Diablo 3 Reaper of Souls im Test: Klick-Tod dem Tod

Reaper of Souls erweitert Diablo 3 für Solospieler in erster Linie um einen fünften Akt. Dieser spielt außer in der Stadt Westmark auch in Mooren und auf den Ebenen des Wahnsinns. Ziel ist es, den Todesengel Malthael zu besiegen. Viele Nebenmissionen und die weitläufigen Areale gefallen uns gut. Die Erweiterung ist deutlich düsterer gestaltet als die vier Akte des Hauptspiels, die musikalische Untermalung überaus stimmungsvoll.

Je nach Spielweise dauert ein Durchgang vier bis acht Stunden. Der neue Akt ist wie das Hauptspiel für den Mehrspielermodus mit bis zu drei Freunden optimiert. Spielt man alleine, arten immer wieder Passagen in dröge Schlägereien aus. Trotzdem motiviert Reaper of Souls zum einmaligen Durchspielen. Das bisschen Mausklickerei für immer bessere Ausrüstung lohnt sich einfach. Von Blizzards Feintuning für höhere Level, den Synergien zwischen den Charakteren und den neuen Fähigkeiten werden Solospieler aber so gut wie nichts bemerken. Nach dem Endkampf wartet zudem keine schicke CGI-Sequenz, sondern nur eine Abfolge von animierten Artworks.
Gegner wie der Seelenernter sind mit ihren Flügeln und Sensen stark an das Aussehen des Todesengels Malthael angelehnt; insbesondere die Maiden. Neben neuen (Elite-)Monstern hat Blizzard auch alte Bekannte wie Zombies recycelt, diese sind jedoch deutlich stärker als vorher.









Die neue Charakterklasse, den Kreuzritter, haben wir direkt im Hardcoremodus ausprobiert, in dem wir nur ein Leben besitzen. Der dick gepanzerte Nahkämpfer erinnert an den Paladin aus Diablo 2 und hat sich auf heilige Magie spezialisiert. So wirft er glühende Hämmer oder lässt eine Lichtwelle aus seinem Schild brechen.
Neue Mystikerin, dafür kaum noch Tauschgeschäfte
Die Suchtspirale hat Blizzard durch Loot 2.0 optimiert, erst jetzt wirkt sie in vollem Umfang. Sollte ein Gegenstand nur teilweise überzeugen, so hilft - Gold und neue Baumaterialen vorausgesetzt - die Mystikerin: Eine Eigenschaft darf beliebig oft gewürfelt werden (etwa Intelligenz statt Stärke), optional erhalten Items für 500 Gold ein anderes Aussehen.
Das aus dem Spiel genommene Auktionshaus bedingt leider, dass Account-gebundene Gegenstände (also legendäre und Set-Items) einzig für zwei Stunden mit anderen Spielern tauschbar sind und nur dann, wenn diese zum Zeitpunkt des Fundes mit in der Gruppe waren.

Level 70 und der Abenteuer-Modus
Die Erweiterung hebt die Level-Grenze von 60 auf 70 an. Neue aktive Fähigkeiten für unsere Zauberin sind ein schwarzes Loch, das Gegner ansaugt und passive wie Verwegenheit, die den Schaden um 15 Prozent erhöht. Das schwarze Loch ist für Solospieler wenig interessant, in der Gruppe aber sehr hilfreich: In ihm gefangene Gegner erleiden Schaden und sind zugleich ein leichtes Opfer für Nahkämpfer und oder weitere Zaubersprüche.
Wer seine Ausrüstung erspielt und nicht im Auktionshaus eingekauft hat, findet in Reaper of Souls schnell gute Ausstattung. Oft ist ein seltener Gegenstand mit Stufe 63 oder 64 bereits besser als ein legendärer mit Stufe 60. So haben wir in drei Stunden im fünften Akt den Schadenswert knapp verdoppelt, drei Set-Items eingesammelt und hochwertige Edelsteine erbeutet.









Nach der Kampagne soll Reaper of Souls durch den Abenteuermodus spannend bleiben: Hier erhält die Spielfigur in allen fünf Akten Kopfgeld-Quests, bei denen es besonders starke Gegner zu erledigen gilt. Ist dies geschafft, gibt es eine Blutscherbe als Belohnung, die Händler gegen Gegenstände tauschen, und einen Schlüsselstein, der ein Nephalem-Portal öffnet. Dahinter warten zufällige Monsterarten auf zehn Ebenen, am Ende hoffentlich mächtige Gegenstände.
Verfügbarkeit und Fazit
Diablo 3 Reaper of Souls ist seit dem 25. März 2014 für den PC und Mac OS erhältlich. Das Hack and Slay hat eine Jugendfreigabe ab 16 Jahren erhalten und kostet 40 Euro.
.jpg)
Fazit
Reaper of Souls richtet sich an Spieler, denen es Spaß macht, mit Freunden Gegenstände zu farmen. Solospieler dürften dagegen vom Umfang, der Handlung und nur einer neuen Charakterklasse enttäuscht sein. Da gab es in der Vergangenheit von Blizzard mehr für weniger Geld.
Spielerisch wird das Grundspiel deutlich optimiert. Die Mystikerin haben wir während des Tests gerne besucht: So funktioniert die wichtige Suchtspirale nun wie gewünscht. Auch die neuen Gebiete und die düstere Atmosphäre überzeugen.
Warum Blizzard aber den Handel zwischen Spielern einschränkt, verstehen wir nicht. Ein optionaler Offline- oder LAN-Modus fehlt immer noch. Außerdem vermissen wir neue Ideen, die Geschichte zu erzählen. Dröge Textfenster, Sprachausgabe und die Top-down-Perspektive sind nicht mehr zeitgemäß. Das weiß eigentlich auch Blizzard - genau deswegen gibt es zum Beispiel in Starcraft 2 die cineastischen Storypassagen in einer extra dafür programmierten Grafikengine.



