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Scharfstellen ist nicht so einfach

Ein Spektiv ist - anders als ein herkömmliches Objektiv - manuell. Die Blende ist fest - das 95er-Spektiv hat eine Anfangsblende von f/9,2. Die Belichtung kann also nur über die Zeit und die Lichtempfindlichkeit, also den ISO-Wert, beeinflusst werden - wobei ISO-Werte ab 800 durchaus angebracht sind, um die Belichtungszeit möglichst kurzzuhalten. Scharf gestellt wird per Hand, was anfangs gar nicht so einfach ist. Denn die Schärfe muss genau sitzen, das Spektiv erlaubt hier keine Nachlässigkeit: Der Schärfebereich ist etwa eine Daumenbreite groß.

  • Löwe im Tierpark Hagenbeck: Geht es noch größer? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Klar! Mit dem Spektiv auf der Kamera. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dösende Tiere eignen sich gut zum Digiskopieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Digiskopie schafft Nähe aus der Entfernung. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wie nah darf es denn sein? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Zum Digiskopieren wird ein Spektiv mit Hilfe eines speziellen Adapters... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... an eine Kamera montiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Damit lassen sich dann Motive in großer Entfernung fotografieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Spektiv holt die Tiere nahe heran. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das von uns getestete Spektiv hat einen Brennweitenbereich von 900 ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • .... bis 2.100 Millimeter Kleinbildäquivalent. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Allerdings vergrößert das Spektiv nicht nur das Motiv, sondern auch alles dazwischen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • An warmen Tagen vor allem Hitzeflimmern, das dem Foto eine impressionistische Anmutung gibt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Fokussiert wird manuell, was nicht ganz einfach ist. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Schärfebreich ist sehr klein. Der Schärfepunkt wird schnell verpasst. Hier liegt er hinter dem Auge. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Mit etwas Geduld und Übung klappt es aber. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dann gelingen schöne Aufnahmen - im Zoo, ...  (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... auf dem Deich ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... oder im Gebirge. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Da der Digiskopierer weit genug von der Gams weg ist, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... stört er sie nicht. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auch die Murmeltiere... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... kümmern sich nicht um den Menschen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Digiskopieren lassen sich aber auch andere Motive: Bäume im Nebel zum Beispiel. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Oder der Mond. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Das Spektiv holt die Tiere nahe heran. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
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Der Live View, also die Anzeige des Motivs auf dem Bildschirm der Kamera, ist dafür gut geeignet. Die meisten Kameras bieten zudem einen Zoom in Live View, was das Scharfstellen erleichtert. Wer Fokus Peaking einschalten kann, also die Hervorhebung scharfer Kanten, hat ganz klar einen Vorteil. Aber auch eine Sucherlupe, die über den Bildschirm geklappt wird und den Live View vergrößert, ist praktisch.

Scharf gestellt wird in zwei Schritten

Der Experte empfiehlt, in zwei Stufen scharf zu stellen: Zuerst werde die Schärfe dort gesetzt, wo sie ungefähr hingehöre. Im nächsten Schritt werde sie "genau auf den Teil des Motivs, der die Schärfe braucht", nachgezogen, sagt Kretzschmar. Dafür müsse sich der Fotograf vorher überlegen, was er auf dem Bild darstellen wolle."Das dürfte bei einem Tier in der Regel das Auge sein."

Für den zweiten Schritt wird das Einstellrad nur ganz wenig bewegt. "Das braucht Übung", sagt Kretzschmar - zu Hause etwa. Oder im Zoo an einer Löwin, die faul auf einem Ast liegt und nur ab und zu ein Ohr bewegt. Schafe auf dem Deich sind deutlich undankbarer. Fokussiert er per Hand auf grasende Schafe auf dem Deich, stellt der Digiskopierer fest, dass die Schafe das Grün mit hoher Verzehrgeschwindigkeit vertilgen. Ist der Schärfepunkt vermeintlich gefunden, ist das Schaf schon wieder einen Schritt weiter.

