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Was sagen die Betreiber selbst zum Schutz vor Raketen?

Bei AWS will man mit uns "nur teilen" , dass alle Updates zu den jüngsten Angriffen auf dem Health Dashboard(öffnet im neuen Fenster) des Konzerns veröffentlicht werden. Die Telekom mit ihren Rechenzentren in Biere, Magdeburg, Frankfurt und München betont: "Alle Rechenzentren der Deutschen Telekom sind nach den höchsten Sicherheitsstandards gebaut und zertifiziert. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben machen können." In München setzt die Telekom für ihr neues Rechenzentrum auf einen unterirdischen Standort.

Offensichtlich ist für alles gesorgt: Der IT-Branchenverband Bitkom hat keine "konkreten Forderungen an die Politik" für den Schutz deutscher Rechenzentren vor Raketenangriffen. Der Branchenverband German Datacenter Association (GDA), der Verband der Rechenzentrumsbranche in Deutschland, antwortet auf mehrmalige Anfragen überhaupt nicht. Die Anfrage sei untergegangen, erfahren wir schließlich auf Nachfrage.

Der Bundestag beschloss am 29. Januar 2026 das Kritis-Dachgesetz . Das Gesetz setzt die EU Richtlinie 2022/2557 um und soll die Resilienz kritischer Infrastrukturen und Anlagen in Deutschland stärken. Professor Norbert Gebbeken, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, kommentierte(öffnet im neuen Fenster) : "Es soll dazu dienen, die Resilienz physischer kritischer Infrastrukturen mit physischen Maßnahmen zu erhöhen. Das beschlossene KRITIS-Dachgesetz ist eine reine Verfahrensordnung. Sie ist keine Grundlage zum physischen Schutz. Weder wissen wir, wovor wir uns schützen sollen, noch werden Schutzziele angesprochen. Es ist nun dringend erforderlich, die Grundlagen für den physischen Schutz schnellstens zu erarbeiten."

Es werden keine verbindlichen technischen Bau-Standards geliefert, zum Beispiel wie dick eine Wand konkret sein muss, um einer bestimmten Raketenklasse standzuhalten.

Arrow 3: Mit Raketenangriffen bitte bis 2030 warten

Seit neuestem gibt es das Vorhaben eines Raketenschilds, über den die Bundeswehr auch ganz öffentlich informiert: Das Arrow Weapon System for Germany oder Arrow 3 (AWS-G Arrow Weapon System for Germany) wurde als Reaktion auf eine erhöhte Bedrohung durch Russland in Betrieb genommen.

Russlands ballistische Langstreckenraketen sind bis zu 20.000 Kilometer pro Stunde schnell. Es soll feindliche Flugkörper in Höhen außerhalb der Atmosphäre zerstören können. Hier habe man Anfang Dezember 2025(öffnet im neuen Fenster) am Standort Schönewalde in Brandenburg die sogenannte Anfangsbefähigung erreicht. Erst 2030 soll Arrow 3 voll einsatzbereit sein. Arrow ergänzt die bestehenden Patriot- und Iris-T Systeme, die in der Multi-Layer-Strategie mittlere und kurze Raketen abwehren.

Der Autor meint

Die Frage nach einem Raketenschild wird offenbar nicht gerne gehört. Warum? Weil es keinen echten Schutz gibt. Doch Regierung und Militär wiegen die Bevölkerung gerne in Sicherheit. Sollten der Iran oder Russland nicht zwei, sondern 50 Raketen gleichzeitig auf den Hub in Frankfurt abfeuern, gerät jedes System an seine physikalischen Grenzen. Eine weltweite Friedensbewegung gegen einen neuen Weltkrieg, die sich nur auf eine Seite stellt, nämlich auf die der Menschheit, dürfte das beste Raketenschild sein. Keine Regierung kann gegen einen breiten Massenwiderstand im eigenen Land dauerhaft einen Krieg führen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, hatte den von Israel und den USA geführten Irankrieg am 25. März 2026 als "völkerrechtswidrig" und "politisch verhängnisvollen Fehler" bezeichnet.


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