Deutschlandticket: Millionenschaden durch Angabe falscher Bankdaten

Schon seit Monaten gibt es immer wieder Berichte über Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem im Mai 2023 eingeführten Deutschlandticket. Nun vermelden die Dresdner Verkehrsbetriebe(öffnet im neuen Fenster) (DVB), dadurch bereits einen Schaden in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro erlitten zu haben. Insgesamt ist das Nahverkehrsunternehmen demnach von 15.000 Rückbuchungen betroffen. Grund dafür ist, dass Betrüger bei der Bestellung des Tickets fremde Kontodaten angeben.
"Die Abbuchung schlägt dann entweder fehl oder belastet ein Konto, dessen Inhaber die Bestellung gar nicht ausgelöst hat" , heißt es in der Mitteilung der DVB. Das ganze Ausmaß der gestohlenen Kontodaten sei jedoch schwer abzuschätzen, weil die Opfer den Betrug zunächst bemerken und danach das falsch abgebuchte Geld zurückfordern müssten.
Nach Angaben der DVB gab es schon bei nahezu allen Verkehrsunternehmen in Deutschland entsprechende Betrugsfälle. "Es könnte jeden getroffen haben" , warnt das Unternehmen und empfiehlt daher, Kontoauszüge regelmäßig auf unerklärliche Abbuchungen im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket zu untersuchen und etwaige Auffälligkeiten zu melden.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind in Arbeit
Um weitere Betrugsfälle zu unterbinden, kann das Deutschlandticket bei den Dresdner Verkehrsbetrieben vorerst nur noch als Chipkarte bestellt werden. Das Unternehmen arbeite derweil mit seinen Dienstleistern und den Ermittlungsbehörden an weiteren Maßnahmen, um "die Sicherheit und Integrität des Deutschlandtickets für alle ehrlichen Kunden zu gewährleisten" , heißt es in der Mitteilung.
Weitere Details dazu wollen die DVB jedoch noch nicht nennen. Dies würde die Effektivität der Sicherheitsvorkehrungen und die Arbeit der Ermittlungsbehörden beeinträchtigen, so das Unternehmen.
Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV meldete schon im März einen Millionenschaden , der durch die Angabe falscher Bankdaten beim Erwerb des Deutschlandtickets entstanden war. Infolgedessen entschied sich der Verbund, das Lastschriftverfahren vorübergehend auszusetzen und einen strengeren Verifizierungsprozess einzuführen.
Nach Angaben der DVB wurde bei der Einführung des Deutschlandtickets zugunsten eines möglichst unbürokratischen Zugangs bewusst auf Bonitätsprüfungen und Schufa-Auskünfte verzichtet. Dadurch ist es aber auch für Betrüger deutlich einfacher, Tickets mit fremden Bankdaten zu erwerben.



