Mobilfunk: Vodafone kündigt verstärkten 5G-Ausbau an

Vodafone will sein 5G-Netz in Deutschland verstärkt ausbauen. Das sagte der neue Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot der Nachrichtenagentur dpa. Laut de Groot wird man bis spätestens März 2025 statt bisher 92 nunmehr 95 Prozent der deutschen Haushalte versorgen. Doch diese Angaben sagen wenig aus.
Selbst eine Netzabdeckung von 98 Prozent der Haushalte dürfte nicht viel mehr als eine 70-Prozent-Abdeckung der Fläche in Deutschland bedeuten. Die Netzbetreiber wenden hier ein, dass die Fläche auch unbewohnte Gebiete wie Wälder und Seen einschließe. Laut Angaben der Bundesnetzagentur zur Flächenabdeckung bei 5G ist Vodafone Letzter und erreicht nur 26,8 Prozent. Demnach kommt die Telefónica in der Fläche auf einen 5G-Ausbau von nur 52,67 Prozent. Die Telekom liegt mit 73,11 Prozent ganz weit vorne, ist aber auch noch weit von einer Flächenabdeckung entfernt. Der Stand der Daten ist jedoch vom April 2023.
Mehr Netzlast bei Vodafone durch 1&1-Vertrag
"Zeitgleich statten wir unsere bestehenden Mobilfunkstationen mit zusätzlichen Kapazitäten aus" , sagte de Groot der dpa. Dies geschieht auch wegen des neuen Roaming-Vertrages mit 1&1 Mobilfunk: 1&1-Kunden sollen spätestens ab Oktober 2024 mit dem Vodafone-Netz per National Roaming verbunden werden. Dafür bekommt Vodafone Mieteinnahmen. 1&1 hat bislang fast kein eigenes Netz und erreichte Ende des ersten Quartals 2024 nur rund 200 eigene Antennen. Im Jahr 2023 belief sich die Zahl der Mobilfunkteilnehmer von 1&1 auf rund 12,3 Millionen. Vodafone betreibt aktuell 26.713 Mobilfunk-Stationen in Deutschland.
"Wenn der Rückbau von Mobilfunkantennen im ganzen Land angeordnet wird, sind die vorgeschlagenen Versorgungsziele nicht erreichbar" , betonte de Groot. Hier geht es um ein weiterhin gefordertes Verbot des chinesischen Mobilfunkausrüsters in Deutschland auf Grundlage unbewiesener Sicherheitsproblemen und angeblicher Hintertüren. Damit würden die Mobilfunknetze aller drei Betreiber um Jahre zurückgeworfen.