Digital Markets Act: Apple sieht iMessage als zu klein für Gatekeeper-Regelung an
Apples iMessage wird auf fast jedem Apple-Gerät vorinstalliert, in Europa sollte die Chat-App trotzdem nicht unter die Gatekeeper-Regelung fallen. Als Grund dafür hat Apple der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (FT) zufolge angeführt, dass der Dienst hier nicht so beliebt sei und entsprechend weniger als die von der EU in der neuen Regelung festgelegten Nutzer hat.
Der Digital Markets Act (DMA) der EU führt einige Unternehmen als sogenannte Gatekeeper an. Diese Unternehmen verfügen dank ihrer finanziellen Größe und der Anzahl ihrer Nutzer über eine Marktmacht, die die EU mit dem DMA zu brechen versucht.
Gatekeeper werden im Rahmen des SMA verpflichtet, ihre Dienste für Drittunternehmen zu öffnen. Eine der Folgen des DMA könnte beispielsweise sein, dass Apple innerhalb der EU dazu verpflichtet wird, alternative App-Marktplätze auf seinen Geräten zu erlauben. Denkbar ist, dass dies bereits unter dem bald erscheinenden iOS 17 der Fall sein wird.
Apple und Microsoft argumentieren mit zu niedrigen Nutzerzahlen
Als Gatekeeper gelten Unternehmen oder auch deren Produkte, wenn sie in der EU in den vergangenen drei Jahren mindestens 7,5 Milliarden Euro Umsatz gemacht oder eine Marktkapitalisierung von mehr als 75 Milliarden Euro erreicht haben. Außerdem müssen sie mindestens 45 Millionen Nutzer haben und in wenigstens drei Mitgliedsstaaten der EU aktiv sein.
An diesem Punkt setzt Apple sein Argument gegen die Gatekeeper-Regelung für iMessage an. Tatsächlich ist der Dienst in Europa wesentlich weniger populär als etwa Whatsapp; vor allem in Nordamerika ist iMessage aufgrund der größeren Verbreitung von iPhones stärker am Markt vertreten. Apple hat allerdings seit Jahren keine regional aufgeschlüsselten Nutzerzahlen veröffentlicht. Eine mögliche Konsequenz der Gatekeeper-Regelung könnte also zumindest sein, dass Apple Nutzerzahlen von iMessage in Europa präsentiert.
Auch Microsoft wehrt sich bei seiner Suchmaschine Bing gegen die Einstufung als Gatekeeper. Das Unternehmen wehrt sich offenbar nicht gegen die Einstufung von Windows als Gatekeeper-Software, bei Bing hingegen will sich Microsoft laut Quellen nicht auf einer Stufe mit der Google-Suche sehen.
Bing hat Microsoft zufolge nur einen Marktanteil von drei Prozent. Die Einstufung als Gatekeeper würde unter anderem bedeuten, dass Microsoft seinen Nutzern die Wahl zwischen verschiedenen Suchmaschinen anbieten müsste – unter anderem auch die Google-Suche. Am Ende könnte dies Google im Suchmaschinenbereich einen noch größeren Marktanteil als bisher bescheren.
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