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Devil May Cry 5 im Test: Höllische Action mit Schulnote B

Mit flotten Sprüchen kämpfen drei durchgestylte Helden in Devil May Cry 5 von Capcom gegen höllische Gegner. Das toll inszenierte Actionspiel ist hochkomplex - und zugleich erstaunlich einfach, sogar ohne die Pay-to-Win-Elemente.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Devil May Cry 5
Artwork von Devil May Cry 5 (Bild: Capcom)

Qliphoth ist weder eine neue Smartphonefirma noch eine Middleware, sondern ein Dämonenbaum - jedenfalls in Devil May Cry 5. In dem Actionspiel von Capcom saugt dieser Qliphoth das Blut aus der an London erinnernden Stadt Red Grave City. Klar, was unsere Aufgabe ist: Die Wurzel allen Übels ausreißen und möglichst viele Höllenbiester endgültig ins Jenseits schicken. Wenn wir das richtig anstellen, tun wir nicht nur etwas für das Gute, sondern kriegen auch Noten wie in der Schule: Im Kampf blendet das Programm etwa ein A für einen perfekten Angriff ein oder ein D für eine nicht ganz so gelungene Aktion, was uns am Ende mehr oder weniger Stilpunkte beschert.

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Devil May Cry 5 schickt uns in eine 15 bis 20 Stunden lange Kampagne, in der wir die Monster auf dem vorgegebenen Weg ausschalten und gelegentlich simple, aber gut gemachte Rätsel lösen. Im Vordergrund steht die Action: Mit Nah- und Fernkampfwaffen vermöbeln wir Rieseninsekten, Sensenmänner und immer wieder auch riesige Oberbosse, etwa Tentakelbestien oder einen gewaltigen Goliath, der ganze Gebäude mit einer Feuerwalze plattmacht, aber gegen uns trotzdem keine Chance hat.

In Devil May Cry 5 treten wir mit drei Charakteren an, die Auswahl erfolgt durch die Handlung: Wir kämpfen mit Nero, der als Besonderheit eine Armprothese trägt, in die Superwaffen eingebaut sind. Zweiter im Bund ist ein mysteriöser Typ namens V, der Raubvogel und Panther auf die Gegner hetzt und zusätzlich einen Golem beschwören kann. Zum finalen Abservieren der Feinde muss der relativ taktisch agierende V aber auch ins Getümmel, um einen Finishing Move mit seinem Spazierstock auszuführen.

Der dritte Held ist Dante, also die Hauptfigur aus den Vorgängern, der mit seiner Klinge auf eher brachiale Art angreift. Das eigentlich Entscheidende bei den drei Recken ist, dass sich alle auf eine eher komplexe Art spielen und steuern lassen - oder eher einfach. Wir können etwa die Prothesen von Nero in sorgsamer Tüftelei aufeinander abstimmen oder sie einfach verwenden.

Ebenso können wir komplizierte Angriffsmanöver auswendig lernen oder diese nach Aktivierung im Menü halbautomatisch ausführen lassen. Dann kriegen auch Einsteiger durch simples Knöpfchendrücken richtig schicke Luftsprünge und andere beeindruckende Manöver hin. Die Herausforderung von Devil May Cry 5 lässt sich zusätzlich durch die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden bestimmen.

Die Action ist in teils sehr aufwendige Zwischensequenzen eingebettet, in denen die Helden teils in schönster Matrix-Manier mit wehenden Mänteln und blitzenden Klingen durch die virtuelle Luft wirbeln. Dazu kommen teils längere, automatisch ablaufende Gespräche mit weiteren Begleitern, etwa der schnippischen Waffenexpertin Nico - teils ist das ganz lustig, teils wirkt es etwas angestrengt. Die Grafik basiert auf der RE Engine von Capcom, ist aber deutlich farbenfroher aufbereitet als etwa in Resident Evil 2.

Devil May Cry 5 erscheint am 8. März 2019 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4. Das Programm wird mit englischer und japanischer Sprachausgabe veröffentlicht, dazu kommen zuschaltbare Untertitel. Es gibt keinen echten Multiplayermodus, allerdings können Spieler innerhalb der gleichen Plattform gemeinsam unter anderem gegen einige der Oberbosse kämpfen; wer mag, darf dieses sogenannte Cameo-System vollständig deaktivieren.

  • Mit Nero lernen wir im Tutorial die Steuerung kennen. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Nach jedem der rund 30 Level bekommen wir eine Schulnote - hier das große B auf der rechten Seite. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • In den Straßen von London räumen wir mit Monstern auf. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Der mysteriöse V gibt sich betont lässig. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Nero und Nico sind zusammen mit dem Van unterwegs - einer Art Hauptquartier der Helden. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Im Menü können wir die Kombos auswendig lernen. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Über ein Rätsel gelangen wir in einen Extrabereich. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Neue Gegner stellt uns das Programm ausführlich vor. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Nero muss gegen dieses Riesenbiest namens Goliath antreten. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Dante in einer Spezialform ... (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
  • Die Steuerung per Gamepad ist durchdacht, aber komplex. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)
Mit Nero lernen wir im Tutorial die Steuerung kennen. (Bild: Capcom/Screenshot: Golem.de)

In unserer fertigen Testversion für die Xbox One konnten wir die Mikrotransaktionen noch nicht ausprobieren, weil das entsprechende Angebot im Store nicht verfügbar war. Nach Angaben von Capcom können Spieler für echtes Geld spielerische Vorteile kaufen, indem sie mit Orbs die Fähigkeiten der Charaktere verbessern. Die Orbs gibt es auch kostenlos im Spiel. Von der USK hat das ungeschnittene Devil May Cry 5 eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Die Note A kann bei Devil May Cry 5 nicht im Zeugnis stehen. Aber vermutlich wissen selbst die Entwickler, dass ihr Actionspiel das Gegenstück zum B-Movie ist: viel schnelle Action und auf schicke Effekte getrimmt, aber halt auch ein bisschen trashig. Die neuen Abenteuer von Dante und seinen Kumpels machen vor allem wegen des gelungenen Kampfsystems Spaß, das trotz Kombos und Verkomplizierungen letztlich recht bodenständige Prügeleien bietet.

Auf Dauer hätten wir uns weniger von den toll inszenierten, aber nur halbwitzigen Zwischensequenzen und mehr Spielfluss am Stück ohne Unterbrechungen gewünscht. Außerdem erscheinen uns einige der dämonischen Oberbosse im Vergleich mit den Standardgegnern etwas zu schwach - die Brut des Bösen hält erstaunlich wenig aus. Trotzdem, unterm Strich treffen Freunde von bewusst überdrehten Kampforgien mit der Anschaffung von Devil May Cry 5 eine ricthig gute Wahl.



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0xDEADC0DE 07. Mär 2019 / Themenstart

Debugmode <> Cheatcode.

Andrej553 07. Mär 2019 / Themenstart

Um die Story so abzuhandeln wie sie der Autor sich gedacht hat?

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