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Diebstahl: Amazon verklagt Betrügerbande für illegale Rückerstattungen

Betrüger aus mehreren Ländern boten Amazon-Kunden gegen Gebühr Rückerstattungen für ihre bestellte Ware an – die Artikel durften sie behalten.
/ Marc Stöckel
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Amazon verklagt Betrüger wegen illegaler Rückerstattungen. (Bild: PATRICK T. FALLON/AFP via Getty Images)
Amazon verklagt Betrüger wegen illegaler Rückerstattungen. Bild: PATRICK T. FALLON/AFP via Getty Images

Eine Gruppe von Betrügern aus sechs verschiedenen Ländern hat durch Rückerstattungen ohne eingeleitete Retouren Warendiebstähle im Wert von mehreren Millionen US-Dollar von dem Onlineversandhändler Amazon ermöglicht. Das berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf eine Klage(öffnet im neuen Fenster), die der betroffene Konzern gegen die beteiligten Akteure bei einem US-Gericht eingereicht hat.

Ermöglicht wurden die Diebstähle wohl durch eine Organisation namens Rekk. Deren Mitglieder boten Amazon-Kunden über soziale Plattformen wie Reddit, Telegram oder Discord gegen eine vom jeweiligen Einkaufswert abhängige Provision betrügerische Rückerstattungen an.

Die Kunden erwarben ihre gewünschten Produkte zunächst regulär bei Amazon und übermittelten anschließend die Bestelldaten an Rekk. Die Gruppe leitete daraufhin eine Rückerstattung ein, ohne dass das Produkt tatsächlich zurückgegeben werden musste. Dafür habe sich Rekk Zugang zu internen Systemen von Amazon verschafft und Mitarbeiter des Konzerns bestochen, um die Erstattungen zu genehmigen, heißt es bei Bloomberg.

Auch Amazon-Mitarbeiter werden angeklagt

Die von Amazon eingereichte Klage richtet sich gegen die Mitglieder von Rekk sowie fast 30 einzeln genannte Personen aus den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich, Griechenland, Litauen und den Niederlanden. Auch sieben ehemalige Amazon-Mitarbeiter, die in die Betrugsfälle verwickelt gewesen und Bestechungsgelder angenommen haben sollen, gehören dazu.

Amazon führt in der Klage mehrere Beispiele für betrügerische Rückerstattungen an, die zwischen Juni 2022 und Mai 2023 ausgelöst wurden. Zu den gestohlenen Artikeln zählen unter anderem Laptops, Smartphones, Spielkonsolen und Goldmünzen.

Abwicklung über Telegram

Laut Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) zielt Rekk wohl schon seit Jahren auf die Onlinemarktplätze von Amazon in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa ab. Die Gruppe verfüge über mehrere Telegram-Konten, um ihre Dienste darüber zu bewerben und abzuwickeln. Der Haupt-Telegram-Kanal habe zuletzt 35.000 Abonnenten vorweisen können. Dort habe Rekk auch häufig Screenshots von erfolgreichen Rückerstattungen geteilt – als Beweis dafür, dass der Dienst funktioniere.

Im Oktober 2020 hatte das deutsche Bundeskriminalamt eine Telegram-Gruppe namens German Refund Crew schließen lassen, über die ebenfalls Rückerstattungen von online bestellter Ware angeboten wurden. Auch in diesem Fall wurden die Artikel nicht zurückgeschickt.


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