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Deutschland nicht vorbereitet: Hitzewelle kostete Wirtschaft über 6 Milliarden Euro

Die wirtschaftlichen Verluste werden in Zukunft steigen, da Fabriken, Gebäude und Verkehrswege in Deutschland nicht auf Hitze vorbereitet sind.
/ Mike Faust
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Niedrige Pegelstände und aufgeplatze Straßenbeläge verteuern die Rohstoffkosten in Deutschland. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Niedrige Pegelstände und aufgeplatze Straßenbeläge verteuern die Rohstoffkosten in Deutschland. Bild: Andreas Rentz/Getty Images

Die Hitzewelle in den letzten beiden Juniwochen 2026 hat in Deutschland große wirtschaftliche Schäden verursacht. Wie das Handelsblatt berichtet (Paywall)(öffnet im neuen Fenster), ergab eine Prognos-Analyse(öffnet im neuen Fenster), dass das extreme Wetter die deutsche Wirtschaft in diesen zwei Wochen 6,32 Milliarden Euro kostete.

An Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius liegen die wirtschaftlichen Schäden bei etwa 431 Millionen Euro und steigen ab einer Temperatur von 35 Grad Celsius sprunghaft an. Die wirtschaftlichen Schäden liegen dann bei circa 948 Millionen Euro pro Tag.

Als Hauptursache für den wirtschaftlichen Einbruch wird die sinkende Arbeitsproduktivität genannt. Rund 97 Prozent der Schäden entstehen durch Angestellte, die bei großer Hitze langsamer arbeiten, unkonzentrierter sind und häufiger Pausen einlegen müssen.

Hitzewellen werden häufiger auftreten und länger andauern

Besonders betroffen ist laut Analyse das verarbeitende Gewerbe. Für diesen Sektor wurden mit 1,9 Milliarden Euro die höchsten Verluste berechnet. Im Gesundheits- und Sozialwesen lagen die Kosten bei etwa 662 Millionen Euro pro Tag.

Durch Hitzestress an Pflanzen, höhere Energiekosten für Kühlanlagen und sinkende Milcherträge bei Kühen verlor die Nahrungsmittelindustrie rund 196 Millionen Euro. Beschädigte Straßenbeläge und Schienen sowie niedrige Pegelstände auf Schifffahrtswegen verteuerten die Rohstoffversorgung zusätzlich.

Die Prognos-Experten bezeichnen den Wirtschaftsstandort Deutschland bei derart hohen Temperaturen als schlicht nicht vorbereitet, da Fabriken, Gebäude und Verkehrswege für ein Klima gebaut wurden, das es so nicht mehr gibt.

Es wird erwartet, dass starke Hitzewellen künftig häufiger auftreten und länger andauern werden. Entsprechend könnten sich bis zum Jahr 2030 die wirtschaftlichen Schäden auf bis zu 112 Milliarden Euro summieren.


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