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Deutschland: Zwei Millionen Glasfaseranschlüsse liegen brach

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom befürworten eine Zusammenarbeit, um in Deutschland den Glasfaserausbau voranzubringen. Denn zwei Millionen FTTB/H-Anschlüsse haben noch keine Kunden, ein Überbauen mit Vectoring führt nicht zu einer verbesserten Nachfrage.
/ Achim Sawall
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Telekom-Anschluss (Bild: Deutsche Telekom)
Telekom-Anschluss Bild: Deutsche Telekom

Die alternativen Netzbetreiber in Deutschland wollen zusammen mit der Telekom mehr Kunden für Fiber To The Home gewinnen. VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner sagte Golem.de: "Die Take-up-Rate bei Glasfaser (FTTB/H) und die Netzauslastung werden entscheidend für den weiteren wirtschaftlichen Glasfaserausbau sein. Kooperation kann für alle Marktteilnehmer, aber auch für den effizienten Einsatz von Steuergeldern deutlich besser sein als strategischer Überbau und die weitere Weigerung, leistungsstärkere FTTB/H-Netze der Wettbewerber mittels Wholebuy von Seiten der Telekom zu nutzen und damit schneller wirtschaftlich zu machen. Noch sind fast zwei Millionen FTTB/H-Anschlüsse ungenutzt und liegen brach." VATM steht für Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten.

Die Gesamtzahl der FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland liegt zum Jahresende 2016 bei knapp 2,7 Millionen. Tatsächlich gebucht sind 791.000. Davon 707.000 bei den Wettbewerbern, 84.000 bei der Telekom.

Neuer Vorstandsbeauftragter für Breitbandkooperation

Die Telekom hatte am 30. November 2016 den früheren 1&1-Versatel-Chef Johannes Pruchnow als Vorstandsbeauftragten für Breitbandkooperation in die Konzernführung geholt. Telekom-Konzernchef Timotheus Höttges betonte: "Wir setzen bewusst auf jemanden ohne Telekom-Vergangenheit, der dennoch unsere Branche und ihre zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen sehr gut kennt. Wir sehen Johannes Pruchnows Berufung auch als Signal an unsere Wettbewerber, dass wir das zuletzt schwierige Verhältnis verbessern wollen."

Der VATM begrüße, dass das Thema Breitbandkooperation offenbar für die Telekom nun deutlich wichtiger eingestuft wird. Viele Themen könnten gemeinsam sehr viel sinnvoller angegangen werden als durch neue Versuche, Monopole zu schaffen.

Mit Pruchnow schicke Höttges nun einen Mann ins Rennen, der sich exzellent mit dem Wettbewerb und den Chancen für wirklich partnerschaftliche Kooperationen auskenne.


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