DHL-Paketkopter: Post testet fliegende Arzneimittel-Lieferung nach Juist

Eine Apotheke auf der Nordsee-Insel Juist soll ihren Nachschub künftig per Drohne bekommen: Die Deutsche Post startet Ende dieser Woche ein Pilotprojekt mit einer Transportdrohne. Der Feldversuch soll bis Ende des Jahres 2014 laufen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
DHL-Postkopter 2.0: jeden Flug einzeln anmelden
DHL-Postkopter 2.0: jeden Flug einzeln anmelden (Bild: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL)

Mit einem Quadcopter will DHL, das Logistikunternehmen der Deutschen Post, künftig Arzneimittel auf Juist liefern. Jeweils freitags soll der DHL-Paketkopter ein Paket mit Medikamenten auf die Nordseeinsel fliegen. Ein Testlauf dieser Tage war bereits erfolgreich. Der Feldversuch soll zunächst bis Ende des Jahres dauern.

Der DHL-Paketkopter 2.0 basiert auf dem Quadrocopter MD-4000, der von dem Siegener Unternehmen Microdrones gebaut wird. Das von vier Rotoren angetriebene unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) kann etwa 90 Minuten in der Luft bleiben.

Stromlinienförmiger Nutzlastbehälter

Der erste unbemannte Medikamententransport ist für den kommenden Freitag geplant - abhängig vom Wetter, versteht sich. Auf seinem Flug über das Watt wird das Fluggerät mit einer Nutzlast von etwa 1,2 Kilogramm beladen. Dafür wurde eigens ein Behälter gebaut, der unter der Drohne angebracht ist. Darin werden die Arzneimittel wasserdicht verstaut.

Das gelbe UAV wird am Hafen von Norddeich, einem Stadtteil von Norden starten und dann autonom zu der zwölf Kilometer entfernten Insel Juist fliegen. Dort wird es ebenfalls in Küstennähe landen, so dass es nicht über bewohntes Gebiet fliegt. Navigiert wird per GPS. Die Flughöhe wird etwa 50 Meter Höhe betragen, die Geschwindigkeit knapp 30 Kilometer pro Stunde. Der Quadrocopter kann aber auch schneller: Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 50 Kilometern pro Stunde.

Überwachung des Fluges

Eine mobile Bodenstation überwacht von Norddeich aus den Flug und kann im Notfall eingreifen. Ein komplett autonomer Flug außerhalb der Sichtweite eines Drohnenpiloten ist nach der deutschen Luftverkehrsordnung nicht erlaubt. Obwohl DHL für die Flüge die Genehmigungen von der Flugsicherung, der Nationalparkverwaltung Wattenmeer und anderen Stellen hat, muss der jeder Flug extra angemeldet werden.

Unternehmen wie DHL oder Amazon planen seit gut einem Jahr den Versand von Gütern mit UAVs. Den Anfang machte Amazon mit der Ankündigung des Programms Amazon Prime Air. DHL zog kurz darauf nach und demonstrierte auch gleich, wie das gehen kann: Die Bonner ließen einen Paketkopter eine Medikamentenlieferung auf die andere Rheinseite bringen. Google bereitet ebenfalls einen Drohnenlieferdienst vor.

  • Der DHL-Paketkopter 2.0 im Anflug: Das UAV basiert auf dem MD-4000 von Microdrones. (Foto: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL/Microdrones)
  • Gestartet wird in Norddeich am Strand. Auf Juist landet das UAV ebenfalls am Strand - von Menschen genutztes Gebiet wird nicht überflogen. (Foto: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL/Microdrones)
  • Die Arzneimittel werden in einem stromlinienförmigen Behälter transportiert. (Foto: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL/Microdrones)
Der DHL-Paketkopter 2.0 im Anflug: Das UAV basiert auf dem MD-4000 von Microdrones. (Foto: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL/Microdrones)

Der kommerzielle Betrieb von Drohnen ist jedoch hierzulande, ebenso wie in den USA, streng geregelt. Entsprechend stolz ist DHL, die Genehmigung für das Pilotprojekt bekommen zu haben. "Erstmals darf mit dem DHL Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite des Piloten in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen", sagt Jürgen Gerdes, Mitglied des Post-Vorstands, der Nachrichtenagentur dpa. "Das ist ein regulärer Flugbetrieb."

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