Abo
  • Services:

Dienste, Programme und Unternehmen: Was 2017 eingestellt und geschlossen wurde

München verliert das Limux-Projekt, Berlin seine Fluglinie und die USA verlieren ihre Netzneutralität. 2017 sind viele Unternehmen und Produkte gescheitert - manche erwartungsgemäß, andere überraschend.

Artikel von veröffentlicht am
2017 sind viele Projekte beendet worden.
2017 sind viele Projekte beendet worden. (Bild: Flickr.com/Duran/CC0 1.0)

Das Jahr 2017 geht zu Ende und mit ihm diverse Projekte, Unternehmen und Produkte in der IT-Branche. Nicht nur die Jamaika-Koalition scheiterte und Deutschlands ehemals zweitgrößte Fluglinie meldete Insolvenz an, auch viele kleinere Projekte wurden vorzeitig beendet oder vor der Marktreife eingestellt. Golem.de gibt einen Überblick über Fehlschläge des Jahres 2017.

Lily Camera wird nicht gebaut

Kaum hat das Jahr begonnen, scheitert bereits das erste vielversprechende Unternehmen. Die Selfie-Kameradrohne Lily Camera des Startups Lily Robotics galt als recht erfolgreiches Projekt. Es sollte eine linsenförmige Flugdrohne mit vier Rotoren werden, die in die Luft geworfen werden, ihre Nutzer anschließend verfolgen und Fotos schießen können sollte. Das Gerät wird allerdings nicht einmal fertig entwickelt. Am 12. Januar muss das Unternehmen seinen 60.000 Vorbestellern das Aus des Projektes verkünden. Der Grund: Die Firmengründer Antoine Balaresque und Henry Bradlow haben keinen weiteren Investor gefunden. Die Ware wird nicht ausgeliefert. Allerdings erhalten die mehr als 60.000 Erstkunden wenigstens ihr eingezahltes Geld zurück - 500 Euro pro Exemplar.

Zum Jahresende gibt es einen Hoffnungsschimmer für das Projekt: Das Unternehmen Mota Group, das bereits andere Quadrocopter und Flugdrohnen auch für den Enterprise-Markt herstellt, hat die Idee der Lily Camera übernommen und weiterentwickelt. Hinzugekommen sind eine 4K-Kamera und einklappbare Rotoren. Der Preis für die neue Drohe ist mit 700 US-Dollar allerdings noch einmal höher.

Googles Solardrohnen bleiben am Boden

Google will das Internet in die ganze Welt bringen und entwickelt dazu bereits diverse Projekte. Besonderes Aufsehen erregen sollten die solargesteuerten Drohnen. Schon 2014 überboten sich Google und Facebook für das Unternehmen Titan Aerospace gegenseitig. Google machte letztlich das bessere Angebot: mehr als 60 Millionen US-Dollar. Titan Aerospace entwickelte die Solara 50, eine Flugdrohne mit Propellerantrieb, die durch Solarzellen auf den Tragflächen mit 50 Metern Spannweite geladen wurde. Das Fluggerät sollte bis zu fünf Jahre autonom in bis zu 19.800 Meter Höhe fliegen und dort als Internet-Hotspot dienen können.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Hays AG, Frankfurt am Main

Doch stürzte bei einem Testflug im Mai 2015 eine Solara 50 auf einem Flugfeld ab. Die daraus resultierende negative Berichterstattung war ein Rückschlag für Googles Pläne des weltumspannenden Internets und ein möglicher Grund dafür, dass Google das Vorhaben am 16. Januar einstellte.

Ein anderer Grund könnte Google Loon gewesen sein, ein Forschungsprojekt, das ähnliche Ziele verfolgt. Statt Propellerseglern sollen dabei Wetterballone als fliegende Access Points genutzt werden. Diese sind preiswerter und nicht so wartungsintensiv.

20.000-Dollar-Telefon floppt

Teuer muss nicht besser sein: Das trifft auf das Solarin-Smartphone des israelischen Startups Sirin Labs zu. 20.000 US-Dollar kostete das Smartphone, das besonders sicher und gut sein sollte. Kunden erhielten für ihr Geld eine Art Wundertüte, denn Details zum Telefon wollte Sirin nicht bekanntgegeben.

Im Laufe der Zeit wurde bekannt, dass das Smartphone einen Snapdragon-810-Prozessor hatte, der oftmals durch Hitzeprobleme auffiel. Es verfügte über eine 24-MP-Kamera für 4K-Bildaufnahmen, ein 1440p-Display und einen großen 4.000-mAh-Akku. Das Telefon konnte in 24 verschiedenen LTE-Frequenzbändern funken und war damit in vielen Ländern auf der Welt nutzbar. Ein Schalter auf der Rückseite konnte einen Sicherheitsschild aktivieren, der Anrufe und Nachrichten per AES256 verschlüsselte. Die Zielgruppe: Behörden und hochrangige Regierungsangestellte oder leitende Angestellte in Unternehmen.

