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Die Nextcloud Box im Kurztest: Die heimische Wolke ist noch nicht einfach genug

In der Nextcloud Box haben der Ubuntu-Hersteller Canonical, Festplattenhersteller Western Digital und der Owncloud-Fork Nextcloud ihre Experimente in eine fassbare Form gegossen. Herausgekommen ist die Nextcloud Box. Das Linux-Magazin hat sich das Sync-Device angeschaut und sieht Optimierungsbedarf.

Ein Praxistest von Kristian Kißling/Linux Magazin veröffentlicht am
Die Nextcloud Box soll das Aufsetzen einer heimischen Cloud einfach machen.
Die Nextcloud Box soll das Aufsetzen einer heimischen Cloud einfach machen. (Bild: Nextcloud)

Obwohl die Produzenten der Nextcloud Box bereits länger am Markt sind (Canonical, Western Digital und als Owncloud-Entwickler) werfen sie für die Nextcloud Box quasi ihre eher experimentellen Produkte zusammen. WD-Labs ist der Inkubator von Western Digital. Die Firma steuert eine WD10JMVW-USB-3.0-Festplatte mit 1 Terabyte Speicherplatz bei. Von Canonical kommt Snappy Ubuntu Core, das Betriebssystem für IoT-Geräte, das hier in einem der wenigen verfügbaren Produkte im Einsatz ist. Nicht zuletzt vertreiben die Nextcloud-Entwickler, die jahrelang an Owncloud gearbeitet haben, erstmals ihren Owncloud-Fork auf einem physischen Gerät, verpackt als Snap in Ubuntus neuem Paketformat.

Inhalt:
  1. Die Nextcloud Box im Kurztest: Die heimische Wolke ist noch nicht einfach genug
  2. Wachstumsschmerzen, Apps und Snaps
  3. HTTPS mit Let's Encrypt und Fazit

Die Box kostet ungefähr 70 Euro, das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Nicht im Lieferumfang enthalten ist ein Raspberry Pi 2, auf dem das Betriebssystem läuft. Ohne ihn besteht die Box lediglich aus einer 1-Terabyte-Festplatte. Der im Test eingesetzte Raspberry Pi 2 kostet noch mal rund 40 Euro. Künftig soll die Box auch Support für den Raspberry Pi 3 oder den Odroid C2 bieten, für den ersteren Fall nennt das Projekt Ende November als konkreten Termin.

Schräubchen locker

Zielgruppe dürften Menschen sein, die keine Lust haben eine Sync-Lösung selbst aufzubauen und zu konfigurieren. Als Backup-Device kommt die Nextcloud Box hingegen nicht in Frage, für dieses Szenario fehlt schlicht eine zweite Festplatte. Ein wenig Interesse für Technik sollten die Käufer auch mitbringen, denn es gilt, den Raspberry mit vier Schräubchen neben der Festplatte in der Plastikbox zu fixieren und die Geräte korrekt zu verkabeln. Hier ist also milde Handarbeit angesagt.

  • Beim ersten Anmelden bewertet die Nextcloud-Seite auch die Passwortstärke.
  • Nextcloud hat bereits nutzbare Apps an Bord, der Ubuntu Snap Store ließ sich hingegen nicht aktivieren.
  • Ist sie korrekt verkabelt, konfiguriert sich die Nextcloud Box fast von selbst.
Ist sie korrekt verkabelt, konfiguriert sich die Nextcloud Box fast von selbst.

Praktisch ist, dass Magnete den Deckel der Plastikbox festhalten. Die lässt sich dadurch einfach öffnen und schließen. Das hilft nicht nur, wenn der Besitzer einen Schritt vergessen hat. Das Konzept der Macher ist, dass User das eingebaute Board später gegen ein neues und besseres auswechseln. Das könnte unter anderem der USB-Übertragungsgeschwindigkeit helfen, denn offiziell lässt sich die schnelle USB-3-Festplatte nur mit den drei oben genannten USB-2-Boards kombinieren.

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Der getestete Raspberry Pi hatte zwar eine eigene SD-Karte mit Noobs, die aber galt es, gegen die mit der Nextcloud Box ausgelieferte SD-Karte zu tauschen. Der Nutzer verbindet den Raspberry Pi per Netzwerkkabel, das nicht beiliegt, mit seinem Router und versorgt das Gerät am Ende mit Strom.

Der Weg in die Wolke

Der Raspberry Pi lädt und konfiguriert das Betriebssystem beim ersten Start, was etwa acht bis zehn Minuten dauert. Anschließend gibt der Nutzer einen Domainnamen in die URL-Leiste des Browsers ein, im Test ubuntu-standard.lan, um Nextcloud zu erreichen. Notfalls verrät der Kommandozeilenbefehl arp -a ob und unter welchem Namen das Gerät im Netzwerk sichtbar ist.

Das auf einem mitgelieferten Zettel empfohlene ubuntu-standard.local funktionierte im Kurztest nicht, in einem anderen Netzwerk tauchte das System ohne Domainnamen auf. In diesem lässt sich die Weboberfläche von Nextcloud einfach über ihre IP-Adresse ansteuern.

Beim ersten Aufruf erstellen Nutzer einen Benutzernamen und ein Passwort für den Administrator der Box, wobei Nextcloud die Sicherheit des Passworts überprüft. Wem die Fantasie fehlt, der lässt sich über die Kommandozeile eines Linux-Rechners und das Tool Pwgen mit pwgen -s 12 ein ziemlich sicheres Zufallspasswort generieren.

  • Beim ersten Anmelden bewertet die Nextcloud-Seite auch die Passwortstärke.
  • Nextcloud hat bereits nutzbare Apps an Bord, der Ubuntu Snap Store ließ sich hingegen nicht aktivieren.
  • Ist sie korrekt verkabelt, konfiguriert sich die Nextcloud Box fast von selbst.
Beim ersten Anmelden bewertet die Nextcloud-Seite auch die Passwortstärke.

Wer weitere Hilfe braucht, stößt im Anmeldebildschirm zudem auf einen Link zur englischsprachigen Installationsanleitung für Nextcloud Server 9. Laut Eigenwerbung ist allerdings "The latest Nextcloud 10 pre-installed and ready to go". Auf Nachfrage erklärte das Projekt, dass Version 10 erst gegen Ende 2016 auf der Box landen soll, dann immerhin ohne Zutun des Users.

Wachstumsschmerzen, Apps und Snaps 
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Schnarchnase 23. Nov 2016

Ok, dann ist es ein Server bzw. Heimserver wenn man so will. Mit Cloud hat...

oSu. 21. Nov 2016

Wenn es Dich nicht stört ein wenig selber zu schrauben, kann ich diese Lösung nur...

berritorre 18. Nov 2016

Klar. Ist eigentlich völlig bescheuert, aber ich kann es nachvollziehen. Ging mir selbst...

nille02 17. Nov 2016

Wie ich schrieb, ich habe die stable im Anschluss getestet. Das Ergebnis war...

mingobongo 16. Nov 2016

Wahrscheinlich ist es doch bei einem selbst gebauten NAS wie diesen auch gleich viel...


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