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Kein Lagerort wie jeder andere

Menschen sind dort unten im Berg selten. Die Öffentlichkeit hat an zwei Tagen im Jahr die Möglichkeit, per geführter Besuchergruppe diesen geheimnisvollen Ort zu besichtigen.

Besonders spannend sieht das dort gelagerte Archivmaterial nicht aus. Auf meterlangen Regalwänden befinden sich spezielle Edelstahlbehälter, eng und sorgfältig aufgereiht und genauestens dokumentiert. Denn der Inhalt ist von unschätzbarem Wert.

Mehr als 1.600 dieser luftdicht verschlossenen Behälter befinden sich im Barbarastollen. Darin eingelagert sind über 1,3 Milliarden Dokumente, für die Ewigkeit auf Mikrofilm archiviert. Alle Filmrollen hintereinandergelegt bringen es auf eine Gesamtlänge von inzwischen über 32.000 Kilometern. Damit fehlen nur noch knapp 8.000 Kilometer, um den Äquator mit Mikrofilm zu umwickeln.

Mikrofilm, die beste Speichermethode der Welt

Aber warum lagert eigentlich alles auf Mikrofilm? Mikrofilm erinnert an Kindheitserinnerungen, Sean Connery ist James Bond und die TV-Bilder flimmern in Schwarz und Weiß in die Wohnstuben.

"Der Mikrofilm ist unter bestimmten Lagerungsbedingungen ein besonders haltbares, genauer gesagt, ein langzeitstabiles Medium", erklärt Kebbel und: "Die Bilder auf den Mikrofilmen können jederzeit mit einer einfachen Lupe und Sonnenlicht auch noch nach 500 Jahren ohne Qualitätsverlust ausgelesen werden."

Das macht Mikrofilm zum besten Speichermedium der Welt. Bis heute gibt es kein digitales Speicherformat, das Daten über eine so lange Zeit sichern könnte. Hinzu kommt ein weiteres Problem digitaler Speichermedien: "Digitale Daten benötigen immer besondere Geräte, um sie auslesen zu können. Diese Geräte sind durch die ständig voranschreitende Technik nicht in allen Fällen dauerhaft verfügbar", sagt Maren Kebbel.

Übrigens bezeichnet der Name Mikrofilm nicht das Filmmaterial, sondern das eingesetzte Verfahren. Fotografen sprechen daher exakter von Mikroform.

Das Verfahren ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt und somit eng mit dem Beginn der analogen Fotografie verknüpft. Bilder lassen sich somit auf verschiedene Größen verkleinern, angefangen vom Format 1:20 bis hin zu 1:96.


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