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Digital Markets Act: Kleine Browser gewinnen Marktanteile hinzu

Der Digital Markets Act der EU soll für mehr Auswahl bei Browsern und Suchmaschinen unter Android und iOS sorgen – und zeigt erste Wirkung.
/ Matthias Wellendorf
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Andrew Frost Moroz von Aloha ist offenbar erstmal ganz zufrieden mit den Effekten des DMA. (Bild: Aloha)
Andrew Frost Moroz von Aloha ist offenbar erstmal ganz zufrieden mit den Effekten des DMA. Bild: Aloha

Mit dem Digital Markets Act (DMA) hat die EU am 7. März 2024 ein Gesetz verabschiedet, das Nutzern von Android und iOS mithilfe einer Auswahl den Zugang zu alternativen Browsern und Suchmaschinen erleichtern soll . Das Gesetz scheint seine Wirkung nicht zu verfehlen.

Erste Zahlen nennt der in Zypern ansässige Entwickler des auf den Schutz privater Daten hin optimierten Aloha-Browsers. Seit in Inkrafttreten des Gesetzes konnte EU-weit ein Zuwachs von 250 Prozent verzeichnet werden(öffnet im neuen Fenster) .

Die Bedeutung des europäischen Markts im Vergleich zu anderen Märkten sei für das Unternehmen gestiegen, Europa liege nun nicht mehr auf Rang 4, sondern auf Rang 2, sagte Aloha-CEO Andrew Frost Moroz der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) .

Auch Jan Standal, Vice President von Opera, verkündete ein Rekordwachstum in der EU. Zuwächse konnten den Informationen zufolge auch der Vivaldi-Browser und die Suchmaschinen Duckduckgo und Ecosia verzeichnen.

Dabei sind die neuen gesetzlichen Vorgaben noch gar nicht in der Tiefe angekommen: Google erklärte der Nachrichtenagentur, dass die Wahlmöglichkeiten bisher nur auf den hauseigenen Mobilgeräten umgesetzt worden seien. Auf den Geräten anderer Smartphone-Hersteller, die das Betriebssystem nutzen, werde die Auswahl bei Browser und Suchmaschine erst in den kommenden Monaten folgen.

Auch unter Apples iOS erreichen die neuen Optionen bisher dem Anschein nach nur einen Teil der Nutzer. Nach Angaben von Mozilla, der Stiftung hinter dem Firefox-Browser, haben bisher erst 19 Prozent der Nutzer das entsprechende Update erhalten.

Entwickler kritisieren Apple und Google für die Umsetzung

Doch nicht nur an der langsamen Aktualisierung der Betriebssysteme üben die von Reuters befragten Entwickler Kritik. Auch die Umsetzung der Auswahlmöglichkeiten überzeugt sie nicht vollends. Jon S. von Tetzchner, CEO und Gründer von Vivaldi, stört sich etwa daran, dass Apple nur eine schlichte Liste(öffnet im neuen Fenster) ohne jedwede Zusatzinformationen zur Verfügung stelle, die einen Wechsel zu einem alternativen Anbieter für den Großteil der iOS-Nutzer unattraktiv erscheinen lässt.

Die EU hat allerdings schon eine Untersuchung eingeleitet, die überprüfen soll, ob die beiden Anbieter sich an die Vorgaben des DMA halten(öffnet im neuen Fenster) .


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