Deutsche Telekom: Satelliten-SMS von Starlink könnte nach Deutschland kommen
Die Deutsche Telekom beobachtet neue Technologien wie Direct-to-Cell von Starlink. Über Technik, Standards und verwendete Roaming-Schnittstellen ist noch wenig bekannt.
Die Deutsche Telekom schließt eine Zusammenarbeit mit Starlink bei Direct-to-Cell nicht aus. Man beobachte kontinuierlich den Markt und suche "nach interessanten Innovationen und/oder Partnerschaften", erklärte Unternehmenssprecher Philipp Kornstädt Golem.de auf Anfrage. Der künftige Dienst Direct-to-Cell ermöglicht eine schmalbandige Datenverbindung für SMS in Regionen ohne Mobilfunkversorgung.
"Technologien, die für unsere Kundinnen und Kunden einen Mehrwert bedeuten könnten, werden von uns hinsichtlich einer möglichen Nutzung betrachtet und bewertet", sagte Kornstädt.
In den USA arbeitet Starlink bei Direct-to-Cell bereits mit der Telekom-Tochter T-Mobile US zusammen. Weltweit gewann Starlink für den Mobilfunkdienst bisher acht Partner unter den Netzbetreibern, darunter Salt aus der Schweiz.
Nach dem Start der ersten Starlink-Satelliten mit Direct-to-Cell am 2. Januar 2024 erklärte Firmengründer Elon Musk: "Der Dienst unterstützt nur etwa 7 MBit/s pro Beam und ein Beam ist sehr groß." Obwohl dies eine Lösung für Standorte ohne Mobilfunkverbindung sei, sei Direct-to-Cell zu bestehenden terrestrischen Netzen nicht konkurrenzfähig.
Neues Starlink-eNodeB-Modem ermöglicht SMS
Über die Technik, die Direct-to-Cell ermöglicht, ist sehr wenig bekannt. Starlink gab lediglich an, in den neuen Satelliten ein fortschrittliches eNodeB-Modem zu verwenden. Gleichzeitig muss das Bodennetzwerk von Starlink mit dem Netzwerk des Mobilfunkpartners verbunden werden, um Direct-to-Cell zu ermöglichen. Angaben zu genutzten Standards und Schnittstellen gibt es bislang nicht. Die Partnerschaften mit erdgebundenen Anbietern sind nötig, denn die "fliegenden Basisstationen", wie Starlink sie selbst nennt, müssen als Ursprung- oder Zielzellen eingebunden werden. Die Protokolle dafür werden ab dem 3GPP-Release 17 entwickelt. Das naheliegende Protokoll der Netzzusammenschaltung wäre ein Roaming-Protokoll, denn Starlink agiert wie ein eigenständiges Netz.
Allerdings gibt es bei 3GPP auch die Variante, fliegende Zellen direkt über Gateways zu integrieren. Direct-to-Cell beschreibt die Möglichkeit, sich direkt mit dem Smartphone mit einer Satellitenzelle zu verbinden. Das spezielle eNodeB-Modem in den Satelliten kompensiert die Dopplereffekte bei Laufzeit und Geschwindigkeit im Vergleich zu erdgebundenen Stationen.
Funktionieren soll der neue Service mit praktisch jedem handelsüblichen LTE-Smartphone, ohne dass die Firmware aktualisiert werden muss.
Salt erwartet für Ende 2024 den Start des Dienstes in der Schweiz und arbeitet dazu mit den Schweizer Regulierungsbehörden und denen der Nachbarländer zusammen. Ab dem Jahr 2025 will Starlink nach eigenen Angaben auch Sprachtelefonie und IoT (Internet Of Things) bei Direct-to-Cell anbieten.
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In den USA soll es ja schon laufen. Irgendwer wird es vermutlich auch in Deutschland...
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