Deutschland: Netzbetreiber hoffen auf 500-Milliarden-Sondervermögen
Ein großer deutscher Netzbetreiber hofft auf Unterstützung aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen der künftigen Bundesregierung. Das hat Golem.de am Rande des Branchentreffs Mobile World Congress in Barcelona erfahren. In Deutschland reagierten die IT-Verbände auf die angekündigten Pläne von Union und SPD für Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft unterschiedlich.
Eco-Chef Oliver Süme sagte(öffnet im neuen Fenster), wichtig sei, dass "ein signifikanter Anteil in die Digitalisierung fließt. Grundsätzlich darf es aber nicht nur bei der Bereitstellung von Geldmitteln bleiben. Die künftigen Koalitionspartner müssen auch strukturelle Herausforderungen angehen." Dies betreffe beispielsweise den Bau und Betrieb von Rechenzentren, der in Deutschland durch bürokratische Auflagen nicht lukrativ, oft sogar unmöglich sei.
Der Verband Eco vertritt Rechenzentrums- und Cloudbetreiber, Internet Service Provider, Netzbetreiber sowie die Hyperscaler aus den USA und betreibt den Internetknoten DE-CIX.
Umweltschutzverbände betonen beim Bau und Betrieb von Rechenzentren die Notwendigkeit von Abwärmenutzung, Ökostromversorgung und eines umweltverträglichen Kühlwassermanagements, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.
Bitkom setzt auf Förderung von KI und Quantum Computing
Der ITK-Branchenverband Bitkom forderte(öffnet im neuen Fenster) einen Digitalpakt Deutschland, der 100 Milliarden Euro im Wesentlichen aus dem Sondervermögen erhalten soll. Damit sollen Schlüsseltechnologien wie KI und Quantum Computing angeschoben werden.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, Deutschland dürfe "keine digitale Kolonie werden, wir müssen uns aus einseitigen Abhängigkeiten lösen, und das sollten nun wirklich alle verstanden haben. Wann, wenn nicht jetzt." Die Steuerung solle beim künftigen Digitalministerium liegen.
Der Leiter des Breko-Hauptstadtbüros, Sven Knapp, erklärte(öffnet im neuen Fenster): "Möglichst viel staatliches Geld ist keine Antwort auf die seit 2021 um 39 Prozent gestiegenen Baukosten und führt nicht zu einem schnelleren Ausbau." Die nächste Bundesregierung müsse vielmehr den Netzausbau mit höchster Priorität und einer wettbewerbsorientierten und investitionsfreundlichen Politik unterstützen, damit Unternehmen weiter Milliarden in den Glasfaserausbau in Deutschland investierten.
Philipp Müller, Geschäftsführer des Anga, sagte: "Infrastruktur besteht im 21. Jahrhundert nicht nur aus Straßen und Schienen, sondern auch aus Highspeed-Internetverbindungen. Gerade bei digitaler Infrastruktur gilt: Mehr Geld schafft noch keine Modernisierung." Nötig sei mehr Wettbewerb in Form einer zeitnahen Umschaltung der "alten und langsamen DSL-Kupfernetze überall dort, wo bessere Alternativen vorhanden sind. Als eine der ersten Maßnahmen sollte die neue Bundesregierung ein Konzept hierfür vorlegen."
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