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Digital-Markets-Act: EU könnte Safari-Dominanz auf iOS brechen

Ein Zusatz zum Digital-Markets-Act könnte endlich dazu führen, dass Apple andere Browser-Engines auf iOS zulassen muss.

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Dank DMA könnten Apples iPhones künftig andere Browser-Engines erlauben. (Bild: Spencer Platt/Getty Images)

Mit dem Ende 2020 erstmals vorgestellten Digitale-Märkte-Gesetz (engl.: Digital Market Act, DMA) will die EU-Kommission die Macht großer IT-Konzerne zerschlagen. Mit einem neuen und bisher unbekannten Zusatz könnte diese Strategie auch auf den Safari-Browser und die unter iOS genutzte Webkit-Browser-Engine ausgeweitet werden, wie das Magazin The Register berichtet.

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Die Idee des DMA ist es dabei, Torwächter (Gatekeeper) zu definieren, die bestimmte ökonomische Voraussetzungen erfüllen müssen, um unter die Vorgaben des Gesetzes zu fallen. Falls sie dann für sie geltende Auflagen nicht erfüllen, drohen ihnen hohe Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes oder gar die Zerschlagung.

Im Fall von iOS sollen etwa Nutzer die Möglichkeit bekommen, vorinstallierte Software deinstallieren zu können sowie auf alternative App-Stores zugreifen zu dürfen. Laut dem Bericht könnten diese Regeln nun deutlich erweitert und auch auf vorinstallierte Browser-Engines ausgeweitet werden.

Browser-Wettbewerb für iOS

So heißt es in dem neuen Zusatz: "Wenn Torwächter Browser-Engines betreiben und vorschreiben, sind sie in der Lage, die Funktionalität und die Standards zu bestimmen, die nicht nur für ihre eigenen Webbrowser, sondern auch für konkurrierende Webbrowser und damit für Web-Software-Anwendungen gelten." Und weiter heißt es, dass Torwächter diese Position nicht ausnutzen können sollten.

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Der neue Absatz und die Erklärung sind offenbar gezielt im Hinblick auf die Praktik von Apple erstellt worden. Für sein Mobilsystem iOS erlaubt der Hersteller keine konkurrierenden Browser-Engines, so dass etwa auch Googles Chrome oder Mozillas Firefox auf iOS statt ihrer eigenen die Webkit-Engine verwenden.

Sollte die Änderung zum DMA letztlich auch so beschlossen werden, könnten dies endlich die von vielen langersehnte Möglichkeit bringen, standardmäßig andere Browser-Engines auf iOS zu verwenden. Immerhin ist Apple oft vorgeworfen worden, durch diese Taktik die Webentwicklung insgesamt zurückzuhalten, um seine Apps und den App-Store zu priorisieren.