Die Nasenspitze ist scharf, nicht das Auge

Wer durch den Sucher der DSLR fokussiert, sollte bedenken, dass das Sucherbild nicht das Sensorbild ist. Steht die Dioptrien-Einstellung nicht auf 0, wird das Bild schnell unscharf. "Die Digiskopie verzeiht aufgrund der ultradünnen Schärfezone nichts. Das heißt: Ein halbes Dioptrien Zugabe für das Sucherbild wird schnell zu einer halben Dioptrien Unschärfe für das Sensorbild", sagt Kretzschmar. "Das kann mal passieren, dass der Schärfepunkt doch am richtigen Punkt liegt. In den meisten Fällen liegt er aber knapp dahinter oder knapp davor. Dann ist die Nasenspitze oder das Ohr scharf, aber nicht das Auge." Gerade am Anfang ist das Frustpotenzial hoch. Umso größer ist allerdings die Freude, wenn nach x misslungenen Aufnahmen Schaf, Löwe oder Bär tatsächlich wie beabsichtigt scharf ist.

Auslösen sollte der Digiskopierer per Fernbedienung oder Selbstauslöser. Bis dessen Countdown beendet ist, hat sich das System nach dem Drücken des Auslösers wieder beruhigt. Bei einer DSLR sollte die Spiegelvorauslösung eingestellt werden, da der Spiegelschlag für zu viel Bewegung sorgt. Ein Smartphone, eine Kompakt- oder eine Systemkamera wie etwa eine MFT sind hier klar im Vorteil. Für die Dokumentation einer Beobachtung reichen Smartphone und Kompaktkamera durchaus.

Erst mal in der Nähe digiskopieren

Generell sollte das Motiv nicht übermäßig entfernt sein. Einsteigern empfiehlt der Experte nicht mehr als 50 bis 70 Meter, ideal sei eine Entfernung von 20 bis 30 Metern. Bei Wind oder nach einem Regen könne die Entfernung auch etwas größer sein.

Auf zu große Entfernungen zu digiskopieren, ist ohnehin nicht ratsam: Die große Brennweite vergrößert nämlich nicht nur das Motiv selbst, sondern auch alles, was sich zwischen diesem und dem Spektiv befindet: Luftfeuchtigkeit, Staub und vor allem das Hitzeflimmern. "Ob ich das 30fach oder 60fach vergrößere, ist ein eklatanter Unterschied", sagt Kretzschmar. Die beste Zeit sei zwischen Sonnenaufgang und etwa 10 Uhr und am späteren Nachmittag ab 16 Uhr bis zum Sonnenuntergang.

Das Foto wird impressionistisch

Bei einer Segelregatta vor Laboe haben wir es ausprobiert: An dem warmen Tag flimmerte die Luft über dem Wasser so sehr, dass das Foto einem impressionistischen Gemälde ähnelt. Zwar lässt sich auch auf eine Entfernung von etwa fünf Kilometern die Schrift im Segel der Regattaboote noch erkennen. Die Kanten der Segel sind jedoch wellig. Es ist deshalb besser, mit weniger Zoomfaktor zu digiskopieren und später das Bild zu schneiden. Die hohe Auflösung der modernen Kameras ermöglicht das.

 Die Ausrüstung zum DigiskopierenWas wird digiskopiert? 
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zu Gast 31. Aug 2015

Na, das ist eigentlich nicht der übliche Einsatzbereich. Immer mehr Verbreitung findet...

zu Gast 31. Aug 2015

Ziemlicher Preis, nur.....bei schlechtem Licht kommst mit dem kleinen...

neustart 31. Aug 2015

Wohl wahr ... Durch die Redundanz in der Manpower ist es dann auch zu verschmerzen, wenn...

namenloser22 31. Aug 2015

Stimmt, selbst kleine Drohnen könnten das Gewicht heben. Die Frage nach der Akkulaufzeit...

Arestris 31. Aug 2015

Ich bin ehrlich, solche Parks würde ich meiden. Bisher war ich allerdings nur bei uns in...


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