Deutschland: Breitbandversorgung verbessert sich nur langsam

Die Breitbandversorgung in Deutschland verbessert sich langsam. "Auf der anderen Seite besteht bei den Glasfaseranschlüssen einiges an Nachholbedarf" , sagte Maik Außendorf, Sprecher für Digitalpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, am 17. Dezember 2021. Die zeigten die Vorstellung des Tätigkeitsberichts der Bundesnetzagentur (PDF)(öffnet im neuen Fenster) und des Sektorgutachtens der Monopolkommission.
Im Koalitionsvertrag habe man klar festgeschrieben, dass Kupferkabel auf der letzten Meile der Vergangenheit angehören sollten, betonte Außendorf.
Laut Bundesnetzagentur haben 90 Prozent der Haushalte Zugang zu Anschlüssen mit 100 MBit/s, für 62 Prozent waren Mitte des Jahres Gigabitgeschwindigkeiten verfügbar. Die Investitionen erhöhten sich zwar Jahr für Jahr, ausbaufähig sind laut dem Bericht der Ausbau reiner Glasfasernetze bis in die Gebäude und Wohnungen (FTTB/H).
Kabelnetz trägt viel zum Gigabit-Angebot bei
Die Zahl der mit FTTH/FTTB versorgten beziehungsweise erreichbaren Kunden hat sich laut Bundesnetzagentur zur Jahresmitte 2021 auf 7,5 Millionen erhöht. Im Vergleich zum Jahresende 2020 (6,7 Millionen) konnte somit innerhalb eines Halbjahres ein Anstieg von 0,8 Millionen erreicht werden. Diese Angaben zur Verfügbarkeit berücksichtigen neben den aktiven auch nicht aktive FTTH/FTTB-Endkundenanschlüsse, die bereits zur Verfügung stehen, aber noch nicht vertraglich gebucht und in Betrieb sind (Homes passed).
Durch die positive Nachfrageentwicklung sei der Anteil der aktiven FTTH/FTTB-Anschlüsse an den gesamten aktiven Breitbandanschlüssen in Festnetzen zur Jahresmitte 2021 von 5,5 Prozent im Jahr 2020 auf 6,3 Prozent gestiegen, heißt es weiter. "Die dennoch geringe Verbreitung solcher Anschlüsse ist im Wesentlichen auf den hohen Versorgungsgrad mit bestehenden leistungsfähigen Infrastrukturen (VDSL-Vectoring und HFC-Netze) zurückzuführen." Die Take-up-Rate liegt bei Glasfaser derzeit etwa 31 Prozent und wird durch die vielen neuen Anbieter steigen, erwartet die Bundesnetzagentur.