Deutscher Sci-Fi-Film Tides: Zu schön, um gut zu sein?

Nach seinem Endzeitfilm Hell präsentiert Tim Fehlbaum seinen zweiten deutschen Science-Fiction-Film - diesmal aber mit internationaler Besetzung.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Und wieder auf der Erde: die Astronautin Louise Blake (Nora Arnezeder)
Und wieder auf der Erde: die Astronautin Louise Blake (Nora Arnezeder) (Bild: Vega Film)

Ein Kinodebüt mit einem Science-Fiction-Film ist unter deutschsprachigen Regisseuren selten. Schließlich leben wir in einem Land der romantischen Komödie und der filmischen Vergangenheitsbewältigung, über deutsch-produzierte Fantastik wird immer noch oft die Nase gerümpft. Dennoch war Tim Fehlbaums Endzeitfilm Hell über eine Welt, in der die Sonne immer heißer, das Land immer trockener und das Überleben immer schwieriger wird, ein gelungener Auftakt. Produziert von Roland Emmerich musste dieser Film den internationalen Vergleich nicht scheuen.

Inhalt:
  1. Deutscher Sci-Fi-Film Tides: Zu schön, um gut zu sein?
  2. Eine Lektion über Klassenkampf

Zehn Jahre sind seitdem vergangen. Fehlbaum hat in dieser Dekade keinen weiteren Film präsentiert, nun meldet er sich mit einem neuen Science-Fiction-Stoff zurück: Tides heißt das Werk, das auf der diesjährigen Berlinale sein Debüt feierte und ab 26. August in den deutschen Kinos läuft. Leicht wird es Fehlbaums melancholischer Science-Fiction-Trip wohl nicht haben, auch wenn er mit Iain Glen (Game of Thrones) und Nora Arnezeder (Zoo) besetzt ist.

In Tides geht es nach Jahren auf Kepler 209 zurück zur Erde

Zumeist erzählt moderne Science-Fiction von der Reise des Menschen ins All. Bisweilen lässt er eine sterbende Erde hinter sich zurück. So ähnlich ist das auch hier, nur dass Tides lange nach dieser Flucht ins All einsetzt. Die Menschen - zumindest die, die es sich leisten konnten - flohen zum weit entfernten Planeten Kepler 209, um ihn zu besiedeln. Das Leben dort hat aber seine Tücken. So zeigt sich nach mehreren Generationen, dass die Frauen auf dieser Welt unfruchtbar geworden sind.

Um das Überleben der Menschheit zu sichern, wird eine Mission zur Erde geschickt, die herausfinden soll, ob diese wieder bewohnbar ist. Allerdings verschwindet die erste Mission, weswegen eine zweite losgeschickt wird, unter anderen mit der Astronautin Blake (Arnezeder).

Drehort für Tides war eine deutsche Insel

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Gedreht wurde der Film auf der Insel Neuwerk, die nur über eine Kutsche von Cuxhaven aus erreichbar ist. Das Wattenmeer bietet die perfekte Kulisse. "Da hat man für umsonst ein riesiges Production Value! Da müsste ich doch nur noch eine Astronautin im Schlamm liegen und aufwachen sehen und im Hintergrund steht ihre Raumkapsel und schon wäre ich im Science-Fiction-Setting des Filmes", sagte Fehlbaum dem NDR.

Dass er ein Auge für tolle Bilder hat, hat Fehlbaum schon bei Hell unter Beweis gestellt. Bei Tides baut er das noch aus: Die Bilder des Wattenmeers sehen atemberaubend aus. Nur jeweils sechs Stunden konnten Cast und Crew dort arbeiten, bevor die Flut kam und man auf den nächsten Tag warten musste.

Anstrengende Dreharbeiten inmitten des Schlicks waren für die Macher und Darsteller des Films ebenso herausfordernd wie für die Figuren der Geschichte, die in einer Welt leben, in der das Wasser ständiger Begleiter ist. Die Bilder fing Kameramann Markus Förderer ein. Seine Vision einer nebelverhangenen Welt kommt mit grimmiger Atmosphäre daher. Der Film sieht auch deswegen teurer aus, als er wohl eigentlich war.

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Die wenig verklausulierte Botschaft: Rettet die Erde

So berauschend die Bilder sind - und so sehr Fehlbaum sich offenbar selbst daran berauscht hat -, so durchwachsen ist leider die Geschichte. Sie kommt mit einer nur schwach verklausulierten Ökobotschaft daher. So ehrenwert diese Botschaft ist, vermittelt wird sie leider mit dem Holzhammer.

Zudem ist sie nur Hintergrund für einen apokalyptischen Film, der sich weniger mit dem Status Quo dieser Welt als vielmehr mit der Hauptfigur auseinandersetzt. Diese wird nämlich von dem moralischen Dilemma geplagt, ob sie ihren Leuten zuhause überhaupt Bescheid geben soll.

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Eine Lektion über Klassenkampf 
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Kein Kostverächter 07. Sep 2021 / Themenstart

Erinnert mich an die Kurzgeschichte "With friends like these" aus der gleichnamigen...

Crass Spektakel 04. Sep 2021 / Themenstart

Eine richtig geile Sci-Fi-Umgebung wäre TRAPPIST-1. Da liegen sieben erdähnliche Planeten...

John2k 30. Aug 2021 / Themenstart

Es wird eher generell nicht möglich sein. Sie würde dann ihre Eigenschaften ändern. Je...

amagol 28. Aug 2021 / Themenstart

War auch mein erster Gedanke. Aber genau wie Trigedasleng ist das total unlogisch. Egal...

Emulex 27. Aug 2021 / Themenstart

Ganz konkrete Frage: Bist du bereit die Zukunft und den Wohlstand Deutschlands und dir...

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