Eine Lektion über Klassenkampf

Denn auf der Erde gibt es tatsächlich Überlebende. Was folgt, ist im Grunde eine Lektion über Klassenkampf: auf der einen Seite die etwas primitiven Ureinwohner, auf der anderen die "zivilisierteren" Kolonisten. Wie immer würde das darauf hinauslaufen, dass es den Schwächeren an den Kragen geht.

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So fragt sich Blake, ob sie überhaupt das moralische Recht hat, diejenigen zur Erde zu lotsen, die den jetzigen Bewohnern alles nehmen würden. Denn das Überleben der Menschheit ist durch die Überlebenden auf der Erde ohnehin gesichert.

Diese Konstellation ist spannend, was aber nicht über logische Holprigkeiten hinwegtäuschen kann. Etwa die: Die Astronauten erwarten, dass die Erde verstrahlt ist, haben aber offenkundig keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

So spricht man in der Zukunft

Eine schöne Idee ist, dass die Überlebenden der Erde längst nicht mehr die Sprache sprechen, die ihre Vorfahren einst sprachen. Vielmehr ist es ein Kauderwelsch, bei dem immer wieder Brocken verschiedener Sprachen auszumachen sind. Das ist toll, lässt sich aber natürlich im Sinne der Dramaturgie nicht komplett durchziehen. Es gibt also noch Leute, die die Sprache der Astronautin sprechen.

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Insgesamt bleibt bei dem Film das Gefühl zurück, dass man weit mehr aus der Prämisse hätte machen können. Das generelle Problem von Tides ist, dass der Film auf keinem festen narrativen Fundament ruht. Er lässt Potenzial ungenützt zurück, weil er zu sehr von der Wirkmacht seiner eigenen Bilder beeindruckt ist.

Fehlbaum, der auch am Skript beteiligt war, erweist sich als Regisseur mit einem Gespür für großartige Bilder, aber er erliegt ihrer Verführung. Denn so stark die Bilder auch sind, letztlich braucht es eine ebenso starke Geschichte, um beim Zuschauer nachzuwirken. Das ist hier aber nicht gegeben.

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Tides ist der ehrbare Versuch einer deutschen Science-Fiction-Produktion - abseits der wunderbaren Bilder ist aber noch viel Luft nach oben. Dennoch bleibt zu hoffen, dass Fehlbaum dem Genre treu bleibt und nicht wieder eine Dekade verstreicht, bis er seinen neuen Film präsentiert.

Die deutsche Fantastik steht noch so weit am Anfang, dass es mehr Filme braucht, um an einen Punkt zu kommen, an dem hiesige Produktionen sich vor internationaler Konkurrenz nicht mehr zu verstecken brauchen.

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 Deutscher Sci-Fi-Film Tides: Zu schön, um gut zu sein?
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Kein Kostverächter 07. Sep 2021 / Themenstart

Erinnert mich an die Kurzgeschichte "With friends like these" aus der gleichnamigen...

Crass Spektakel 04. Sep 2021 / Themenstart

Eine richtig geile Sci-Fi-Umgebung wäre TRAPPIST-1. Da liegen sieben erdähnliche Planeten...

John2k 30. Aug 2021 / Themenstart

Es wird eher generell nicht möglich sein. Sie würde dann ihre Eigenschaften ändern. Je...

amagol 28. Aug 2021 / Themenstart

War auch mein erster Gedanke. Aber genau wie Trigedasleng ist das total unlogisch. Egal...

Emulex 27. Aug 2021 / Themenstart

Ganz konkrete Frage: Bist du bereit die Zukunft und den Wohlstand Deutschlands und dir...

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