Ecosia, Info.com, Karma, Metager, Mojeek, Nona, Oceanhero, Panda Search, Presearch, Privacywall, Quendu.com, Qwant und Yep.

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Die Suchen der Anbieter basieren auf dem Google- und dem Bing-Index. Ein europäischer Suchindex ist mit dem EU-Projekt Open Web Search derzeit erst im Aufbau. Dabei verfolgen die Anbieter unterschiedliche Konzepte. So arbeitet Ecosia entweder mit Microsoft Bing oder, nach Einwilligung der Nutzer, mit Google zusammen, um Suchergebnisse und Werbeanzeigen bereitzustellen. Duckduckgo setzt hingegen nur auf Bing.

Hinsichtlich der Such-Indizes ist also die Auswahl nicht wirklich groß. Gleichwohl haben Anbieter wie Ecosia, Duckduckgo oder Onion weitere Features implementiert, die das Sucherlebnis anders gestalten. Bei Ecosia steht sogar ein anderes, gemeinwohlorientiertes Geschäftsmodell hinter der Suche. Die Frage des Geschäftsmodells könnte daher ein wichtiges Kriterium für Nutzer sein, die Standard-Suchmaschine zu ändern.

Bei zu großer Auswahl wählen viele das Bekannte

Doch das alles geht aus dem Auswahlmenü nicht hervor. Daher zeigt sich Ecosia-Chef Christian Kroll mit der Gestaltung des Auswahlbildschirms nicht zufrieden: "Da stehen jetzt Namen, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Genau das könnte dazu führen, dass die User sich für das entscheiden, was sie eh schon kennen – und nicht wirklich eine Alternative wählen."

In der Verhaltensforschung ist das als Dilemma der Wahl bekannt: Ist die Auswahl zu groß, entscheidet sich der Mensch eher für das, was er bereits kennt. Und das könnte wieder Google sein.

34 Unternehmen und Organisationen wandten sich jetzt in einem Brief an die EU-Kommission, um darauf hinzuweisen, dass die geplanten Veränderungen seitens Apple nicht genügen, um die neuen EU-Vorschriften einzuhalten. Die Veränderungen betreffen nämlich nicht nur Browser und Suchmaschine, sondern auch das Bezahlsystem und den App-Store. Die EU-Kommission will nach dem 7. März die Umsetzung überprüfen.

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