Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Diamond Rapids & Crescent Island: Intel gibt Ausblick auf nächste Xeon- und GPU-Generation

Computex 2026
Intel zeigt ein erstes Bild der kommenden P-Core-Xeons. Crescent Island kommt ins Nvidia-Ökosystem und wird und wohl einen Desktop-Ableger bekommen.
/ Johannes Hiltscher
1 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der Aufbau der Diamond-Rapids-CPU erinnert eher an AMDs Epycs als an vorherige Xeons. (Bild: Intel)
Der Aufbau der Diamond-Rapids-CPU erinnert eher an AMDs Epycs als an vorherige Xeons. Bild: Intel

Im Rahmen der Messe Computex hat Intel bekannt gegeben, dass die nächste Xeon-Generation mit P-Cores definitiv erst 2027 auf den Markt kommt. Die Compute Tiles mit den Panther-Cove-Kernen werden mit dem optimierten Intel 18A-P-Prozess gefertigt, mit dem noch 2026 die Serienfertigung beginnen soll. Die Dies sind, so zeigt es eine erste gerendete Ansicht der CPU, deutlich größer als bei den mit Intel 18A gefertigten E-Core-Xeons (Clearwater Forest).

Wie bei Clearwater Forest nutzt Intel aber wieder ein per Hybrid Copper Bonding (Foveros Direct) angebundenes aktives Base Tile. Der Aufbau des Package erinnert dabei stark an AMDs Epycs: Die Compute Tiles sitzen am Rand, in der Mitte zwei IO-Dies, welche die Compute Tiles verbinden und PCIe- sowie Speichercontroller enthalten.

Daneben bestätigte Intel bereits kursierende Gerüchte: Diamond Rapids kommt mit bis zu 50 Prozent mehr Kernen als Granite Rapids, sprich maximal 192. Die CPUs sind auf hohe Speicherbandbreite ausgelegt.

Sie soll doppelt so hoch sein wie bei Granite Rapids, wofür bis zu 16 Speichercontroller verantwortlich sind. Diese werden wohl die zweite Generation der Multiplexer Combined Ranks DIMMS (MRDIMMs) mit einer Bandbreite von 12.800 MT/s unterstützen.

Crescent Island rechnet nur, Xe3P wohl auch für Desktop

Eine gerenderte Ansicht der nächsten Rechen-GPU, intern Crescent Island genannt, zeigte Intel bereits 2025. Nun nannte der Hersteller einige neue Details zur Xe3P-GPU: So wird Crescent Island, anders als aktuelle Arc Pro, keine Grafikausgabe ermöglichen. Es handelt sich wie bei Nvidias GPUs für Rechenzentren um eine reine Rechen-GPU.

Neben KI zielt Intel wohl wie mit den bisherigen Datacenter-GPUs auch auf wissenschaftliches Rechnen. Der Hersteller hob hervor, dass auch das Rechnen mit in diesem Bereich verbreiteten 64-Bit-Gleitkommazahlen unterstützt werde. Wie die Leistung skaliert, bleibt aber abzuwarten.

Die Roadmap deutet auch darauf hin, dass Intel auf Basis von Xe3P weiterhin neue Desktop-GPUs plant. Die aktuelle Xe3-Generation hingegen wird nur für iGPUs genutzt.

Intel unterstützt zudem mehr Speicher als bislang bekannt: Hersteller sollen GPUs mit bis zu 480 GByte LPDDR5X-Speicher ausstatten können. Intels Referenzmodell wird allerdings wie geplant nur 160 GByte bekommen. Bei 20 Speichercontrollern wären für die Maximalbestückung allerdings 192-GBit-Chips erforderlich, deren Fertigung Hersteller wohl direkt beauftragen müssten.

Viel RAM mit wohl hoher Bandbreite

Ein kürzlich geleaktes Bild, das die Platine der Crescent-Island-GPU zeigen soll, legt nahe, dass der Speicher mit 1.280 Bit angebunden ist: Es werden, soweit anhand des Footprints erkennbar, WFBGA- oder VFBGA-Speicherchips mit 563 Kontakten verbaut. Diese werden aktuell nur für Chips mit 64-Bit-Anbindung genutzt. Bei Nutzung von Chips mit 9.600 MT/s könnte Crescent Island so eine Speicherbandbreite von rund 1,5 TByte/s erreichen.

Anhand der Parameter weckt Crescent Island Assoziationen zu Nvidias geplanter, aber mittlerweile(öffnet im neuen Fenster) sehr sicher verworfenen Rubin CPX (g+). Umso interessanter ist damit, dass Crescent Island in Nvidias Orchestrierungsplattform Dynamo eingebunden werden soll. Damit ermöglicht Nvidia erstmals heterogene Systeme, in denen Inferenz auch auf Hardware eines anderen Herstellers läuft.

Intel selbst wird in der KI-Oberklasse vorerst nicht mitspielen. Hier soll stattdessen die Partnerschaft mit Sambanova Ersatz schaffen(öffnet im neuen Fenster). Intel will dessen Reconfigurable Dataflow Unit(öffnet im neuen Fenster) (RDU) SN50 als Alternative anbieten.


Relevante Themen