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Deutschland, Frankreich, Griechenland: Gemeinsame Proteste und Streik gegen Stellenabbau bei Nokia

Nokias massiver Stellenabbau in Europa trifft auf Widerstand. Die Belegschaften beginnen, länderübergreifend zusammenzuarbeiten.
/ Achim Sawall
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Beschäftigte bei Nokia Athen werden mit ihrer Gewerkschaft aktiv. (Bild: Nokia Athener Gewerkschaft)
Beschäftigte bei Nokia Athen werden mit ihrer Gewerkschaft aktiv. Bild: Nokia Athener Gewerkschaft

Die IG Metall ruft mit anderen Gewerkschaften am heutigen Mittwoch zu einem europäischen Aktionstag gegen die Massenentlassungen und Standortschließungen bei Nokia auf. Das gab die IG Metall am 9. Dezember 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Nokia beschäftigt in Deutschland derzeit noch rund 2.500 Menschen.

"Wir halten die Schließung des Münchner Standorts weiterhin für einen großen Fehler. Das Unternehmen ist nicht in der Lage, schlüssige Argumente zu liefern" , erklärte Daniele Frijia, Geschäftsführer der IG Metall München und Mitglied im deutschen Nokia-Aufsichtsrat. Auf dem Gelände von Nokia München (Werner-Schlierf-Straße 8, 81539 München) findet eine kleine Aktion statt.

Zuvor war intern die Schließung von Nokia in München angekündigt worden , was laut IG Metall rund 300 Beschäftigte in München, Düsseldorf, Stuttgart, Ulm und Nürnberg betrifft. Nokia kommentierte dies auf Anfrage von Golem nicht.

Auch Infinera in München soll geschlossen werden. Nokia hatte Infinera erst im Juli 2024 für 2,3 Milliarden US-Dollar gekauft. Der Ausrüster für optische Netzwerke hat seinen Hauptsitz im kalifornischen San José.

In Frankreich kündigte Nokia laut einer gut informierten Quelle am 19. November 2025 an, bis Ende Juni nächsten Jahres 427 von insgesamt 2.380 Stellen an seinen Standorten Paris-Saclay und Lannion abzubauen. Ein internes Memo, das dem britischen Magazin Light Reading vorliegt(öffnet im neuen Fenster) , deutet darauf hin, dass die Kürzungen Beschäftigte aus verschiedenen Funktionen und Geschäftsbereichen betreffen. Nokia erklärte, der Stellenabbau beinhalte ein Abfindungsprogramm.

Vollversammlung und Streik in Griechenland

Aus Griechenland berichtete die Nokia-Gewerkschaft(öffnet im neuen Fenster) , die Ankündigung einer "neuen Strategie" betreffe mehr als 200 Beschäftigte, das sind rund 20 Prozent der Belegschaft in den Bereichen Mikrowellenfunk und Festnetz-Funkzugang (CPE). Sie sollen in eine interne Organisation überführt werden, mit der Aussicht, im Jahr 2026 verkauft zu werden.

"Wir haben umgehend reagiert: In einer großen Generalversammlung beschlossen die Nokia-Beschäftigten in Griechenland für den 10. Dezember einen 24-stündigen unternehmensweiten Streik. Sie fordern konkrete Zusagen zum Schutz aller Arbeitsplätze und Rechte, unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis (Nokia-Vertrag oder Leiharbeit), sowie die Übernahme aller derzeit entlassenen Kollegen in offene Stellen bei Nokia. Parallel dazu setzen wir unsere Aktionen in verschiedenen Formen fort" , erklärte die Gewerkschaft.

Am Streiktag wollen Vertreter der Nokia-Beschäftigten aus Frankreich, Deutschland und Italien um 12 Uhr griechischer Ortszeit per Livestream Solidaritätsbotschaften übermitteln. Griechenland ist Deutschland und der Mitteleuropäischen Zeit MEZ/CET immer eine Stunde voraus. In Deutschland wurde zudem eine Petition für den Erhalt(öffnet im neuen Fenster) von Standort und Arbeitsplätzen aufgesetzt.


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