Abo
  • Services:
Anzeige
Chrome stürzt beim Schicken kurzer Schlüsselaustausch-Parameter ab.
Chrome stürzt beim Schicken kurzer Schlüsselaustausch-Parameter ab. (Bild: Screenshot Golem.de)

Diffie-Hellman: Unsinnige Krypto-Parameter

Ein kurzer Schlüsselaustausch bringt Chrome zum Absturz, andere Browser akzeptieren völlig unsinnige Parameter für einen Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch. Im Zusammenhang mit den jüngst gefundenen TLS-Problemen könnte das ein Sicherheitsrisiko sein.

Anzeige

Wer in den vergangenen Tagen versucht hat, die Webseite https://demo.cmrg.net/ mit einer aktuellen Version des Chrome-Browsers oder dessen freiem Pendant Chromium aufzurufen, hat feststellen müssen, dass dies den Browser zum Absturz gebracht hat. Darauf wurde am Dienstag über die Mailingliste oss-security hingewiesen. Die Nachricht verbreitete sich schnell und verschaffte der Testseite große Aufmerksamkeit.

Chrome stürzt ab

Doch die Seite sollte eigentlich nicht dazu dienen, Abstürze in Browsern zu verursachen. Sie wurde laut einem Thread bei LWN.net bereits im November 2013 aufgesetzt und diente dazu, die Auswirkungen extrem kurzer Parameter bei einem Schlüsselaustausch mit Diffie-Hellman zu testen. Diffie-Hellman kann im TLS-Protokoll dazu genutzt werden, eine Verbindung mit Perfect Forward Secrecy aufzubauen.

Für einen Schlüsselaustausch mit Diffie-Hellman benötigt ein Server zwei Parameter, die er bei einem versuchten Verbindungsaufbau dem Client mitteilt: eine große Primzahl und einen sogenannten Generator. Von der Größe der Primzahl hängt die Sicherheit des Verfahrens ab. Üblich sind heutzutage meistens 1.024 Bit, was jedoch nicht mehr als sicher gilt. Vor allem der Apache-Webserver hat aber dafür gesorgt, dass ein derartig kurzer Schlüsselaustausch nach wie vor weit verbreitet ist. Erst in der jüngsten Version 2.4.7 verfügt Apache über die Möglichkeit, einen Schlüsselaustausch mit größeren Primzahlen durchzuführen.

Die oben erwähnte Testseite versucht, eine Verbindung mit viel zu kurzen 16 Bit aufzubauen und entdeckte dabei offenbar einen gravierenden Bug im Code von Chromium. Wir haben uns daraufhin angesehen, wie andere Browser mit kurzen oder unsinnigen Schlüsselaustausch-Parametern umgehen.

Mozilla Firefox lehnt einen Verbindungsaufbau mit sehr kurzen Primzahlen von 256 Bit und kleiner ab, Verbindungen mit 512 und 768 Bit waren jedoch möglich. Auch das ist aus heutiger Sicht sehr unsicher. Ähnlich verhält sich auch Chromium, wenn ein inzwischen verfügbarer Patch verwendet wird, der den Absturz verhindert. Beide Browser nutzen die NSS-Bibliothek, die Verbindungen mit sehr kurzen Primzahlen abblockt.

Internet Explorer: mangelhafter Support für Diffie-Hellman

Im Internet Explorer gestaltete sich ein Test etwas schwieriger, denn unter normalen Umständen unterstützt der Microsoft-Browser keinen Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch. Er ermöglicht diesen nur, wenn ein Serverzertifikat mit einem DSA-Schlüssel eingesetzt wird, und dieser darf auch lediglich eine Länge von 1.024 Bit haben. DSA-Schlüssel für TLS-Verbindungen sind extrem ungewöhnlich, viele gängige Zertifizierungsstellen stellen nur für RSA-Schlüssel Zertifikate aus, für 1.024 Bit Länge heutzutage eigentlich generell nicht mehr. Wir stießen bei unserem Test aber darauf, dass man bei CAcert, einer freien Zertifizierungsstelle, die jedoch in den gängigen Browsern nicht integriert ist, nach wie vor DSA-Zertifikate mit 1.024 Bit ausstellen kann.

