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ROM-Ecke: Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

Die Programmierer der alternativen Android -Distribution Slim ROM stehen weniger im Rampenlicht als die Konkurrenz von Cyanogenmod , ihr ROM Slimkat hat es allerdings in sich: Es bietet zahlreiche Einstellungen, Heads-Up-Notifications – und einen invertierten, schwarzen Modus.
/ Tobias Költzsch
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In einer losen Artikelserie stellt Golem.de Android-ROMs vor. Diesmal: Slimkat. (Bild: Screenshot Golem.de)
In einer losen Artikelserie stellt Golem.de Android-ROMs vor. Diesmal: Slimkat. Bild: Screenshot Golem.de

Viele Nutzer von Android-Geräten geben sich nicht mit dem vorinstallierten Android-System zufrieden – sei es, weil es keine Updates mehr gibt, weil ihnen das System zu langsam ist oder ihnen der Funktionsumfang nicht ausreicht. Für diese Fälle gibt es für die meisten Android-Smartphones oder -Tablets alternative Android-Distributionen . Aus dem Wust an Android-ROMs sucht Golem.de ab sofort regelmäßig interessante Kandidaten heraus und stellt sie vor.

Teil 1: Slim ROM

Das Slim-ROM-Team(öffnet im neuen Fenster) erstellt seit den Zeiten von Ice Cream Sandwich alternative Android-ROMs für zahlreiche Geräte. Die aktuelle Version nennt sich Slimkat – eine Mischung aus den Namen Slim ROM und Kitkat – und basiert auf Android 4.4.4. Erste inoffizielle, auf Android 5.0 basierende ROMs gibt es ebenfalls schon für bestimmte Geräte, das Team arbeitet aber noch am ersten offiziellen Build. Slimkat bietet dem Nutzer einige Extrafunktionen, die unauffälliger als bei anderen alternativen Android-Distributionen arbeiten, aber den Arbeitsalltag mit dem ROM erleichtern – weshalb ein Blick auf das ROM lohnt.

Rom-Ecke Teil 1 – Slimkat
Rom-Ecke Teil 1 – Slimkat (01:52)

Die Oberfläche von Slimkat sieht auf den ersten Blick aus wie die Standardoberfläche von unverfälschtem Kitkat, wie es etwa auf Nexus-Geräten zu finden ist. Bereits beim Sperrbildschirm fällt allerdings der erste kleine Unterschied auf: Bei Slimkat ist die Sperrbildschirm-Erweiterung Dashclock vorinstalliert.

Der Nutzer kann mit Dashclock(öffnet im neuen Fenster) zahlreiche Informationen auf dem Sperrbildschirm anzeigen lassen. Dazu gehören Benachrichtigungen über neue E-Mails, anstehende Termine oder zum Stand des Akkus, Facebook-Benachrichtigungen oder Informationen zum Wetter. Neue Plugins können im Play Store heruntergeladen werden, der Sperrbildschirm lässt sich dadurch individuell konfigurieren.

Benutzeroberfläche umfassend konfigurierbar

Der Hauptbildschirm kann entweder mit dem Google Now Launcher oder dem Nova Launcher genutzt werden – beide sind vorinstalliert, bei der ersten Einrichtung kann der Nutzer auswählen. Viele Details der Benutzeroberfläche können über ein eigenes Menü in der Systemsteuerung konfiguriert werden. Hier sind sowohl Änderungen einstellbar, die das Design betreffen, etwa die Farbe des Akkusymbols, als auch grundlegendere Dinge wie der Aufbau der Schnelleinstellungen und des Benachrichtigungsmenüs.

Hier kann der Nutzer beispielsweise Verknüpfungen hinzufügen, die permanent am unteren Ende des ausgeklappten Benachrichtigungsmenüs angezeigt werden. Dies können Apps, Lesezeichen oder Musik-Playlists sein, aber auch Systemfunktionen wie die Lautstärke oder die Pie-Steuerung. Damit hat der Nutzer auf wichtige Einstellungen oder häufig verwendete Apps schnellen Zugriff.

Heads-Up-Benachrichtigungen separat einstellbar

Zudem kann in den Einstellungen der Benutzeroberfläche das Verhalten der Heads-Up-Benachrichtigungen eingestellt werden. Wie bei anderen Android-ROMs und beim neuen Android 5.0 alias Lollipop kann sich der Nutzer bei Slimkat Benachrichtigungen als Balken am oberen Displayrand anzeigen lassen – oder unten, wenn er möchte.

Die Heads-Up-Benachrichtigungen sind nach der Installation von Slimkat zunächst deaktiviert, der Nutzer muss sie manuell starten. Es gibt keinen globalen Einschalter, die Benachrichtigungen werden für jede App einzeln über das App-Menü in der Systemsteuerung aktiviert. Das mag zunächst umständlich erscheinen, hat aber den Vorteil, dass man nicht durch jede App genervt wird. Möchte der Nutzer nur bei neuen E-Mails eine Heads-Up-Benachrichtigung erhalten, setzt er einfach das betreffende Häkchen in der App-Steuerung.

Smartphone, schüttel dich!

