Deutscher Städte- und Gemeindebund: "Raus aus der analogen Komfortzone"
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund drängt die Kommunen, mehr in die Digitalisierung zu investieren. "Wir müssen langsam mal raus aus der analogen Komfortzone" , sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Interview(öffnet im neuen Fenster) mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Zwar seien 90 Prozent der Kommunen der Ansicht, dass Digitalisierung ein wichtiges Thema sei. Wenn es aber "um die konkrete Umsetzung geht, haben wir vielerorts noch Nachholbedarf."
Schon beim Erarbeiten einer digitalen Strategie seien die Verwaltungen in Deutschland zu langsam. "Wer die Städte nach ihrer Digitalisierungsstrategie der nächsten Jahre fragt, bekommt – von Ausnahmen abgesehen – in der Regel keine Antwort" , sagte Landsberg. Flächendeckend sei das noch nicht ausgerollt. "Wer da vorankommen will, muss das Thema zur Chefsache machen – die Führung einer Kommune muss sich zur Digitalisierung bekennen" , betonte Landsberg und forderte: "Fangt da an, wo die Bürger am meisten der Schuh drückt und wo wir ein Massengeschäft haben – bei Anwohnerparkplätzen zum Beispiel oder An- und Abmeldungen."
Das derzeit vielfach geforderte Digitalministerium zur Bündelung der Zuständigkeiten in der Bundesregierung würde den Kommunen "wahrscheinlich eher nichts bringen" , sagte der Hauptgeschäftsführer. Eine Bündelung auf der Bundesebene wäre sinnvoll, aber ob man dafür gleich ein Ministerium brauche, das bezweifle er. Jedes Ressort habe seine eigenen Ziele und damit auch seine eigenen Programme. "Mit einer besseren Koordinierung kommt man da schon hin" , schätzte Landsberg ein.
Um Digitalisierung voranzubringen, muss es aus Sicht von Landsberg nicht nur Anforderungen an das Personal geben, sondern auch Anreize. Die Leute müssten merken, dass ihnen Weiterbildung in ihrer beruflichen Laufbahn etwas bringe.
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