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Deutschland: Studie sieht Technologiepotenzial von 1,7 Billionen Euro

Von KI bis Fusion: Eine Studie sieht große Wachstumschancen, warnt aber vor fehlendem Kapital und zu langsamer Kommerzialisierung.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Deutschland hat laut Studie großes Potenzial in der Robotik. (Symbolbild) (Bild: Jens Schlueter/Getty Images)
Deutschland hat laut Studie großes Potenzial in der Robotik. (Symbolbild) Bild: Jens Schlueter/Getty Images

Deutschland verfügt über ein ungenutztes technologisches Wertschöpfungspotenzial von rund 1,7 Billionen Euro bis zum Jahr 2030. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie mit dem Titel Wachstumspfade der Boston Consulting Group (BCG) und des Gründerzentrums Unternehmertum.

Die Analyse zeichnet ein zweigeteiltes Bild des Standorts Deutschland. Während die Bundesrepublik über eine exzellente wissenschaftliche Basis und ein starkes Patentaufkommen verfüge, gelinge der Transfer in skalierbare Geschäftsmodelle nur unzureichend.

Ohne einen radikalen Kurswechsel bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen drohe der Standort im Wettbewerb mit den USA und China endgültig den Anschluss zu verlieren, erklärten die Autoren.

Sechs Felder im Fokus

Die Summe von 1,7 Billionen Euro Wertschöpfungspotenzial errechnet sich aus sechs zentralen Technologiefeldern, in denen Deutschland industrielle Stärken ausspielen könnte: Künstliche Intelligenz (KI), Quantentechnologie, Mikroelektronik, Biotechnologie, klimaneutrale Energie & Fusion sowie Mobilität.

Beim Thema KI raten die Experten, Deutschland solle nicht mit den USA im Bereich generischer Sprachmodelle konkurrieren. Vielmehr lägen die Chancen in der industriellen KI, der Robotik und sogenannten Weltmodellen, die physische Zusammenhänge verstehen.

Im Segment Mobilität sehen die Autoren der Studie (PDF-Dokument)(öffnet im neuen Fenster) ein großes Potenzial vor allem in der Batterieforschung, der Hyperloop -Technologie und autonomen Transportsystemen.

Dramatische Lücke bei Wagniskapital

Der Abstand zu den führenden Tech-Nationen wird in zwei Kennzahlen deutlich: Während in den USA rund 700 und in China etwa 370 sogenannte Unicorns – Start-ups mit Milliardenbewertung – entstanden, zählt Deutschland bislang nur rund 30 solcher Unternehmen.

Ein Hauptgrund sei der eklatante Mangel an Wachstumskapital: Im Jahr 2024 flossen der Studie zufolge in den USA 209 Milliarden US-Dollar Wagniskapital, in Deutschland waren es hingegen weniger als 10 Milliarden US-Dollar.

Die Hightech Agenda des Bundesforschungsministeriums sei die Chance, Deutschland als Industrie- und Technologiestandort neu zu erfinden, sagte Michael Brigl, Senior Partner und Zentraleuropa-Chef bei der Boston Consulting Group. "Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik oder Biotechnologie entscheiden nicht nur darüber, wer künftig wirtschaftlich das Rennen macht. Sie sind genauso entscheidend für die Resilienz und Souveränität unseres Landes."


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