Blender - theoretisch gut

Blender bringt zumindest in der Theorie alle möglichen Optionen für den Videoschnitt mit. Auch wenn das Programm eigentlich für die 3D-Bearbeitung konzipiert ist, enthält es viele Möglichkeiten der Bild- und Videobearbeitung. Ich habe sogar ein komplettes Video in einer einzigen Kamerafahrt in Blender realisiert und war erstaunt, wie leicht das ging. Die initiale Lernkurve ist jedoch extrem steil, wenn man das Programm vorher noch nie benutzt hat.

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Obwohl ich recht firm bin, will ich mir vorher doch noch ein Youtube-Tutorial ansehen. Ich bekomme ein sehr ungutes Gefühl, als der Sprecher folgenden Satz sagt: "Das läuft hier alles recht langsam und ruckelt, aber das bekommt man hin, wenn man die Videovorschau beim Abspielen abschaltet."

Auf der Haben-Seite: Blender erstellt automatisch Proxys und kann dann auch problemlos alles in Echtzeit zeigen. Dabei greift es jedoch nicht auf die GPU zurück, also ist Warten angesagt. Der finale Export per ffmpeg ist hingegen CUDA-unterstützt und flott. Mehrere Timelines und Nesting funktionieren über einen Trick: einfach mehrere Instanzen von Blender aufmachen. Das ist genauso spaßig, wie es sich liest.

Der Workflow mit Blender basiert auf dem Schnitt in der Timeline. Das heißt, ich kürze oder verlängere Clips und schiebe sie hin und her. Compositing geht über einen Node-basierten Editor, der wie auch alles andere in Blender viele mächtige Funktionen versteckt hält.

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Das meine ich ganz wörtlich: Als Einstieg in den Videoschnitt oder die Nachbearbeitung ist Blender so ziemlich das unzugänglichste Programm, das man sich vorstellen kann. Trotz meines Vorwissens finde ich den Workflow für die Videobearbeitung umständlich und von zu vielen Klicks auf versteckte Menüs unterbrochen. Manchmal weiß ich nicht genau, ob ich eine Option nur falsch aktiviert habe oder das Programm einfach fehlerhaft reagiert. Man merkt jederzeit, dass die Videobearbeitung keinesfalls die Kernfunktion von Blender ist.

Mein Vorwissen bringt mich zumindest an den Punkt, an dem ich meine Timeline exportieren darf. Dann stelle ich fest, dass Blender ein Problem hat, wenn die Bildraten der Clips in der Timeline nicht übereinstimmen. Es ist geplant, den sträflich vernachlässigten Video Sequence Editor in Blender weiterzuentwickeln - aber derzeit kommt Videoschnitt damit zumindest für mich nicht in Frage.

Auf den ersten Blick sehr interessant wirkt Olive - es soll einen Node-basierten Effekt-Workflow, professionelle Farbkorrektur und gute Performance bieten. Es gibt nur ein Problem: Das Programm befindet sich noch im Alpha-Stadium. Es sieht aber sehr vielversprechend aus.

Adobe Creative Cloud All Apps | 1 Jahr | PC/Mac | Download

Potenzial statt Professionalisierung

Wer privat oder in einem medienpädagogischen Projekt an einem Film arbeitet, dem empfehle ich Shotcut oder das simple Openshot. Wer sein Geld mit Videobearbeitung verdient, sollte hingegen bei den proprietären Programmen bleiben - schließlich gibt es dort auch einige kostenlose Varianten.

Für Bildbearbeitung gilt das nicht im gleichen Umfang. Je nach Anspruch und Schwerpunkt können Darktable und Gimp meiner Meinung nach einen guten Ersatz für die Adobe-Software darstellen. Aber auch hier stoßen Pixel-Profis an Grenzen - seien es die fehlenden Ebenen-Einstellungen bei Gimp oder das mitunter hakelige und instabile Verhalten von Darktable.

Bin ich nach einer Woche reumütig in den Schoß von Adobe zurückgekehrt? Nein, es waren lediglich zwei Tage, bis ich den Versuch mit den alternativen Schnittprogrammen abbrechen musste - irgendwann sollte das Projekt, an dem ich saß, einfach fertig werden.

Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Zeitersparnis, die sich durch die enge Verzahnung der Adobe-Programme ergibt. Eine Änderung in einer Ebene eines Photoshop-Bildes wird beispielsweise sofort in Premiere Pro übernommen. Kollaboratives Arbeiten per Cloud unterstützt keines des freien Programme - lediglich Blender bietet einige rudimentäre Werkzeuge dafür.

Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben - irgendwann werde ich es noch einmal versuchen und vielleicht wird es dann nicht furchtbar.

Der Autor arbeitet seit 1999 wechselnd mit Premiere (Pro), Final Cut, Avid und DaVinci Resolve.

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 Videoschnitt mit freier Software
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Tiles 24. Mär 2022

Auch hier Freie Software != Linux. Nein, ist sie nicht. Die allermeiste freie Software...

Tiles 23. Mär 2022

Naja, beim Videoschnitt hat er aber die Segel gestrichen weil es einfach nicht ging...

Tiles 23. Mär 2022

Doch, gibt es. Das ist die Kunst beim UI UX Design. Komplexe Vorgänge so weit zu...

Kein Kostverächter 22. Mär 2022

Du stellst hier aber auch Behauptungen auf, die so nicht stimmen. Ich höre eigentlich...



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