Diablo 2 Resurrected: Entwickler äußern sich zu Blizzard-Boykott

Am 23. September 2021 erscheint Diablo 2 Resurrected für Windows-PC und Konsolen. Für Fans der Serie stellt sich die Frage: Einfach kaufen – oder lieber nicht, um den Publisher Activision Blizzard kollektiv unter Druck zu setzen, damit die Arbeitsbedingungen in den Entwicklerstudios verbessert werden?
Im Gespräch mit dem Magazin Axios hat sich jetzt Designchef Rob Gallerani(öffnet im neuen Fenster) über diese Entscheidung geäußert. Er sagt salomonisch, dass die Spieler "das tun sollen, was sich für sie richtig" anfühlt.
Nach seinen Angaben seien in Diablo 2 – anders als unter anderem in World of Warcraft – keine Verweise auf Personen gefunden worden, die in irgendeinem Zusammenhang mit der Klage der kalifornischen Department of Fair Employment and Housing gegen Activision Blizzard stehen.
Wegen der Klage, in der es unter anderem um Diskriminierung und Sexismus geht, sei allerdings die Darstellung der Amazone etwas verändert worden. Sie sehe nun mehr wie eine Kriegerin aus und nicht wie eine Figur, die "gerade aus einem Nachtclub kommt" .
Der Artikel von Axios verweist außerdem darauf, dass Resurrected primär bei dem zu Blizzard gehörenden Entwicklerstudio Vicarious Vision entstehe, bei dem auch Gallerani arbeitet. Das Team hat seinen Sitz in New York und ist nicht direkt von der Klage der kalifornischen Behörde betroffen.
Bereits im Juli 2021 hatte die Blizzard-Mitarbeiterin Tami Sigmund auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) geschrieben, dass sie durchaus verstehen könne, wenn die Spieler mit ihrem Geld keine Firma unterstützen wollten, mit deren Moralvorstellungen sie nicht übereinstimmen.

Anderseits, schreibt Sigmund, würden ihre Boni auch vom wirtschaftlichen Erfolg abhängen. Unter Umständen bedeuteten niedrige Verkaufszahlen, dass sie sich die Betreuung für ihr Kind nicht leisten könne.
Serienerfinder will Diablo 2 Resurrected boykottieren
Im Netz finden sich – wenig überraschend – keine Aufforderungen von Blizzard-Angestellten, das Unternehmen zu boykottieren. Öffentlich hat sich allerdings David Brevik , einer der Erfinder von Diablo, im September 2021 geäußert.
Brevik, der schon lange nicht mehr bei Blizzard arbeitet, hatte in seinem Blog geschrieben, dass er sich nicht mit Diablo 2 Resurrected beschäftigen werde. Er freue sich aber, dass die "Mitarbeiter bei Blizzard sich vor dem Management behaupten und Veränderungen fordern. Ich unterstütze sie mit ganzem Herzen."