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Deutsche TV-Plattform: Reine DVB-I Streaming-Fernseher kurz vor dem Start

DVB-I-TV-Geräte bringen das Fernseh-Programm ohne Kabel-, Satellit- oder Terrestrikanschluss. Die Hersteller sind beim Update vorsichtig, um mehr neue Geräte zu verkaufen.
/ Achim Sawall
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Frank Heineberg (RTL) vom Medientechnologieverband Deutsche TV-Plattform am 10. September 2026 auf dem FRK Breitbandkongress in Leipzig (Bild: Achim Sawall/Golem)
Frank Heineberg (RTL) vom Medientechnologieverband Deutsche TV-Plattform am 10. September 2026 auf dem FRK Breitbandkongress in Leipzig Bild: Achim Sawall/Golem

TV-Geräte mit dem neuen Verbreitungsstandard DVB-I sind kurz vor dem Start. Das sagte Frank Heineberg (RTL) vom Medientechnologieverband Deutsche TV-Plattform am 10. September 2026 auf dem FRK Breitbandkongress in Leipzig (öffnet im neuen Fenster). "Es gab erste vorsichtige Demos auf der IFA in Berlin. Wir wissen von einigen Geräteherstellern, dass sie so weit sind."

Unklar sei bislang noch, ob Smart-TV durch ein einfaches Update DVB-I erhalten könnte, sagte Heineberg. "Die Smart-TV-Hersteller warten zumindest in Deutschland noch, bis wirklich das fertige DVB-I gelauncht wird. Dann werden sie offenbaren, welcher Hersteller damit herauskommt."

Generell hätten die TV-Gerätehersteller nur ein bedingtes Interesse, alte Geräte mit hochzuziehen, sie wollen neue Geräte verkaufen. "Vielleicht wird das Update für ein Jahr alte Geräte aus dem Jahr 2025 oder 2026 angeboten."

Fernseher können mit DVB-I das Programm ausliefern, wenn sie nur mit dem Internet verbunden sind, und benötigen keinen Kabel-, Satellit- oder Terrestrikanschluss mehr. "Es kann in der Anwendung so sein. Wir denken mehr in die Richtung, dass der Kunde einen Hauptfernseher mit Kabelanschluss hat, mit dem er zufrieden ist, und in einem anderen Raum einen Zweitfernseher mit Internetanschluss. Aber im Prinzip ist das Ganze denkbar", versuchte Heineberg die anwesenden Kabelnetzbetreiber zu beruhigen.

Hohe CDN-Kosten befürchtet

Würde das Fernsehen nur noch per Internet über DVB-I verbreitet, fielen hohe Kosten für Content Delivery Network (CDN) bei den Inhalteanbietern an, räumte Heineberg ein.

Tatsächlich baut beim Internet-Streaming wie über DVB-I im Standardfall jeder einzelne Fernseher einen eigenen Datenstrom zum Server auf. Um solche gigantischen Datenmengen zur Prime-Time ohne Ruckeln an Millionen Haushalte zu verteilen, müssten Inhalteanbieter wie ARD, ZDF oder RTL riesige Servernetzwerke und Bandbreiten bei Serverdienstleistern anmieten.

Heineberg betonte: "Es gibt jetzt bei den TV-Geräten, die vermutlich Ende des Jahres oder nächstes Jahr auf den Markt kommen, einen neuen Sendersuchlauf neben DVB-C, DVB-T und DVB-S für DVB-I." Wie dieser benannt wird, sei noch unklar, aber es gebe die Möglichkeit, dass eine Senderliste geladen wird, die zusätzlich zum Bord-Task empfangene Internet-Streams bereitstellt: mit Mediathekenangeboten, lokalen TV-Angeboten, Fast-Kanälen und allen möglichen Arten von Content.

"Es ist perspektivisch auf allen Endgeräten abspielbar", sagte er. Dann könnten die Qualitätsstufen SD, HD und UHD an einem Programmplatz angeboten werden.

"Wir Deutschen werden gerade als Vorreiter für DVB-I angesehen, jeder wartet auf unsere Umsetzung, weil wir relativ weit sind, auch in der kompletten Anzahl von Stakeholdern", sagte Heineberg. In anderen Ländern wie Italien gebe es auch schon DVB-I. "Da machen aber nur die privaten Broadcaster mit. Andere machen auch Tests und wissen nicht so richtig, wie sie das einsetzen wollen."


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