Manche leben komplett offline

Dennoch gibt es kein Offline auf Rezept. Wer meint, Digital Detox zu brauchen, verschreibt ihn sich selbst, und so versteht jeder darunter etwas anderes: Manche nennen den vorübergehenden Verzicht auf das Smartphone Digital Detox und manche den Abschied aus sozialen Netzwerken. Für einige muss es wie im Camp Grounded der totale Verzicht auf jede digitale Technologie für ein paar Tage sein. Wird Digital Detox zum Dauerzustand, heißt es "Off The Grid" - frei übersetzt "Vom Netz genommen". So lebt der irische Buchautor und Aktivist Mark Boyle.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler für C++ / Python (m/w/d)
    e.solutions GmbH, Erlangen
  2. Projektleiter (w/m/d) für IT Systeme in der Energieversorgung
    PSI Software AG Geschäftsbereich PSI Energie EE, Aschaffenburg, Berlin, Oldenburg
Detailsuche

Er wohnt nach eigenen Angaben in einer Hütte, die er ohne technische Hilfe gebaut hat, ohne Elektrizität oder andere Annehmlichkeiten moderner Technologie. Im Guardian sagt er: "[Technologie] zerstört unsere Beziehung zur Natur. Sie trennt uns zuerst von der Natur, während sie gleichzeitig das Leben in das Bargeld verwandelt, das die Konsumgesellschaft ölt." Menschen würden laut Boyle zu Cyborgs, weil sie sich beispielsweise Herzschrittmacher oder Hörgeräte einsetzen. Der Autor David Bennun stellt die provokante Gegenfrage, ob die Menschen, deren Leben von Technologie in ihren Körpern abhängt, dann einfach im Sinne einer gesünderen Welt freiwillig sterben sollten.

Wie viele Menschen detoxen, ist unklar

So unterschiedlich, wie Freunde des Verzichts auf digitale Technologie ihn üben, so unklar ist auch, wie viele sie sind. In einer Studie des staatlich beauftragten Medienregulierers Ofcom gab ein Drittel der britischen Internetuser zu, schon einmal Digital Detox gemacht zu haben. Ein Viertel von ihnen sagte, es habe eine ganze Woche "frei" von digitaler Technologie genommen und ein Zehntel, der Digital Detox habe in der vergangenen Woche stattgefunden.

Nach den Selbstbekundungen in sozialen Netzwerken sind es eher jüngere Nutzer bis Mitte 30, die das zeitweilige Ausklinken aus dem Internet gutheißen. Dabei ist es eigentlich eine ältere Generation, die Generation X, die länger und intensiver im Netz unterwegs ist und daher das größere Bedürfnis haben müsste, abzuschalten. Laut einer neuen Studie des Nutzerdatenvermarkters Nielsen verbringen 35- bis 49-jährige US-Amerikaner fast sieben Stunden pro Woche in sozialen Netzwerken, die 18- bis 34-jährigen hingegen nur etwas mehr als sechs Stunden. Eine mögliche Erklärung für den Unterschied ist, dass die Älteren beim Gebrauch sozialer Netzwerke noch zulegen, während die Jüngeren auf hohem Niveau stagnieren. Das zeigen Daten des PEW Research Centers vom Januar 2017.

Ist Kommunikation offline schlechter als online?

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Unabhängig von der Altersgruppe gilt: Je mehr Zeit in den Netzwerken verbracht wird, umso eher steht Kommunikation mit Freunden im Vordergrund. Laut der Nielsen-Studie verbringen Heavy User, die Social Media täglich mehr als drei Stunden nutzen, ihre Zeit am häufigsten damit, Profile von Freunden zu besuchen, ihnen Nachrichten zu schicken oder Posts zu kommentieren. Auch in Deutschland ist Kommunikation die dominante Nutzungsart des Internets. Das sagt die ARD-ZDF-Onlinestudie 2016. Wer das Netz benutzt, der will sich mit Menschen verbinden, nicht isolieren.

Trotzdem werben auch in Deutschland Unternehmen damit, dass digitale Pausen die bessere Beziehungspflege sind. Eines davon gehört Ulrike Stöckle. Die Betriebswirtin und Journalistin bietet seit 2014 Digital-Detox-Camps in Deutschland an. Rund 100 Menschen haben bisher teilgenommen. Die Veranstaltungsorte heißen nicht wie beim Camp Grounded Mendocino, sondern Schweigen-Rechtenbach, und auch sonst gibt es Unterschiede. "Wir bringen den Leuten nicht bei, Bäume zu umarmen", sagt Stöckle. Statt zu campen sollen die Teilnehmer lernen, ihre Arbeitszeit besser zu strukturieren, Zeitfresser zu erkennen und zu entspannen. "Du kannst dich nur erholen, wenn du das Handy ausschaltest", sagt Stöckle.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Wann wird Technik toxisch - und für wen?Im Internet über das Internet klagen 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Mx8 07. Sep 2018

Selbst durchs Lesen dieses Kommentars vergehen wieder 20 Sekunden unserer Lebenszeit. Lach.

zufall 07. Sep 2018

ich bin seit einiger Zeit auch Offline und finde es einfach nur gut. Das lag auch...

Insomnia88 06. Sep 2018

Hm, hab ich bei der Bundeswehr auch alles gehabt und finde trotzdem nicht, dass der...

Insomnia88 06. Sep 2018

Das liegt bestimmt überhaupt nicht daran, dass der Markt, die Population und die...

yudji 05. Sep 2018

Das Einzige was mir Lebenszeit stiehlt ist mein unkoordinierter Chef!



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
New World im Test
Amazon liefert ordentlich Abenteuer

Konkurrenz für World of Warcraft und Final Fantasy 14: Amazon Games macht mit dem PC-MMORPG New World momentan vor allem Sammler glücklich.
Von Peter Steinlechner

New World im Test: Amazon liefert ordentlich Abenteuer
Artikel
  1. Nasa: Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet
    Nasa
    Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet

    Erstmals sollen Asteroiden in der Umlaufbahn des Jupiter untersucht werden. Der Start der Raumsonde Lucy ist laut Nasa geglückt.

  2. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

  3. Whatsapp: Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei
    Whatsapp
    Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei

    Ein Vater nutzte ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines Sohnes als Statusfoto bei Whatsapp. Nun läuft ein Kinderpornografie-Verfahren.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 40€ Rabatt auf Samsung-SSDs • ADATA XPG Spectrix D55 16-GB-Kit 3200 56,61€ • Crucial P5 Plus 1 TB 129,99€ • Kingston NV1 500 GB 35,99€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /