Zwei Wege zum Ziel: Cracker oder Methanol

Die beiden möglichen Routen - Methanol-to-Olefin oder Fischer-Tropsch-Synthese plus Cracker - haben verschiedene Vor- und Nachteile. Der Verband der Chemischen Industrie geht in seiner Roadmap davon aus, dass es vor allem die Fischer-Tropsch-Synthese sein wird, welche künftig Rohstoffe für die Industrie liefert.

Stellenmarkt
  1. Ingenieur (m/w/d) Netzberechnung Datenhaltung
    Amprion GmbH, Pulheim
  2. Netzwerkadministrator (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg
Detailsuche

In Sachen Energieeffizienz lägen beide Pfade ungefähr gleichauf, erläuterte Jörg Rothermel, Abteilungsleiter Energie, Klimaschutz und Rohstoffe beim Verband der Chemischen Industrie, im Gespräch mit Golem.de.

Für die Chemieunternehmen hat die Fischer-Tropsch-Synthese aber den Vorteil, dass sie ihre bestehenden Steamcracker weiter nutzen und dabei schrittweise auf klimaneutrale Verfahren umstellen können.

"Wir haben die Cracker ohnehin da stehen", sagte Rothermel. "Wenn ich bei der Cracker-Route bleibe, ist damit der Übergang leichter." So könne man zunächst die Öfen der Cracker auf elektrische Beheizung und später die Rohstoffbasis auf E-Naphtha umstellen.

Pyrolyseöl braucht Cracker zur Weiterverwertung

Golem Akademie
  1. Adobe Photoshop für Social Media Anwendungen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    29./30.06.2022, virtuell
  2. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Doch es gibt laut Rothermel noch einen weiteren, weniger offensichtlichen Grund für das Beibehalten der Cracker-Technologie: Neben Power-to-X-Rohstoffen könnte chemisches Recycling eine wichtige Rolle bei der Rohstoffbeschaffung der chemischen Industrie spielen. Hierbei werden Abfälle chemisch zerlegt und wieder als Rohstoff verwendet.

Eine Möglichkeit ist die Pyrolyse von Kunststoffabfällen. Unter Sauerstoffausschluss werden die Kunststoffe bei hohen Temperaturen zersetzt. Bei diesem Verfahren entsteht Pyrolyseöl, das als Ersatz für Naphtha dienen könnte.

Auch entsteht bei der Pyrolyse Synthesegas, das man wiederum in Methanol umwandeln könnte. In den bisherigen Pilotprojekten zum Pyrolyse-Recycling wird dieses Gas meist verbrannt, um Energie zu erzeugen. Die Rohstoffausbeute wäre höher, wenn man sowohl das Synthesegas als auch das Pyrolyseöl weiternutzen und die Energie elektrisch bereitstellen würde.

Das spricht dafür, sowohl die Cracker-Technologie als auch die Methanol-to-Olefin-Technik parallel zu nutzen. Das Pyrolyseöl könnte im Cracker verarbeitet und das Synthesegas zu Methanol umgewandelt werden.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Chemisches Recycling: Pyrolyse oder Vergasung von Abfällen

Auch beim chemischen Recycling gibt es einen ganz anderen Weg, den man gehen könnte. Neben der Pyrolyse wird hier die Vergasung von Abfällen diskutiert - eine Technik, die der bereits erwähnten Kohlevergasung ähnlich ist. Die Abfallvergasung erzeugt Synthesegas, das in Methanol umgewandelt werden kann, und eignet sich als Rohstoffbasis für die Methanol-to-Olefin-Technik.

Für die Methanol-to-Olefin-Route spricht, dass ihre Einzelkomponenten alle bereits in realen Anlagen in industriellem Maßstab laufen. Bei der Fischer-Tropsch-Technik gilt das nur eingeschränkt. Zwar gibt es vereinzelte Anlagen, die müssten aber optimiert werden, sowohl was den Input als auch die produzierten Produkte angeht.

Jörg Rothermel vom VCI geht davon aus, dass es eine Mischung aus den verschiedenen Technologien geben wird - sowohl bei Power-to-X als auch beim chemischen Recycling. Was für alle diese Technologien gilt: Man benötigt dafür sehr viel Strom.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Von der Kohlechemie lernenGigantische Mengen an Strom nötig 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9.  


HabeHandy 25. Apr 2022 / Themenstart

In der Stadt wäre Fernwärme die Lösung. Langfristig als Niedertemperatur-Fernwärme in...

HabeHandy 25. Apr 2022 / Themenstart

Idealer wäre es wenn man die "Abfall"-stoffe in einen Prozess als Rohstoff für einen...

Ach 24. Apr 2022 / Themenstart

Ja, die erste Brennstoffzelle befreit die angesaugte Luft vom CO2, was die Voraussetzung...

Padina 19. Apr 2022 / Themenstart

Um 1930 konnte Deutschland mit den Ostgebieten gut 60 Millionen Menschen ernähren. Die...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  2. Einstieg in Linux mit drei Online-Workshops
     
    Einstieg in Linux mit drei Online-Workshops

    Linux-Systeme verstehen und härten sowie die Linux-Shell programmieren - das bieten drei praxisnahe Online-Workshops der Golem Akademie.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Milliarden-Übernahme: Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter
    Milliarden-Übernahme  
    Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter

    Mit Blick auf die Zählung von Spam-Konten bei Twitter hat Elon Musk gefragt, ob die mehr als 200 Millionen Twitter-Nutzer angerufen worden seien.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /