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Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn

Wer lächelt, ist froh - zumindest in der Interpretation eines Computers. Die gängigen Systeme zur Emotionserkennung interpretieren den Gesichtsausdruck als internes Gefühl. Die interne Gefühlswelt ist jedoch sehr viel komplexer. Ein Projekt des DFKI entwickelt ein System, das Gefühle besser erkennen soll.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Werkzeug zur Analyse des Verhaltens von Probanden in Bewerbungsgesprächen: Computer-gestütztes System soll Gefühle eines Menschen simulieren.
Werkzeug zur Analyse des Verhaltens von Probanden in Bewerbungsgesprächen: Computer-gestütztes System soll Gefühle eines Menschen simulieren. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

"Frau Schneider" steht an der Tür zu dem Büro im Institut für Informatik der Universität des Saarlands in Saarbrücken. Sie ist Trainerin für Bewerbungsgespräche. Doch als Patrick Gebhard die Tür aufschließt, ist niemand im Raum. Zu sehen ist nur ein Tisch, zwei Kameras und ein großer Bildschirm. Auf diesem existiert Frau Schneider.

Inhalt:
  1. Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
  2. Versuch einer Theorie für computerlesbare Gefühle
  3. Computer simuliert Emotionszustände

Die Trainerin ist eine virtuelle Figur, ein Avatar - und recht forsch: "Bevor wir beginnen, eine kurze Frage: Woher haben Sie denn dieses Outfit? Irgendwie passt Ihnen das nicht wirklich", teilt sie der Probandin auf der anderen Seite des Tisches mit und fragt, als sei diese nicht schon verlegen genug, gleich nach der Eignung für die ausgeschriebene Stelle.

Die Antwort scheint der virtuellen Frau Schneider nicht zu gefallen: "Was Sie erzählt haben, haben alle anderen Bewerber auch schon gesagt. Sie haben da jetzt nicht gerade herausgestochen", entgegnet sie schnippisch und macht gleich offensiv weiter: "Wie gehen Sie mit Kritik um?" Zwar kann die Probandin kontern, sie könne gut mit Kritik umgehen, doch die Verunsicherung ist ihr anzumerken.

So läuft nicht jedes Training. Für die Vorführung hat Patrick Gebhard, Leiter der Forschungsgruppe Affective Computing Group des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), eine Variante mit schambehafteten Fragen ausgewählt, bei denen das Aussehen oder die Fähigkeiten der Person direkt infrage gestellt werden. Auf einem Tablet sieht Gebhard genau, wo im Ablauf das Gespräch gerade ist, auch, ob im technischen Aufbau alles funktioniert, wie es soll. Im Notfall kann er darüber auch in ein Gespräch eingreifen.

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Wichtig ist die Reproduzierbarkeit: Die Gespräche laufen nach vorgefertigten Skripten ab, die von Soziologen und Psychologen, aber auch von Theaterautoren verfasst werden. Sie sind für alle Probanden gleich. Zur Gegenprobe lassen die Forscher noch Interviews mit Schauspielern führen. Sie können dann vergleichen, ob die Kommunikation mit einem Menschen anders verläuft als mit einer virtuellen Figur. Das gelte vor allem für die schambehafteten Fragen, sagt Gebhard.

Ziel des Projekts ist es, Probanden, vor allem Jugendliche, auf ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten. "Damit habe ich die Interview-Situation schon einmal erlebt und weiß, was auf mich zukommt", beschreibt Projektleiter Gebhard. So etwas lasse sich mit einem Buch oder einem Videotraining nicht simulieren.

Der Avatar ist unparteiisch

Einen Coach zum Trainieren kann sich nicht jeder leisten, die Menschen im persönlichen Umfeld sind oft nicht unvoreingenommen. "Mit den Eltern ist es vielleicht schwierig, weil sie Erwartungen an ihr Kind haben. Der Freund oder der Kollege könnten Rivalen sein, auch wenn ihnen das gar nicht bewusst ist", sagt Gebhard. "Das alles ist die interaktive Figur nicht." Mit dem System auf dem Smartphone oder dem Tablet könne sich ein Bewerber in eine sichere Situation zurückziehen und entspannt mit dem Avatar üben.

Es muss aber keine Bewerbung sein: Mit einem solchen System lässt sich jede Art von Verhandlungen trainieren, eigentlich fast alle sozialen Interaktionen. Das DFKI sei schon mit verschiedenen Firmen im Gespräch, die solche Trainingssysteme entwickelten.

Aber, sagt der Wissenschaftler: Das Training sei nur eine Funktion der Bewerbungsgespräche. Die andere sei es, Daten zu sammeln, Daten über menschliches Verhalten.

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Versuch einer Theorie für computerlesbare Gefühle 
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kazhar 16. Feb 2019

War auch meine erste Reaktion. Das Outfit passt nicht? Wofür ist die Bewerbung? Modeberater?

Citadelle 16. Feb 2019

Naja, Toaster kannst Du auch mit Auto, oder Zahnbürste ersetzen. Alles wird mal...


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