Zu den weiteren Optionen im Einstellungsmenü gehören die sogenannten Shake Events, die über den Menüpunkt "Navigation" eingestellt werden. Slimkat ermöglicht es dem Nutzer, Apps oder Systemfunktionen per Schüttelbewegung zu starten. Dafür stehen drei verschiedene Bewegungen zur Verfügung. In der Praxis funktioniert das sehr gut und ist besonders für Funktionen wie die Schnelleinstellungen oder die Benachrichtigungsleiste praktisch.

Slimkat beinhaltet auch eine Pie-Steuerung, ein halbkreisförmiges Bedienungspanel, das beim seitlichen Wischen in das Display eingeblendet wird. Das ist besonders dann praktisch, wenn Slimkat im Vollbildmodus genutzt wird. Die Pie-Steuerung kann sowohl im Design als auch in der Auswahl der Schaltflächen umfassend konfiguriert werden.

Einmal alles in Schwarz, bitte!

Eine der exklusiven Besonderheiten von Slimkat ist der "The Real Dark Slim"-Modus (TRDS), der die dunklen Teile des Android-Systems komplett schwarz färbt. Darüber hinaus werden auch einige der Google-Anwendungen invertiert, also statt mit einem hellen Hintergrund mit einem dunklen angezeigt. Hierzu zählen etwa der Chrome-Browser, der Google-Kalender, Drive und Hangouts. Dafür müssen allerdings die passenden Slim-ROM-Google-Apps installiert werden.

Der TRDS-Modus kann entweder manuell über die Systemsteuerung aktiviert oder automatisch bei den entsprechenden Lichtverhältnissen angeschaltet werden. Das ist besonders dann praktisch, wenn das Smartphone oder Tablet bei dunkleren Lichtverhältnissen verwendet wird, da es den Nutzer dann weniger blendet. Wer ein OLED-Display hat, spart dank der schwarzen Bereiche auch noch Akkuleistung ein.

Slimcenter zeigt Updates an

ROM-Updates kann der Nutzer über das Slimcenter herunterladen, hier werden das aktuell installierte und das zuletzt verfügbare ROM angezeigt. Die neue Datei muss dann allerdings wieder über die Custom Recovery geflasht werden. Eine weitere Funktion des Slimcenters ist der Slimsizer: Hier können Systemanwendungen deinstalliert werden, die normalerweise nicht ohne weiteres von einem Android-Gerät entfernt werden können.

Zu den weiteren Funktionen Slimkats gehört ein Privacy Guard, über den Apps der Zugriff auf personenbezogene Daten sowie weitere Berechtigungen entzogen werden kann. Die Übersicht der zuletzt verwendeten Apps befindet sich am Rand und wirkt übersichtlicher als die von Android 5.0. Je nachdem, ob der Nutzer Rechts- oder Linkshänder ist, kann er die Übersicht an den rechten oder linken Rand legen. Die Telefon-App ist anders als die Google-Version Open Source und bietet als Extrafunktion die Suche nach nahe gelegenen Orten.

Fazit

Wer ein alternatives Android-ROM für sein Smartphone sucht, sollte sich Slimkat unbedingt ansehen. Das ROM bietet dem Nutzer nicht nur ein stabiles System, sondern auch viele hilfreiche Funktionen. Dabei setzt das Entwicklerteam nicht so sehr auf umfangreiche Zusatzprogramme wie etwa Paranoid Android mit Halo, sondern fügt seinem ROM eher unauffällige Verbesserungen hinzu – die im Alltag aber sehr nützlich sind.

Hervorzuheben sind die Verknüpfungen im Benachrichtigungsmenü, die Heads-Up-Notifications, die Übersicht über die zuletzt verwendeten Apps und die Schüttelgesten. Der TRDS-Modus taucht das Android-Gerät in Schwarz, inklusive zahlreicher Google-Apps.

Slimkat hat keinen automatischen Installer wie etwa Cyanogenmod . Es muss auf herkömmliche Art und Weise auf das Android-Gerät gespielt werden – etwa über eine Custom Recovery. Wer Google-Anwendungen nutzen möchte, muss diese wie bei alternativen ROMs üblich separat herunterladen. Um die invertierten Apps nutzen zu können, werden die Slim-ROM-Gapps(öffnet im neuen Fenster) benötigt.

Slimkat ist für zahlreiche aktuelle Smartphones und Tablets erhältlich, unter anderem für die Nexus-Tablets, die aktuellen Nexus-Smartphones (einschließlich des Galaxy Nexus) und zahlreiche Modelle von LG, HTC, Motorola, Samsung und Sony. Wie bei anderen ROMs gibt es bei Slimkat stabile Versionen(öffnet im neuen Fenster) sowie wöchentlich erstellte ROMs(öffnet im neuen Fenster) , die unter Umständen Fehler enthalten können. Die stabilen ROMs erscheinen ungefähr im Monatsabstand. Wer ein älteres Gerät besitzt, findet möglicherweise keine Slimkat-Version, kann aber häufig auf das auf Jelly Bean basierende Slimbean zurückgreifen.


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