Die freien Alternativen zu Adobe CC: Freie Medienbearbeitung ist oft noch Frickelei

Eine Woche ohne Adobes Creative Cloud: Wir haben freie Bild- und Videobearbeitungsprogramme ausprobiert - und sind am Schnitt gescheitert.

Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf veröffentlicht am
Die freie Konkurrenz von Adobe holt auf.
Die freie Konkurrenz von Adobe holt auf. (Bild: Martin Wolf/Golem.de (Montage))

"Es wird furchtbar." Diesen Satz sagt mir ein Skript-Autor der freien Bildentwicklungssoftware Darktable, als ich ihm von meinem Plan erzähle: Ich will eine Woche unter Windows ohne Adobe-Programme arbeiten und stattdessen freie Software verwenden. Ich möchte einen Überblick bekommen, wie es auf der freien Seite der Adobe-Wolke aussieht.

Inhalt:
  1. Die freien Alternativen zu Adobe CC: Freie Medienbearbeitung ist oft noch Frickelei
  2. Videoschnitt mit freier Software
  3. Blender - theoretisch gut

Ich sehe das Projekt verhalten optimistisch. Schon seit längerer Zeit nutze ich Blender als 3D-Programm und schätze auch Audacity für Tonbearbeitung sowie Handbrake zum Konvertieren von Videos sehr. Damit kann ich zumindest die Adobe-Programme After Effects, Audition und den Media Encoder ersetzen.

Nicht so viel weiß ich über Darktable, das für die Fotoentwicklung Adobes Lightroom überflüssig machen soll. Also starte ich damit.

Der erste Eindruck ist gut, das Programm erscheint aufgeräumt und hat eine Oberfläche, in der ich mich innerhalb von 20 Minuten zurechtfinde. Es wirkt etwas technischer als Lightroom. Damit meine ich, dass man als Laie ganz sicher länger braucht, um herauszufinden, was die einzelnen Funktionen machen. Wer oft Fotos entwickelt und die Fachbegriffe kennt, wird hingegen gut durch die Suchfunktion unterstützt.

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Kompliziert ist der Workflow mit Masken - alles, was ich will, ist eine weiche runde Maske zu erstellen, die alles außerhalb des Radius aufhellt und innen gleich lässt. Das ist in Lightroom mit zwei Klicks gemacht, hier sind es wesentlich mehr. Außerdem stürzt Darktable bei dieser Aufgabe mitunter einfach ab.

Woran ich außerdem scheitere: Ich kann die Farbe des Hintergrundrahmens um mein Foto nicht ändern, sie bleibt immer grau. Mein Eindruck von dem Programm ist trotzdem positiv: Darktable ist mit seiner stets aktuellen Sammlung an Rohformaten und seinen vielfältigen Optionen auf jeden Fall eine gute Alternative zu Lightroom, das inzwischen nur noch gemietet werden kann.

Gimp statt Photoshop

Weiter mache ich mit Gimp, das schon lange als freier Photoshop-Ersatz existiert. Auch hier erscheint mir die Lernkurve für Neueinsteiger recht steil. Tutorials oder Hinweise beim ersten Programmstart, wie sie inzwischen bei Adobe üblich sind, fehlen. Mit F1 kann aber eine Kontext-Hilfe zu jeder Funktion aufgerufen werden, die sich unter dem Mauszeiger befindet.

Adobe Creative Cloud All Apps | 1 Jahr | PC/Mac | Download

Technisch kann Gimp punkten: Hohe Farbtiefen, Farbmanagement und die üblichen Ebenen, Masken und Überblendmodi sind alle vorhanden. Auch schön: Mehrere Bilder lassen sich gleichzeitig in Tabs öffnen.

  • Gimp ist eine vielseitige Photoshop-Alternative. (Screenshot: Golem.de)
  • Darktable ist als Ersatz für Lightroom sehr gut einsetzbar. (Screenshot: Golem.de)
  • Mitunter ist es aber etwas instabil. (Screenshot: Golem.de)
  • Shotcut scheint beim Proxy-Encoding nicht wirklich von unserer GPU Gebrauch zu machen. (Screenshot: Golem.de)
  • Openshot bietet nur einfache Bearbeitungsfunktionen. (Screenshot: Golem.de)
  • Blender ist als Video-Editor zu umständlich. (Screenshot: Golem.de)
  • Olive sieht vielversprechend aus, ist aber noch in der Entwicklung. (Screenshot: Golem.de)
  • Kdenlive hat umfangreiche Funktionen, allein die Performance ist unter Windows nicht ausreichend. (Screenshot: Golem.de)
Gimp ist eine vielseitige Photoshop-Alternative. (Screenshot: Golem.de)

Zudem kann Gimp in begrenztem Maße auch Photoshops .psd-Dateien öffnen, bearbeiten und speichern. Es funktionieren jedoch nicht alle Einkopiermodi und bei komplexen Ebenengruppen kommt es zu Fehlern.

Gewöhnungsbedürftig ist das Einfügen maskierter Bildinhalte: Sie werden in einer schwebenden Auswahl gehalten und müssen dann entweder einer Ebene hinzugefügt oder als neue Ebene definiert werden. Aber wer sich ein paar neue Tastenkürzel merken kann und sich auf Gimp einlässt, bekommt eine ziemlich gute Photoshop-Alternative mit großem Funktionsumfang.

Was fehlt, sind neue KI-Werkzeuge und stabile Grafiktablet-Unterstützung. Ebenenstile (wie Schattenwurf oder abgeflachte Kanten) gibt es nur per Plugin, Einstellungsebenen sind nicht vorhanden. Diese kommen auch nicht in der Version 3, sondern eher später. Beide sind für nicht-destruktives Arbeiten wichtig - aber nicht unbedingt für mich.

Wirklich schwierig wird es beim Videoschnitt.

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Videoschnitt mit freier Software 
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Tiles 24. Mär 2022 / Themenstart

Auch hier Freie Software != Linux. Nein, ist sie nicht. Die allermeiste freie Software...

Tiles 23. Mär 2022 / Themenstart

Naja, beim Videoschnitt hat er aber die Segel gestrichen weil es einfach nicht ging...

Tiles 23. Mär 2022 / Themenstart

Doch, gibt es. Das ist die Kunst beim UI UX Design. Komplexe Vorgänge so weit zu...

Kein Kostverächter 22. Mär 2022 / Themenstart

Du stellst hier aber auch Behauptungen auf, die so nicht stimmen. Ich höre eigentlich...

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