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Deutschland: Wieder Entlassungen bei IBM

Von einem Abbauplan von 2.300 Stellen bei IBM sind nach 1.000 Aufhebungsverträgen doch noch Kündigungen übrig. Es trifft laut Verdi auch ältere und behinderte Menschen.
/ Achim Sawall
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IBM-Gebäude in Chicago, Illinois (Bild: IBM)
IBM-Gebäude in Chicago, Illinois Bild: IBM

IBM hat in Deutschland fast zeitgleich mit der Einweihung seines Quantencomputers eine Reihe von Kündigungen ausgesprochen. Das erklärte die Gewerkschaft Verdi am 23. Juni 2021(öffnet im neuen Fenster) . IBM Deutschland hat die Kündigungen auf Anfrage von Golem.de bisher noch nicht kommentiert.

"Auch wenn die Einweihung des Quantencomputer eigentlich ein starkes Signal für technologischen Fortschritt sein soll, ist der fast gleichzeitige Versand von Kündigungsschreiben kein gutes Zeichen" , erklärte Bert Stach, Verdi-Konzernbetreuer für IBM. Die Kündigungen hätten nach seiner Ansicht durch Qualifizierungen und konzerninterne Vermittlungen verhindert werden können.

Auch Mandatsträger (Betriebsräte) und Menschen mit Behinderung stünden auf den Kündigungslisten. "Es handelt sich um knapp 50 Kündigungen" , sagte Stach Golem.de auf Anfrage.

IBM Deutschland baut seit Jahren Stellen ab

Hintergrund ist ein im Oktober 2020 verkündeter Stellenabbau. Die Beschäftigten von IBM in Deutschland wurden in einer Rundmail von IBM-Deutschland-Chef Gregor Pillen über ein Programm für freiwillige Aufhebungsverträge informiert. Der Plan war, in Deutschland 2.300 Stellen zu streichen.

Nachdem bis zum Jahreswechsel über 1.000 IBM-Beschäftigte einen Aufhebungsvertrag gegen Abfindung unterzeichneten, kündigte das Unternehmen Anfang 2021 den Betriebsratsgremien an, fast 1.000 Kündigungen auszusprechen.

Nach Protesten und Zugeständnissen von Verdi wie einem Kapitalkontenmodell als Bridge to Retirement oder für Qualifizierungszeiten sollen nur noch 50 Entlassungen stattfinden. Neben dem im Oktober 2020 angekündigten Stellenabbau gibt es immer wieder weitere Abbaupläne bei dem US-Konzern.


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