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Deutsche Tochterfirma: Waymo landet in München

Die Waymo Germany GmbH steht seit Mitte Juni im Handelsregister. Jobausschreibungen und eine mögliche Partnerschaft deuten auf einen baldigen Start hin.
/ Michael Linden
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Waymo-Fahrzeug in den USA (Bild: Heather Diehl/Getty Images)
Waymo-Fahrzeug in den USA Bild: Heather Diehl/Getty Images

Anfang Mai 2026 hat Waymo in München eine Tochtergesellschaft eintragen lassen. Die Waymo Germany GmbH wurde am 15. Juni 2026 beim Amtsgericht München registriert, der Gesellschaftsvertrag datiert vom 13. Mai, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet(öffnet im neuen Fenster). Als Unternehmenszweck nennt der Eintrag das Anbieten von Fahrdienstleistungen mit autonomen Fahrzeugen sowie die Unterstützung entsprechender Angebote durch Dritte.

Waymo ist die Robotaxi-Sparte des Google-Mutterkonzerns Alphabet. In den Vereinigten Staaten betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in elf Städten. Bis Jahresende sollen eine Million wöchentliche Fahrten erreicht werden.

Transdev und Testfahrer: Hinweise auf baldigen Betrieb

Parallel zur Gründung kursieren laut FAZ Hinweise auf Personalsuche für einen baldigen Betrieb. Der Mobilitätskonzern Transdev, nach eigenen Angaben Deutschlands größter privater Mobilitätsanbieter, schreibt eine Stelle als Betriebsleiter Autonomes Fahren(öffnet im neuen Fenster) in München aus. Das Unternehmen befördert mit Bussen und Regionalzügen jährlich rund 200 Millionen Fahrgäste und verfügt über Flotten, Werkstätten und operative Erfahrung im Tagesgeschäft.

Ob Transdev dabei als Partner für Waymo auftritt, ist offiziell nicht bestätigt. Das Zusammenspiel aus Stellenprofil und Unternehmensstruktur legt eine solche Konstellation jedoch nahe.

Hinzu kommen Anzeigen der Personalvermittlung WIFI(öffnet im neuen Fenster), die in Berlin und München Testfahrer und Fahrtrainer für autonome Fahrzeuge sucht. In den Ausschreibungen ist von "echten deutschen Straßen" die Rede, nicht von Simulatoren oder Labors. Die Stellen sind auf ein Jahr befristet, eine Verlängerung wird in Aussicht gestellt. Ein direkter Zusammenhang mit Waymo ist nicht belegt, gilt laut FAZ aber als wahrscheinlich.

Was der Eintrag über die Strategie verrät

Der Schritt nach Deutschland fügt sich in ein Expansionsmuster ein. London gilt als erster großer Markt außerhalb Nordamerikas, in Tokio arbeitet Waymo mit lokalen Taxipartnern zusammen. Deutschland bietet dabei etwas, das London nicht hat: Es ist ein Markt innerhalb der Europäischen Union, mit allen regulatorischen Implikationen für den gesamten Kontinent.

Technologisch hat sich die Branche verändert. Waymo betreibt seit Ende 2025 ein sogenanntes Foundation Model im Produktivbetrieb, ein großes neuronales Netz, das auf Fahrdaten aus dem realen Betrieb trainiert wird. Die Hardwarekosten für die Fahrtechnik sollen nach Unternehmensangaben inzwischen unter 20.000 Dollar je Fahrzeug liegen. Frühere Generationen kosteten ein Vielfaches.

Ob und wann in Deutschland kommerzielle Robotaxi-Fahrten beginnen, hängt auch von der Zulassungssituation ab. Das Handelsregister allein gibt darüber keine Auskunft.

Erste eigene Fahrzeuge geplant

Während Waymo in Deutschland erste Strukturen aufbaut, treibt das Unternehmen parallel die Flottenerneuerung voran. Mit dem Ojai hat Waymo ein Fahrzeug vorgestellt, das erstmals eigens für den Robotaxi-Betrieb entwickelt wurde. Gebaut wird es vom chinesischen Hersteller Zeekr. Bisher setzte Waymo auf umgebaute Serienfahrzeuge, zuletzt hauptsächlich auf den Jaguar E-Pace.

Dabei ist die Expansion nicht frei von Rückschlägen. Mitte Juni rief Waymo in den USA knapp 3.900 Fahrzeuge zurück, nachdem die Robotaxis in dreizehn bekannten Fällen unbefugt in Baustellen gefahren waren, sowohl auf Autobahnen als auch im Stadtverkehr.


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