"Deutschland im Deep Web": Mutmaßlicher Betreiber von Darknet-Markt festgenommen
Ermittler haben den mutmaßlichen Betreiber einer großen Darknet-Drogenplattform festgenommen, wie das Bundeskriminalamt in einer Presseerklärung mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Der 22 Jahre alte Student aus Niederbayern werde verdächtigt, mit dem illegalen Marktplatz namens Deutschland im Deep Web eine der größten deutschsprachigen Darknet-Plattformen betrieben zu haben, teilten das Bundeskriminalamt und die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) am 26. Oktober 2022 mit. Der Mann sei am 25. Oktober 2022 in Landshut festgenommen worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft.
Der Verdächtige war laut einem ZCB-Sprecher den Behörden schon zuvor bekannt. Er wurde demnach im Jahr 2019 verurteilt, weil er sich in das Netzwerk einer Schule gehackt hatte. Seine Plattform soll er seit November 2018 als insgesamt dritte Version unter diesem Namen betrieben haben.
Der Betreiber der schon fünf Jahre zuvor veröffentlichten ersten Version wurde 2018 zu mehreren Jahren Haft verurteilt, nachdem der Attentäter vom Olympia-Einkaufszentrum in München dort seine Waffe und Munition gekauft hatte. Eine zweite Version unter gleichem Namen war nach Angaben der Ermittler im Jahr 2018 nur kurz in Betrieb.
Dritte Version des Marktplatzes
Die dritte Version von Deutschland im Deep Web, die der nun festgenommene Student betrieben haben soll, diente nach Angaben der Ermittler vor allem dem Handel mit Drogen. Dort waren demnach rund 16.000 Benutzer angemeldet, davon 72 aktive Händler. Seit März sei die Plattform aber nicht mehr für Nutzer erreichbar gewesen.
Bei Durchsuchungen im Zuge der Festnahme des 22-Jährigen stellten Ermittler unter anderem Computer, Datenträger und Mobiltelefone sicher. Gegen den Mann wird nun wegen Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet ermittelt. Sollte er dafür verurteilt werden, drohen ihm nach Angaben der Ermittler bis zu zehn Jahre Haft.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.