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Manche leben komplett offline

Dennoch gibt es kein Offline auf Rezept. Wer meint, Digital Detox zu brauchen, verschreibt ihn sich selbst, und so versteht jeder darunter etwas anderes: Manche nennen den vorübergehenden Verzicht auf das Smartphone Digital Detox und manche den Abschied aus sozialen Netzwerken. Für einige muss es wie im Camp Grounded der totale Verzicht auf jede digitale Technologie für ein paar Tage sein. Wird Digital Detox zum Dauerzustand, heißt es "Off The Grid" - frei übersetzt "Vom Netz genommen". So lebt der irische Buchautor und Aktivist Mark Boyle.

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Er wohnt nach eigenen Angaben in einer Hütte, die er ohne technische Hilfe gebaut hat, ohne Elektrizität oder andere Annehmlichkeiten moderner Technologie. Im Guardian sagt er: "[Technologie] zerstört unsere Beziehung zur Natur. Sie trennt uns zuerst von der Natur, während sie gleichzeitig das Leben in das Bargeld verwandelt, das die Konsumgesellschaft ölt." Menschen würden laut Boyle zu Cyborgs, weil sie sich beispielsweise Herzschrittmacher oder Hörgeräte einsetzen. Der Autor David Bennun stellt die provokante Gegenfrage, ob die Menschen, deren Leben von Technologie in ihren Körpern abhängt, dann einfach im Sinne einer gesünderen Welt freiwillig sterben sollten.

Wie viele Menschen detoxen, ist unklar

So unterschiedlich, wie Freunde des Verzichts auf digitale Technologie ihn üben, so unklar ist auch, wie viele sie sind. In einer Studie des staatlich beauftragten Medienregulierers Ofcom gab ein Drittel der britischen Internetuser zu, schon einmal Digital Detox gemacht zu haben. Ein Viertel von ihnen sagte, es habe eine ganze Woche "frei" von digitaler Technologie genommen und ein Zehntel, der Digital Detox habe in der vergangenen Woche stattgefunden.

Nach den Selbstbekundungen in sozialen Netzwerken sind es eher jüngere Nutzer bis Mitte 30, die das zeitweilige Ausklinken aus dem Internet gutheißen. Dabei ist es eigentlich eine ältere Generation, die Generation X, die länger und intensiver im Netz unterwegs ist und daher das größere Bedürfnis haben müsste, abzuschalten. Laut einer neuen Studie des Nutzerdatenvermarkters Nielsen verbringen 35- bis 49-jährige US-Amerikaner fast sieben Stunden pro Woche in sozialen Netzwerken, die 18- bis 34-jährigen hingegen nur etwas mehr als sechs Stunden. Eine mögliche Erklärung für den Unterschied ist, dass die Älteren beim Gebrauch sozialer Netzwerke noch zulegen, während die Jüngeren auf hohem Niveau stagnieren. Das zeigen Daten des PEW Research Centers vom Januar 2017.

Ist Kommunikation offline schlechter als online?

Unabhängig von der Altersgruppe gilt: Je mehr Zeit in den Netzwerken verbracht wird, umso eher steht Kommunikation mit Freunden im Vordergrund. Laut der Nielsen-Studie verbringen Heavy User, die Social Media täglich mehr als drei Stunden nutzen, ihre Zeit am häufigsten damit, Profile von Freunden zu besuchen, ihnen Nachrichten zu schicken oder Posts zu kommentieren. Auch in Deutschland ist Kommunikation die dominante Nutzungsart des Internets. Das sagt die ARD-ZDF-Onlinestudie 2016. Wer das Netz benutzt, der will sich mit Menschen verbinden, nicht isolieren.

Trotzdem werben auch in Deutschland Unternehmen damit, dass digitale Pausen die bessere Beziehungspflege sind. Eines davon gehört Ulrike Stöckle. Die Betriebswirtin und Journalistin bietet seit 2014 Digital-Detox-Camps in Deutschland an. Rund 100 Menschen haben bisher teilgenommen. Die Veranstaltungsorte heißen nicht wie beim Camp Grounded Mendocino, sondern Schweigen-Rechtenbach, und auch sonst gibt es Unterschiede. "Wir bringen den Leuten nicht bei, Bäume zu umarmen", sagt Stöckle. Statt zu campen sollen die Teilnehmer lernen, ihre Arbeitszeit besser zu strukturieren, Zeitfresser zu erkennen und zu entspannen. "Du kannst dich nur erholen, wenn du das Handy ausschaltest", sagt Stöckle.

 Wann wird Technik toxisch - und für wen?Im Internet über das Internet klagen 
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Robert0 13. Mär 2017

Die Sache ist doch ganz einfach. Da ich nicht ständig durch elendlange "mein Stream...

berritorre 12. Mär 2017

Den Anruf nimmt halt ein Kollege entgegen. Wenn nur eine Person im Team dem Kunden...

blubby666 10. Mär 2017

30min? Ich hab zum einrichten meines Androids 5min gebraucht. Hättest dir wohl kein...

Muhaha 10. Mär 2017

Richtig. Aber Trends SIND Folge individuellen Verhaltens, weil es ausreichend Menschen...

Muhaha 10. Mär 2017

Schon. Das war auch nur eine Anspielung auf "Das Internet stiehlt uns Lebenszeit" :)


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