Deutschland: E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung

Die E-Sport-Turniere der ESL und LCS waren auf der Gamescom mindestens so beliebt wie aktuelle AAA-Titel - eine Nische ist E-Sport nicht mehr. Wir haben in Gesprächen mit Teams und Zuschauern festgestellt, dass die Szene aber noch einiges zu tun hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Im Juni 2014 wurde Dota 2 vor rund 12.500 Zuschauern gespielt.
Im Juni 2014 wurde Dota 2 vor rund 12.500 Zuschauern gespielt. (Bild: Helena Kristiansson/ESL)

Nah herangehen will der ältere Gamescom-Besucher nicht an den E-Sport-Bereich in Halle 9. "Da sind doch nur die absoluten Nerds", sagt er und schaut nur aus sicherer Entfernung auf die Counter-Strike-Spieler, die mit Vorhängen vor Blicken der unter 16-Jährigen geschützt sind. Das stimmt aber nicht. Turniere wie die ESL One, die League of Legends Championship Series (LCS) und der Halo Gamescom Showdown zogen auf der Spielemesse mindestens so viele Spieler an wie ein neuer AAA-Titel für die aktuelle Konsolengeneration. Schon im Juni hatten über 12.000 Zuschauer Dota-2-Spielern im Frankfurter Fußballstadion zugeschaut.

Inhalt:
  1. Deutschland: E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
  2. Wozu Terminpläne?

Besonders zum Counter-Strike-Turnier kamen auf der Gamescom viele Zuschauer, die zuvor kaum etwas mit der Materie oder auch dem Spiel selbst zu tun hatten. "Ich hab die Zuschauer laut jubeln gehört und wollte wissen, was sie daran so cool finden. Nun sitze ich eine halbe Stunde hier, bin begeistert und mache mit. Und das alles, obwohl ich Counter-Strike nur selten spiele", sagte eine junge Zuschauerin im Pokemon-Shirt. Doch die E-Sport-Neulinge haben es noch schwerer als die E-Sport-Fans. Die Szene muss professioneller, strukturierter und offener werden, um mehr Menschen begeistern zu können, so der Tenor auf der Gamescom.

Erklärung? Fehlanzeige

Dazu gehört, den Neulingen überhaupt eine Chance zu geben zu verstehen, worum es geht. Besonders beliebte Spiele sind die Mobas (kurz für Multiplayer Online Battle Arena), die für Einsteiger nicht sofort zu durchschauen sind. Erklärungen gibt es jedoch kaum. "Die Kommentatoren reden so hektisch und schmeißen mit Fachbegriffen um sich, dass ich nichts verstehe", sagt ein Zuschauer im LCS-Stadion, der selbst eher Strategietitel wie Starcraft spielt und mit seinen Freunden gekommen ist. Solche Wünsche nach Anfänger-Streams wie beim Dota-2-Turnier The International hören die Teams oft. "Einsteiger wollen das Spiel live erklärt bekommen", sagt ein Teammanager. Dafür seien aber nicht die Teams verantwortlich, sondern die Organisatoren der Events.

Nicht nur die Spiele selbst sind erklärungsbedürftig, sondern das gesamte Ligen- und Turniersystem des E-Sports. "Vor einiger Zeit wollte ich mehr E-Sport schauen, nur hab ich da nicht durchgeblickt. Es gibt gefühlt Tausende Ligen und Teams. Nur welche sind wichtig?", fragt ein Zuschauer des Starcraft-EPS-Finales. Des Problems ist sich auch die ESL bewusst. So erklärte uns der ESL-Gründer Ralf Reichert auf der ESL One im Frankfurter Fußballstadion vor ein paar Wochen: "Die ESL und ihr Ligensystem sind selbst für ambitionierte Spieler zu kompliziert. Wir wollen dort eine klarere Struktur einbringen. Online-Turniere haben nämlich nicht mehr den Stellenwert eines Offline-Events." Und das ist nicht die einzige Baustelle.

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Wozu Terminpläne? 
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Nrgte 22. Aug 2014

Und einer nennt sich Hulk. Wie hiess der nochmal mit richtigem Namen? xD

theonlyone 20. Aug 2014

Das Ding ist eben das E-Sport nicht wirklich ein "Fernsehen" Ding ist. Schaut man per...

kellemann 20. Aug 2014

Genau wie im Fußball Stadion, da sieht man nämlich nicht viel vom Spiel, aber es geht um...

B1ackS0ul 20. Aug 2014

Das ganze auch mit einem Bildbeleg: http://imgur.com/a/rWbuc



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