Allerdings wurden vermutlich nur rund 700 Geräte des Solarin verkauft. Selbst der reduzierte Preis von 14.000 US-Dollar war den meisten Kunden offenbar zu hoch, zumal völlig unklar blieb, wie groß der Sicherheitsgewinn wirklich war. Am 15. März entlässt Sirin Labs ein Drittel seiner Mitarbeiter, anschließend ist nichts mehr vom Solarin-Smartphone zu hören. Der Hersteller versucht es mittlerweile mit einem anderen Konzept: einem Smartphone, das auf Blockchain setzt. Dessen Preis: 1.000 US-Dollar.

Aus die Maus

Für den Peripheriehersteller Mad Catz stand es schon 2016 schlecht: Erst mussten die Amerikaner ihre Saitek-Sparte an den Konkurrenten Logitech für 13 Millionen US-Dollar verkaufen - eine Marke, unter der Mad Catz Gamepads, Joysticks und Lenkräder verkaufte. Am 30. März 2017 muss das Unternehmen ganz aufgeben.

Mad Catz war vor allem für seine außergewöhnlich aussehenden Mäuse für einen hohen Kaufpreis bekannt, die sich an die Hand des Nutzers anpassen ließen. Oft wurden diese jedoch für ihre schlechte Verarbeitungsqualität oder die trotz Einstellungsmöglichkeiten merkwürdige Ergonomie bemängelt. Der Hersteller entwickelte schon einige Wochen vor der Insolvenz keine neuen Produkte mehr, sondern vermarktete nur noch alte Hardware als neues Produkt. Die angehäuften Schulden bezahlt das Unternehmen mit dem Verkauf von Restbeständen.

Vodafone Secure Mail wird abgeschaltet

Nur einen Tag später, am 31. März 2017, stellt der Mobilfunkanbieter Vodafone planmäßig Secure Mail ein. Das Unternehmen schaltet den Dienst komplett ab und löscht alle Konten, E-Mail-Verläufe und Anhänge von seinen Servern.

Secure Mail war mit einem proprietären Verschlüsselungsalgorithmus gesichert, den Vodafone von einer Drittfirma entwickeln ließ. Das Unternehmen behauptete fälschlicherweise, dass der Algorithmus RSA im ECB-Modus verwendet worden sei, was zu negativem Medienecho führte. Vodafone korrigierte später seine Behauptung.

Kein Aprilscherz: Für Microsoft Codeplex ist Schluss 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 88€
  2. 55,11€ (Bestpreis!)
  3. 17,49€
  4. 299€ + 4,99€ Versand oder Abholung im Markt

skeks 28. Dez 2017

Mehr davon. Auch der clevershuttle Artikel sowie die e-Golf Story waren sehr gut...

Voutare 28. Dez 2017

Die kannst du normale weise ausstellen oder so umstellen dass er immer noch vorschlage...

zonk 25. Dez 2017

Zumindest die Kaufversion

noname_user 23. Dez 2017

Falsch. Er nimmt das, was ihm vorgegeben wurde.

Sharra 23. Dez 2017

Ich fand auch Vista war klasse. Man hatte einen prima Grund, nicht für die ganze...


Folgen Sie uns
       


Bundesregierung über Lernsoftware gehackt - Bericht

Der Hacker-Angriff auf die Bundesregierung erfolgte offenbar über eine Lernsoftware.

Bundesregierung über Lernsoftware gehackt - Bericht Video aufrufen
Datenverkauf bei Kommunen: Öffentliche Daten nicht verhökern, sondern sinnvoll nutzen
Datenverkauf bei Kommunen
Öffentliche Daten nicht verhökern, sondern sinnvoll nutzen

Der Städte- und Gemeindebund hat vorgeschlagen, Kommunen sollten ihre Daten verkaufen. Wie man es auch dreht und wendet: Es bleibt eine schlechte Idee.
Ein IMHO von Michael Peters und Walter Palmetshofer

  1. Gerichtsurteil Kein Recht auf anonyme IFG-Anfrage in Rheinland-Pfalz
  2. CDLA Linux Foundation veröffentlicht Open-Data-Lizenzen
  3. Deutscher Wetterdienst Wetterdaten sind jetzt Open Data

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

God of War im Test: Der Super Nanny
God of War im Test
Der Super Nanny

Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
Von Peter Steinlechner

  1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

    •  /