Devterm Kit R-01: Mit RISC-V freudig in die Linux-Bastelhölle

Eine günstige RISC-V-Platine zeigt, dass damit die Nachfolge von ARM angetreten werden kann. Bis dahin müssen Bastler aber noch Fehler in Kauf nehmen.

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Der Devterm mit dem Core-Modul R-01 auf Basis des Allwinner D1.
Der Devterm mit dem Core-Modul R-01 auf Basis des Allwinner D1. (Bild: Martin Wolf , Sebastian Grüner / Golem.de)

Kleine Singleboard-Computer mit ARM-Architektur und Linux-Systemen konnten sich im vergangenen Jahrzehnt als Grundlage für zahlreiche Elektronikbasteleien durchsetzen. Das lag an der leichten Verfügbarkeit und, wie der Raspberry Pi weiter beweist, wohl vor allem auch am Preis. Mit der freien Prozessor-Befehlssatzarchitektur RISC-V könnte sich weitere Konkurrenz herausbilden. Das Core-Modul R-O1 von Clockwork Pi will genau das beweisen.

Inhalt:
  1. Devterm Kit R-01: Mit RISC-V freudig in die Linux-Bastelhölle
  2. Einige Hindernisse mit RISC-V, Linux und dem Devterm
  3. Devterm R-01: Verfügbarkeit und Fazit

Da wir den Devterm von Clockwork Pi zuvor schon getestet haben, haben wir uns kurzerhand auch das neue Core-Modul auf Grundlage der RISC-V-Architektur bestellt. Das Core-Modul ist einzeln erhältlich - wer also bereits einen Devterm hat, kann das vorhandene Modul einfach durch den RISC-V-Baustein ersetzen. Bei unserem Devterm hat der Einbau des Core-Moduls R-01 nur wenige Minuten gedauert, was der wirklich modularen Bauweise des Geräts zu verdanken ist.

Die von der Bastler-Community erstellten Steckmodule sind darüber hinaus mit einem 200-Pin-SODIMM-Anschluss versehen. Theroretisch kann damit auch das Modul R-01 in anderen vorhandenen Erweiterungsboards genutzt werden und das System wäre damit austauschbar. Zwar wird dies offiziell noch nicht unterstützt und die Umsetzung liegt wohl allein in den Händen experimentierfreudiger Bastler. Der Aufbau des Boards sieht das aber explizit als Möglichkeit vor.

Als Grundlage des Core-Modul R-01 kommt ein Allwinner D1 zum Einsatz, der einen einzelnen Kern mit einer Taktrate von maximal 1 GHz hat. Bei dem CPU-Kern handelt es sich um den Xuantie 906 (RV64GC) von Alibaba-Tochter T-Head. Über eine GPU verfügt das im Vergleich zur ARM-Konkurrenz eher rudimentäre SoC nicht, so dass Nutzer ausschließlich auf Software-Rendering angewiesen sind. Das Modul enthält zudem 1 GByte DDR3-Arbeitsspeicher.

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Für interessierte Bastler weist die Clockwork-Pi-Community explizit darauf hin, dass das RISC-V-Modul noch "höchst experimentell" sei und Vorerfahrung mit Linux-Systemen und Open-Source-Software voraussetze. Einsteigern empfiehlt die Community, sich nach anderen Geräten umzusehen, was wir nach unserem Test bestätigen und aus vollem Herzen weitergeben können. Wer sich das Core-Modul R-01 kauft, sollte wissen, was das bedeutet.

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Als Linux-Nutzer mit jahrzehntelanger Erfahrung schreckt uns das aber nicht ab. Im Gegenteil, solche Warnungen sind eigentlich eher ein Ansporn. Mit dieser hohen Erwartung, dass schon ziemlich viel schiefgehen wird, sind wir vom ersten Einsatz jedoch sogar etwas enttäuscht, aber freudig überrascht. Wir flashen das von der Community bereitgestellte Image auf eine SD-Karte, legen sie ein und das System startet, wie es soll.

Passend zum Retro-Look des Devterm landen wir anschließend auf einem Desktop mit dem Windowmanager TWM, der an die frühen 90er Jahre erinnert. Über GKrellm werden uns Systeminformationen wie etwa die aktuelle CPU-Last angezeigt. Eine Art Willkommensfenster nennt uns das voreingestellte Log-in samt Passwort, weist auf das Aktivieren einer SSH-Session hin und erklärt, wie wir uns über den Networkmanager mit dem Internet verbinden können. Letzteres klappt mit unserem WLAN problemlos und wir können mit Linux unter RISC-V loslegen.

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Einige Hindernisse mit RISC-V, Linux und dem Devterm 
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