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Dick Tracy: Wie Warren Beatty die Lizenzgeber seit Jahren foppt

Dick Tracy war einer der großen Comic-Filme der frühen 90er Jahre. Erstaunlicherweise gab es nie ein Sequel. Der Grund heißt Warren Beatty.
/ Peter Osteried
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Warren Beatty hat mit Dick Tracy einen der visuell eindrucksvollsten Comic-Filme überhaupt erschaffen (Bild: Disney)
Warren Beatty hat mit Dick Tracy einen der visuell eindrucksvollsten Comic-Filme überhaupt erschaffen Bild: Disney

Hollywood setzt gerne auf vergangene Erfolge: Michael Keaton spielte mehrmals Batman, Sylvester Stallone Rambo und Arnold Schwarzenegger den Terminator. Dick Tracy ist derweil ein Solitär.

Allerdings wird Warren Beatty alle paar Jahre für ein 20-minütiges Special zu Dick Tracy, das dann auf einem obskuren Sender zu später Stunde läuft. Innerhalb einer gewissen Zeitspanne muss Beatty nämlich ein neues Dick-Tracy-Projekt produzieren, um die Filmrechte an der Figur zu behalten.

Merkwürdige Specials

Ein Beispiel ist laut einem Bericht von Indiewire(öffnet im neuen Fenster) die Sendung Tracy Zooms in, in dem Beatty in Mantel und Hut von Dick Tracy dasitzt und sich mit den Filmkritikern Leonard Maltin und Ben Mankiewicz unterhält. Das Ganze ist kein Interview – eher ein langer Monolog Beattys. Es zählte indes als neues Dick-Tracy-Projekt. Schon 2010 gab es ein solches Special.

Über die Filmrechte gab immer wieder Streit – bereits vor dem Kinofilm. Nach vielen Anläufen inszenierte Beatty ihn für Disney selbst und spielte die Hauptrolle. Er erschuf einen Film, der mit seinem einzigartigen Stil aussah, als wären die Comics zum Leben erwacht. Die Produktion war ein großer Erfolg.

Prozesse um die Filmrechte

Beatty hatte die Rechte im Jahr 1985 erworben, 2002 kam es zum Rechtsstreit mit Tribune Media Services, die ebenfalls angaben, die Rechte zu besitzen. Beatty gewann den Prozess, 2005 folgte indes ein weiterer, als er Tribune verklagte, weil die Firma eine eigene Dick-Tracy-Fernsehserie entwickelte.

Vier Jahre lang wurde gestritten, dann entschied das Gericht zu Gunsten Beattys, der die Rechte behielt – wenn er innerhalb einer gewissen Zeit immer wieder ein neues Projekt für Film oder Fernsehen produzierte. Die besagten Specials, die spätnachts bei dem US-Sender TCM ausgestrahlt werden, reichen, um die Rechte zu behalten.

Sehenswert sind sie nicht, aber solange Beatty lebt, wird er sie wohl weiter produzieren. Erst wenn das nicht mehr erfolgt, fallen die Filmrechte an Dick Tracy irgendwann an die ursprünglichen Lizenzgeber zurück.


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