Deutschlandnetz: Regierung vergibt Zuschläge für 8.000 Schnellladepunkte
Das Bundesverkehrsministerium hat die Zuschläge für die erste Ausbaustufe des sogenannten Deutschlandnetzes erteilt. "Insgesamt zehn verschiedene Unternehmen werden rund 900 Standorte mit fast 8.000 neuen Ultra-Schnellladepunkten für Elektroautos errichten und betreiben" , teilte das Ministerium am 27. September 2023 mit(öffnet im neuen Fenster) .
Die Standorte deckten den ländlichen Raum ebenso ab wie urbane und suburbane Bereiche, hieß es weiter.
Die Zuschläge erhielten demnach die Anbieter Allego, Baywa Mobility Solutions, Eon Drive Infrastructure, Eviny Elektrifisering aus Norwegen, Fastned Deutschland, Hochtief Ladepartner, Mer Germany, Pfalzwerke, Total Energies Marketing Deutschland und Via Deutschlandnetz. Aktuell sind in Deutschland rund 19.000 Schnellladepunkte installiert .
EnBW und Tesla nicht in der Liste
Marktführer EnBW beteiligte sich nicht an der Ausschreibung. In der Liste fehlen zudem Anbieter wie Tesla, Ionity oder die Mineralölkonzerne Shell und Aral.
EnBW erklärte auf Anfrage von Electrive.net(öffnet im neuen Fenster) : "Unseren schnellen Hochlauf steuern wir mit hoch standardisierten Prozessen, festen Lieferanten und klar definierten Produktbaukästen. Die für das Deutschlandnetz spezifizierten Anforderungen würden starke Abweichungen hiervon nötig machen und einen erheblichen Mehraufwand für uns bedeuten."
Das Verkehrsministerium wählte die künftigen Betreiber nach eigenen Angaben nicht allein nach dem günstigsten Angebotspreis aus. Bei der Angebotsbewertung sei ebenfalls relevant gewesen, "ob die Betreiber ihre Standorte schnell errichten können, weil sie bereits über geeignete Flächen verfügen, wie nutzerfreundlich die einzelnen Bieter ihre Standorte aufbauen wollen" und "wie überzeugend das Design der neuen Standorte ist" .
Keine Preisobergrenze mehr
Der Bundestag beschloss im Juni 2021 das sogenannte Schnellladegesetz . Dieses schafft die rechtliche Grundlage für die Ausschreibung zum Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes mit 1.100 Standorten. Neben der Verpflichtung, dass die Schnellladesäulen im Rahmen eines Rasters innerhalb von zehn Minuten erreichbar sein müssen, enthielten die veröffentlichten Ausschreibungen eine Preisobergrenze von 44 Cent pro kWh .
Diese Obergrenze wurde jedoch in Abstimmung mit der EU-Kommission fallengelassen. Nun sollen die erhobenen Preise mit denen vergleichbar sein, die bei ähnlichen bestehenden Infrastrukturen verlangt werden. Die gesamte Fördersumme beträgt 1,8 Milliarden Euro.
Vergabe in zwei Ausschreibungen
Nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur(öffnet im neuen Fenster) erfolgte die Vergabe der Aufträge in zwei Teilausschreibungen. Die erste Ausschreibung vom 1. Oktober 2021 betrifft demnach 900 Standorte im ländlichen, suburbanen und urbanen Raum in 23 Losen in sechs Regionen.
Bei den 23 Regionallosen sollten die Anbieter selbst die Standorte vorschlagen. Dabei sollten die 900 Standorte sicherstellen, "dass bundesweit der nächste Schnellladestandort in wenigen Minuten zu erreichen ist" .
Eine weitere Ausschreibung vom 20. Dezember 2021 gilt für 200 vorgegebene Standorte in sechs Losen an unbewirtschafteten Autobahnrastanlagen. Entlang der Autobahnen soll damit die nächste Schnelllademöglichkeit künftig innerhalb von 15 bis 30 km erreichbar sein.
Beschwerde abgewiesen
Mehrere Ladenetzbetreiber beschwerten sich bei der EU-Kommission über die Pläne für das Deutschlandnetz . Doch Brüssel genehmigte am 14. Dezember 2022 die Förderung(öffnet im neuen Fenster) .
Zur Begründung hieß es: "Deutschland hat ausreichende Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass die Regelung nur begrenzte Auswirkungen auf den Wettbewerb und den Handel innerhalb der EU haben wird." Zudem würden die deutschen Behörden sicherstellen, "dass die erhobenen Preise mit den Preisen vergleichbar sind, die bei ähnlichen bestehenden Infrastrukturen verlangt werden" .
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