Deutsche Telekom: Glasfaser für bayerische Insel enorm aufwendig
Die Verlegearbeiten von Glasfaser der Deutschen Telekom durch den Chiemsee zur Fraueninsel gestalten sich enorm aufwendig. Darüber berichtet das Unternehmen in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) . Für die Verbindung muss ein 1,2 Kilometer langes Seekabel durch den Chiemsee verlegt werden und für die gesamte Strecke vom Ufer in Gstadt am Chiemsee bis zur Fraueninsel wird ein spezieller Bohrer benötigt.
Die Bergert Group aus Sachsen stellt den Bohrer Ditch Witch AT40 mit 16 Tonnen Gewicht und einer Schub- und Druckkraft von 18 Tonnen, der den Angaben zufolge beinahe jeden Boden durchdringen kann – Fels ebenso wie Sand. Dabei müssen die Abwasser-Ringleitungen rund um den Chiemsee umgangen werden. Taucher müssen das Verlegen des Kabels unter Wasser überwachen.
Hinzu kamen zeitliche Verzögerungen. Bereits im Jahr 2018 erhielt die Telekom den Auftrag für die Glasfaseranbindung der Fraueninsel , doch die Arbeiten konnten erst im Herbst 2019 beginnen. Thomas Stecher, Baubegleiter der Telekom, erklärte: "Zum einen dürfen wir wegen des Tourismus auf der Insel zu bestimmten Zeiten gar nicht bauen." Von Frühjahr bis Spätsommer würden die Arbeiten die vielen Gäste und Ausflügler auf der Fraueninsel stören, zumal ein Teil der Leitungen direkt am Rundweg verläuft, auf dem die Urlauber über die Insel gelangen.
Dann mussten zum Beispiel einige tausendjährige Linden bei der Verlegung weiträumig umgangen werden, um das Wurzelwerk nicht zu beschädigen. Und die gesamte Strecke musste auf Kampfmittelfreiheit geprüft werden, denn die Insel wurde im Zweiten Weltkrieg bombardiert.
Die Versorgung der Insel mit Breitband ist dringend nötig. Wie Karl-Heinz Heitauer, der Breitbandbeauftragte der Gemeinde, der Chiemgau-Zeitung sagte, erhalten die Nutzer "in der Regel 3 bis 5 Megabit pro Sekunde (MBit/s)" . In Ausnahmefällen, wenn Richtfunk eingeschaltet werde, seien 19 bis 20 MBit/s möglich.
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