Fummeln auf dem Meeresgrund

Dann gibt es aber schon den Seegrip: Das ist eine Roboterhand für den Tiefseeeinsatz. Sie hat drei Finger mit je drei Gliedern. An jedem der beiden äußeren Fingerglieder sitzen Drucksensoren mit insgesamt 2.400 Druckpunkten. Gedacht ist das System für eine taktile Inspektion in einer Tiefe bis zu 6.000 Metern. Licht gibt es dort ohnehin keines. Also tastet ein Roboter mit diesem Greifer eine Rohrleitung ganz einfach nach einem Leck ab. Die Daten kommen bei einem Steuerer an, der ein Exoskelett trägt, das die sensorische Wahrnehmung des Greifers auf den Menschen überträgt.

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Für komplexe Aufgaben unter Wasser sollen mehrere Systeme eingesetzt werden: eines, das manipuliert, und eines, das unter Wasser filmt. Dafür setzt sich der Steuerer dann auch nicht vor einen Bildschirm, sondern nutzt einen Raum, wie ihn das DFKI in der neuen Explorationshalle eingerichtet hat: Er ist abgedunkelt, und an einer Seite sind sieben etwa mannshohe Bildschirme in einem Halbkreis angeordnet.

Mittendrin

Der Steuerer steht in der Mitte, trägt eine Polarisations-3D-Brille und sieht die Bilder, die der Kameraroboter von der Ölförderanlage oder den Basen der Windräder an die Oberfläche schickt. Diese füllen das ganze Gesichtsfeld des Betrachters aus. "In der Cave haben Sie das Gefühl, dass Sie selbst in der Anlage drin stehen", beschreibt Ronthaler den Eindruck. Der Steuerer kann von dort aus dann etwa mit einem Exoskelett den Manipulationsroboter steuern.

Das sei derzeit noch Forschung, aber nicht im Einsatz, sagt Ronthaler. Noch nicht. Eine Förderstation am Meeresgrund sei kein kleineres Pumpenhäuschen, sondern eine großtechnische Anlage von der Größe eines Stadtteils, deren Wert sich im Bereich von Milliarden bewege. "Und keiner weiß so richtig: Wie sieht es dort unten eigentlich aus? Sind die Einrichtungen in Ordnung? Ist die Milliardeninvestition gerade in Gefahr?" Der Druck, sich darüber Klarheit zu verschaffen, sei hoch. "Dafür ist eine Cave eine hervorragende Möglichkeit, und deshalb glaube ich, dass wir die sehr schnell sehen werden."

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Die Hürde, solche Technik einzuführen, sei recht hoch. Falle nämlich eine Förderanlage für einen Tag aus, könne das schnell einen Ausfall im dreistelligen Milliardenbereich bedeuten. Das Becken könne helfen, Überzeugungsarbeit zu leisten: Darin könnten sie den Verantwortlichen vorführen, was möglich sei, was diese Roboter könnten.

Aber nicht nur die. Auch die Öffentlichkeit kann das neue Roboterschwimmbecken besichtigen: Am heutigen Dienstag, dem 29. April, veranstaltet das DFKI einen Tag der offenen Tür. Von 10 Uhr bis 16:30 Uhr präsentieren die Bremer Robotiker ihre neue Halle und einige ihrer Roboter, darunter etwa den Affenroboter Charlie, den Mondrover Sherpa oder die attraktive Roboterdame Aila.

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 Erste Roboter bald im Einsatz
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