Devterm erinnert an Open Pandora

Der Einsatzweck als mobiler Coding-, Entwicklungs- und Bastelrechner wird jedoch klar durch die Tastatur und den Trackball getrübt. Die Tasten haben zwar einen guten Druckpunkt, sind für längeres Tippen allerdings viel zu klein. Wer nicht sehr schmale Finger hat, wird sich mit dem Devterm immer wieder vertippen - was besonders beim Programmieren tückisch sein dürfte.

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Zwar ist es dank der Software-Unterstützung aus dem Ubuntu-Repository relativ leicht, die passende und bekannte Entwickler-Software zu finden. So sind etwa auch kleine Programmierprojekte leicht umsetzbar. Aber eben nur schlecht mit der eingebauten Tastatur. Selbst einfachste Aufgaben wie das Herstellen einer SSH-Verbindung rauben wegen der vielen Vertipper Zeit und Nerven.

Eine kleine Bluetooth-Tastatur oder gar ein Smartphone sind im Vergleich dazu deutlich leichter nutzbar. Deren Nutzung statt der eingebauten Tastatur des Devterm konterkariert aber den eigentlichen Zweck des Geräts und wir fragen uns teilweise, ob das Team hier nicht mehr auf Form und Aussehen geachtet hat als auf Praktikabilität.

Open Pandora mit ähnlichem Konzept

Das Konzept eines voll ausgestatten kleinen Linux-Rechners samt Tastatur und Display erinnert uns sehr an das inzwischen mehr als zehn Jahre alte Open Pandora oder dessen noch nicht offiziell verfügbaren Nachfolger Pyra. Beide Geräte sind eher als Handheld zum Spielen gedacht, dank der Tastaturgestaltung lassen sie sich aber auch zum Tippen nutzen, da die Tasten weiter voneinander entfernt sind. Vertipper sind damit deutlich seltener als auf dem Devterm.

  • Das Devterm von Clockwork ist ein tragbarer Bastelrechner im Retro-Design. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Devterm basiert auf einem ARM-Rechenkern. Neben von Clockwork selbst entwickelten Core-Boards lässt sich auch das Raspberry Pi CM3 als Rechenkern verwenden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Display ist 6,8 Zoll groß und hat ein ungewöhnlich breites Display im Format 16:6. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Am rechten oberen Rand lässt sich ein Thermodrucker anschließen, der mit dem Gerät geliefert wird. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tastatur bietet alle wichtigen Tasten und Gaming-Buttons, ist aber im Alltag schwierig zu nutzen - ebenso der Trackball. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf dem Devterm läuft Clockwork OS, eine angepasste Version von Armbian. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Käufer müssen das Devterm selbst zusammenbauen, was dank der guten Qualität der Bauteile unproblematisch ist. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Devterm von Clockwork (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Tastatur des Devterm ist sehr klein, weshalb wir die Tasten nicht immer zuverlässig treffen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Tastatur bietet alle wichtigen Tasten und Gaming-Buttons, ist aber im Alltag schwierig zu nutzen - ebenso der Trackball. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Die Gaming-Tasten oberhalb der Tastatur sind wie bei Open Pandora aus ergonomischer Perspektive gesehen sehr gut platziert. Wir können das Devterm wie einen Gaming-Handheld in der Hand halten und zocken. Wir haben unter anderem Retroarch installiert und einige Gaming-Cores ausprobiert. Je nach Spiel funktionieren vor allem die Vierwegetasten mal besser, mal weniger gut. Da es sich nicht um ein D-Pad handelt, sind Diagonalbewegungen schwierig. Auch das hat das Open-Pandora-Team vor mehr als zehn Jahren schon deutlich besser gelöst.

Zudem macht die Leistung unseres A04-Moduls nicht bei allen Retroarch-Cores mit. Bei aufwendigeren Spielen hakt der Sound, eine Vergrößerung der Audiolatenz kann etwas helfen. Grundsätzlich lässt sich Retroarch aber auf einem halbwegs modernen Smartphone besser nutzen als auf dem Devterm. Auch andere Spiele lassen sich auf dem Rechner zocken, wenn man beispielsweise Box64/Box86 installiert - was Nutzer im Devterm-Forum geschafft haben.

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Noch schlimmer als die Tastatur und Gaming-Tasten ist der Trackball, dessen Grundidee wir gut finden: Ein Trackball bietet auf kleinstem Raum eine gute Steuerungsmöglichkeit für den Mauszeiger - normalerweise. Dem kleinen Trackball des Devterm fehlt allerdings softwareseitig eine Beschleunigung: Bewegen wir ihn, nimmt das Tempo nicht zu. Entsprechend müssen wir sehr oft über den Trackball streichen, um von einem Ende des Bildschirms zum anderen zu gelangen. Im Alltag treibt uns das in den Wahnsinn.

Nutzergemeinschaft schafft Abhilfe beim Trackball

Mit unserer Kritik am Trackball sind wir nicht allein: Auch die Nutzergemeinschaft findet den Trackball schwach, was glücklicherweise dazu geführt hat, dass ein Nutzer einen neuen Treiber geschrieben hat. Dieser fügt dem kleinen Ball eine Beschleunigung hinzu - je schneller wir ihn drehen, desto schneller bewegt er sich. Das macht die Eingabe wesentlich praktischer.

Der Drucker funktioniert bei uns hingegen auf Anhieb problemlos. Wir können ihn in verschiedenen Programmen als Druckausgabe auswählen, die Thermoeinheit tickert uns dann unsere Bilder und Texte aus. Das Format - eine Kassenrolle - ist natürlich etwas ungewöhnlich; der Drucker ist für uns eher eine Spielerei. Die Rollenaufnahme ist übrigens recht klein, weshalb Standardrollen nicht in die Halterung passen. Wir mussten daher einige Meter abrollen und konnten sie erst dann einlegen.

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 Bastel-Linux für den DevtermClockwork Devterm: Verfügbarkeit und Fazit 
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superdachs 21. Feb 2022

Vorweg, das Ding sieht toll aus. Die wirkliche Nutzbarkeit dürfte sich aber arg in...

Fwk 16. Feb 2022

Kein Rechner ist perfekt, perfekt sind sie nur dann wenn sie den Bedürfnissen...

Kein Kostverächter 16. Feb 2022

Das ist dann aber immer noch nicht portabel.

sg-1 16. Feb 2022

hat wirklich was. das ist definitiv was für nerds und hipster



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