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Deutschlandfonds: Bundesregierung will private Investoren mobilisieren

Der Deutschlandfonds soll mit staatlichen Garantien private Investitionen mobilisieren und so zu Wachstum in der Wirtschaft führen.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan B. Wintels (Bild: KfW / Thomas Meyer/Ostkreuz)
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan B. Wintels Bild: KfW / Thomas Meyer/Ostkreuz

Die Bundesregierung will mit einem Deutschlandfonds(öffnet im neuen Fenster) mehr Investitionen von privaten und kommunalen Unternehmen mobilisieren. Privates Kapital soll staatlich unterstützt in neue Technologien und Produktionsanlagen, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Wärmenetzen und Stromnetzen, die Gewinnung von Rohstoffen sowie künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Verteidigung fließen.

Der Bund stelle dafür 30 Milliarden Euro bereit, überwiegend in Form von Garantien, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in Berlin. Damit sollten Investitionen von rund 130 Milliarden Euro ausgelöst werden.

Der Deutschlandfonds sei dabei kein klassischer Staatsfonds, sondern biete eine breite Palette von Instrumenten, erläuterte der Vizekanzler. "Der Deutschlandfonds kann Risiken absichern und so dafür sorgen, dass die besten Ideen in Deutschland entstehen und hier auch groß gemacht werden."

Konkret könnte die staatliche Förderbank KfW zum Beispiel Energieversorger absichern, die in Geothermie investieren wollen, bisher aber das Risiko scheuen, dass bei Bohrungen keine Heißwasserquellen gefunden werden. Unternehmen könnten staatlich abgesicherte, günstige Kredite für die Herstellung von Batterien und Stadtwerke Kredite für Investitionen in die Energieinfrastruktur bekommen. Bei Start-ups soll die KfW als Co-Investor auftreten können.

"Entscheidend ist, privates Kapital gezielt dorthin zu lenken, wo Innovation entsteht, wo wir unsere Lieferketten resilienter aufstellen und Deutschland zukunftsfähig machen können" , betonte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Start-up-Verband sieht weiteren Handlungsbedarf

Der Aufbau des Deutschlandfonds ist stufenweise vorgesehen. Sofort möglich sind zum Beispiel Kredite zur Förderung von Geothermieprojekten sowie Instrumente für Start-ups und junge Unternehmen, die aus der Start-up-Phase hinauswachsen. 2026 sollen unter anderem Instrumente zur Modernisierung der Energieinfrastruktur und für den Mittelstand folgen.

Der Start-up-Verband begrüßte(öffnet im neuen Fenster) den Deutschlandfonds als wichtiges Signal für mehr Investitionen in Innovation und Wachstum am Standort Deutschland. Zugleich sieht der Verband weiteren Handlungsbedarf, um Finanzierungslücken bei deutschen Start-ups und Scale-ups zu schließen.

Im internationalen Vergleich falle Deutschland deutlich zurück, betonte der Verband. Während in den USA im Jahr 2024 pro Kopf rund 510 Euro in Start-ups investiert worden seien, habe der Wert in Frankreich bei 108 Euro gelegen. In Deutschland seien es lediglich 90 Euro gewesen. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung liege Deutschland damit unter den 40 größten Volkswirtschaften nur auf Platz 18 und damit im internationalen Mittelfeld.


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