Im Internet Explorer wurden ähnlich wie bei Firefox und Chromium Verbindungen erst ab 512 Bit erlaubt. Interessanterweise verweigerte der Microsoft-Browser jedoch auch Verbindungen mit 2.048 und 4.096 Bit. Zu viel Sicherheit darf es bei Microsoft also auch nicht sein. Allerdings: In der Praxis ist das weitgehend irrelevant, da der Internet Explorer mit gängigen RSA-Zertifikaten nur einen Schlüsselaustausch über elliptische Kurven zulässt.

Opera verbindet erst ab 1.024 Bit

Opera zeigte sich deutlich strenger als die anderen Browser, was kurze Primzahlen angeht. Bei Verbindungen unter 1.024 Bit zeigt Opera eine Warnung und fragt den Nutzer, ob er sich wirklich verbinden möchte. Empfehlenswert wäre es, wenn andere Browser hier nachziehen. Legitime Gründe, einen Schlüsselaustausch mit weniger als 1.024 Bit durchzuführen, gibt es keine.

Interessant war das Verhalten von Safari unter Mac OS und von Konqueror unter Linux. Beide Browser akzeptierten praktisch alles an unsinnigen Parametern. Selbst mit extrem kleinen Primzahlen wie 17 akzeptierten die Browser einen Verbindungsaufbau. Sogar mit 15 als "Primzahl" ließ sich eine Verbindung aufbauen.

Kein Browser prüft Primzahlen 

eye home zur Startseite
hannob (golem.de) 07. Mär 2014

Das stimmt schon, IPsec benutzt auch Encrypt-then-MAC schon seit Ewigkeiten. Auch SSH ist...

linus9000 07. Mär 2014

Alles klar, Kommando zurück! Geht tatsächlich nicht. Offensichtlich habe ich da mit dem 2...

olqs 07. Mär 2014

Das geht ziemlich einfach: telnet 25 ehlo paypal.de mail from: service@paypal.de rcpt...

HanseDavion 07. Mär 2014

Ja, das ergibt Sinn. Dann doch lieber einen klugen Algorithmus erfinden.

ello 07. Mär 2014

Habe die selbe Version und meine stürzt ab, wo liegt der unterschied? Betriebsystem: Win...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. ifm electronic GmbH, Essen
  4. RegioHelden GmbH, Stuttgart


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Space Jam 11,97€, Ex Machina 9,97€, Game of Thrones 3. Staffel 24,97€)
  2. (u. a. Supernatural, True Blood, Into the West, Perry Mason, Mord ist ihr Hobby)
  3. 6,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Alternatives Betriebssystem

    Jolla will Sailfish OS auf Sony-Smartphones bringen

  2. Gamesbranche

    PC-Plattform ist bei Spielentwicklern am beliebtesten

  3. Digitale Assistenten

    Google und Amazon kämpfen um Vorherrschaft

  4. Xperia Touch im Hands on

    Projektor macht jeden Tisch Android-tauglich

  5. RetroPie

    Distribution hat keine Rechte mehr am eigenen Namen

  6. Nokia 3310 im Hands on

    Der Nokia-Knochen mit Hipsterpotenzial

  7. Auto

    Macchina M2 bietet Zugriff auf Fahrzeugelektronik

  8. Pro x2 G2

    HPs Surface-Konkurrent bekommt neue Hardware

  9. Security

    Bluetooth-Skimming an der Supermarktkasse

  10. Windows 10 Creators Update

    Optionale Einstellung erlaubt nur noch Apps aus dem Store



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
Limux
Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
  1. Limux München prüft Rückkehr zu Windows
  2. Limux-Projekt Windows könnte München mehr als sechs Millionen Euro kosten
  3. Limux Münchner Stadtrat ignoriert selbst beauftragte Studie

Wacoms Intuos Pro Paper im Test: Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
Wacoms Intuos Pro Paper im Test
Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
  1. Wacom Brainwave Ein Graph sagt mehr als tausend Worte
  2. Canvas Dells Stift-Tablet bedient sich bei Microsoft und Wacom
  3. Intuos Pro Wacom verbindet Zeichentablet mit echtem Papier

Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

  1. Re: beliebt lukrativ

    windermeer | 15:01

  2. das sieht man sehr deutlich an den ....

    catdeelay | 15:00

  3. Hoffentlich nicht wieder so halbherzig wie das...

    IncredibleAlk | 15:00

  4. Re: Vorischt bei Air Berlin

    quineloe | 14:58

  5. Re: Leider falsche OS

    kayozz | 14:58


  1. 14:31

  2. 14:21

  3. 14:16

  4. 13:30

  5. 12:49

  6. 12:02

  7. 12:00

  8. 11:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel