Systemd: Devuan droht Debian zu entzweien

Der angedrohte Debian-Fork soll Realität werden: Devuan will eine Version der Linux-Distribution ohne die Abhängigkeit von Systemd bereitstellen. Damit eskaliert der Streit um die kontroverse Startumgebung erneut.

Artikel veröffentlicht am ,
Devuan präsentiert sich als Debian-Fork.
Devuan präsentiert sich als Debian-Fork. (Bild: Devuan/Screenshot: Golem.de)

Der Streit um Systemd in Debian hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Gegner der Startumgebung für Linux wollen jetzt den angedrohten Fork der Linux-Distribution Debian umsetzen. Unter dem Namen Devuan sollen sämtliche Softwarepakte aus Debian ohne Abhängigkeiten zu Systemd zu einer eigenen Linux-Distribution zusammengestellt werden. Trotz der umfangreichen Aufgabe soll Devuan bereits Anfang 2015 erscheinen - etwa zur gleichen Zeit wie Debian 8 alias Jessie. Wer hinter dem Projekt steht, ist noch nicht ganz klar. Mutmaßlich kommen die Initiatoren aus Italien.

Inhalt:
  1. Systemd: Devuan droht Debian zu entzweien
  2. Auch Devuan kommt nicht ohne Systemd

Devuan - gesprochen Dev One - solle ein Debian komplett ohne Systemd werden, schreiben die Entwickler. Die stilisierte Gabel auf der Webseite deutet auf ihr Ziel hin: Devuan soll ein Fork werden, eine Abspaltung der Linux-Distribution samt eigener Infrastruktur und eigenen Softwarequellen. Die Beteiligten wollen den Startprozess durch lesbare Shell-Skripte kontrollieren, wie sie von Sysvinit genutzt werden. Nur diese gewährten die notwendige Macht über das System. Darüber hinaus sei "die Zentralisierung von Kontrolldiensten, Sockets, Geräten, Mounts usw. in einem Daemon ein Schlag ins Gesicht der Unix-Philosophie". Das neue Projekt richte sich zunächst an Entwickler und Systemadministratoren und solle eine stabile Basis für diejenigen werden, die Erfahrung mit Debian haben.

Upstream und Downstream sollen beteiligt werden

Gleichzeitig wollen sie aber das Verhältnis sowohl zu Upstream- und Downstream-Entwicklern pflegen. Vor allem Linux-Distributionen, die künftig Devuan als Basis verwenden wollen, seien willkommen und eingeladen, sich an der Entwicklungsphase des Projekts zu beteiligen. Das Projektteam sei sich bewusst, dass sie klein anfangen müssten. Deshalb laden sie alle Debian-Entwickler ein, die sich an der Entwicklung Devuans beteiligen wollen.

Das Devuan-Projekt soll die Infrastruktur Debians beibehalten. Mit der Veröffentlichung im Frühjahr 2015 soll es möglich sein, nahtlos von Debian 7 auf Devuan 1 statt auf Debian 8 zu wechseln.

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Auch Devuan kommt nicht ohne Systemd 
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Murmlgrmpf 11. Dez 2014

Praktisch keiner will dafür spenden. Der ganze Streit um Debian und systemd entpuppt sich...

Strongground 05. Dez 2014

Informieren, dann motzen. Das reine Startsystem ist sicher kein Moloch.

Ass Bestos 05. Dez 2014

kann man schon aber wenn du sowas wie cfengine/chef benutzt und dann alle naselang auf...

/mecki78 02. Dez 2014

Und genau deswegen halte ich es für total bescheuert, weil nur aus Prinzip an etwas...



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