DigiNetz-Gesetz: Unitymedia überbaut keine Glasfaser in Fördergebieten

Im Streit um ein Open-Access-Modell blieb Unitymedia hart. Wir haben uns vom Leiter Regulatory des Unternehmens die Hintergründe zur Entscheidung um die Mitverlegung von Glasfaserkabeln in einem Neubaugebiet erklären lassen.

Artikel veröffentlicht am ,
Wolf Osthaus, Leiter Regulatory bei Unitymedia
Wolf Osthaus, Leiter Regulatory bei Unitymedia (Bild: Unitymedia)

Unitymedia und die Deutsche Telekom wurden kritisiert, weil die Konzerne in der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg die Teilnahme an einem Open-Access-Modell verweigert hatten. Die Bundesnetzagentur entschied schließlich in einem Streitschlichtungsverfahren, dass die beiden Unternehmen in einem Neubaugebiet zusätzlich zwei eigene Glasfasernetze mitverlegen dürfen. Es handelte sich um die erste Entscheidung auf der Basis des Diginetz-Gesetzes.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter IT-Basis-Support (m/w/d)
    Vitakraft pet care GmbH & Co. KG, Bremen
  2. Software Stack Developer (m/f/div)
    Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg
Detailsuche

Die Darstellung, dass es sich hierbei um einen volkswirtschaftlich fragwürdigen Überbau öffentlich geförderter Infrastruktur handele, wies Wolf Osthaus, Leiter Regulatory bei Unitymedia in einem Gespräch mit Golem.de am 8. Dezember 2017 ausdrücklich zurück. Denn das Neubaugebiet in der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten sei kein Fördergebiet gewesen, hier wurde die Netzversorgung durch die Gemeinde aus Erschließungsbeiträgen der Anlieger finanziert. Diese sollten laut Osthaus möglichst allen interessierten Netzbetreibern gleichermaßen zugutekommen. Zweckverbände würden ja vorrangig gegründet, um schwer versorgbare Gebiete zu erschließen. Für das Gebiet in Linkenheim-Hochstetten habe es aber von Beginn an auch mehrere privatwirtschaftliche Interessenten für den Ausbau gegeben, sagte Osthaus. Es sei daher nicht zwingend die Aufgabe des Zweckverbands gewesen, ein solches Neubaugebiet überhaupt mit FTTH (Fiber To The Home) zu erschließen, "jedenfalls aber nicht allein und ohne Wettbewerb".

Open-Access-Angebot nicht wirtschaftlich

Eine Mitnutzung der vorhandenen Infrastruktur wäre für Unitymedia und andere nicht wirtschaftlich gewesen. Osthaus: "Es war für uns wirtschaftlich zu den angebotenen Konditionen nicht realistisch, mit unserem Produktportfolio dort über eine Mitnutzung im Rahmen von Open Access zu gehen. Es war hier günstiger, selbst Glasfaser zu verlegen." Die Nutzung von Open-Access-Angeboten sei für Unitymedia aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erklärte Osthaus. "Für den Wettbewerb und damit auch aus Kundensicht sind zwei parallele Netze immer besser als nur eins", betonte er jedoch.

Anders sieht es für Osthaus nur in echten Fördergebieten aus, die zuvor ausgeschrieben wurden. Osthaus: "In Fördergebiete mit Glasfaseranschlüssen sind wir noch nie reingegangen und haben hinterhergelegt, und wir planen das auch nicht in der Zukunft. Das wäre für uns auch wirtschaftlich nicht attraktiv."

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2021, Virtuell
  2. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    12.–13. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Unitymedia sieht sich dabei nicht als Trittbrettfahrer und auch als Gegensatz zur Telekom, der vorgeworfen wird, gerade auch in Fördergebieten schnell Vectoring auszurollen, um Stadtwerken und Zweckverbänden Kunden abzujagen. "Diese Frage stellt sich überhaupt nur bei der Telekom, die mit ihrem Kupfernetz schon flächendeckend vor Ort ist und dies vergleichsweise schnell mit Vectoring zumindest auf 50 oder 100 MBit/s aufrüsten kann. Wir hingegen müssen ja in von uns noch nicht erschlossenen Gebieten selbst komplett neue Glasfasernetze errichten", sagte Osthaus.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Arbeiten bei SAP
Nur die Gassi-App geht grad nicht

SAP bietet seinen Mitarbeitern einiges. Manchen mag das zu viel sein, aber die geringe Fluktuation spricht für das Softwareunternehmen.
Von Elke Wittich

Arbeiten bei SAP: Nur die Gassi-App geht grad nicht
Artikel
  1. Truth Social: Trumps Twitter-Klon erhält Milliarde von Investoren
    Truth Social
    Trumps Twitter-Klon erhält Milliarde von Investoren

    Für den Aufbau seiner Twitter-Alternative Truth Social hat sich der frühere US-Präsident Trump die Unterstützung unbekannter Investoren gesichert.

  2. SpaceX: Das Starship für den Mars soll gebaut werden
    SpaceX
    Das Starship für den Mars soll gebaut werden

    Elon Musk hat via Twitter den Bau seines Mars-Starships angekündigt. Dazu schreibt der SpaceX-Gründer, dass es endlich Realität werden soll.

  3. Nano-Chip: Umprogrammierung von biologischem Gewebe im lebenden Körper
    Nano-Chip
    Umprogrammierung von biologischem Gewebe im lebenden Körper

    Hautgewebe in Blutgefäße umwandeln? Ein Forschungsteam hat dafür einen Nano-Chip entwickelt. Bald könnte er am Menschen getestet werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /