Deutsche Telekom: Gaia-X droht dasselbe Schicksal wie De-Mail

"Wir haben da viel Geld verloren. Es ist gefloppt. Komplett gefloppt", schimpft ein Telekom-Manager über De-Mail.

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Blade Server von Huawei
Blade Server von Huawei (Bild: Huawei)

Wenn der Staat und einige große Firmen Gaia-X nicht bald nutzen, drohe dem europäischen Cloud-Projekt dasselbe wie der De-Mail. Das sagte der bei der Deutschen Telekom für den Bereich Geschäftskunden verantwortliche Hagen Rickmann im ntv-Podcast So techt Deutschland. "Die sichere E-Mail für alle, sogar mit Gesetzesvorlage: Wir haben in dieses Projekt als Telekom viele, viele Millionen investiert. Wir haben da viel Geld verloren. Es ist gefloppt. Komplett gefloppt. Genau wie bei Gaia-X, viele Absichten, aber irgendwann muss mal einer bestellen."

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Das hätten Regierung und Staat bei De-Mail nicht getan. "Da hätte man auch überlegen können, ob man alle staatlichen Institutionen dazu verpflichtet, De-Mail flächendeckend einzusetzen", sagte der Manager. Bürgern fehle sonst die Motivation, so einen Dienst zu nutzen.

Im April 2011 war das Gesetz für die rechtssichere De-Mail beschlossen worden. Bei GMX, Web.de und bei der Deutschen Telekom hatten sich zuvor fast 700.000 Menschen für die De-Mail vorangemeldet. Im Februar 2015 hatten laut einem Bericht der Bundesregierung rund eine Million Privatanwender und eine hohe fünfstellige Zahl von Unternehmen und Verwaltungen De-Mail-Konten. Telekom-Chef Tim Höttges beklagte in diesem Monat Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in einen toten Gaul und nannte das Projekt "tot". Gaia-X ist ein europäisches Projekt für eine gesicherte und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur, das auf dem Digital-Gipfel 2019 in Dortmund erstmals breit vorgestellt wurde.

Rickmann sieht Parallelen zwischen beiden Projekten: Ein Initial-Investment habe bei De-Mail gefehlt und auch bei Gaia-X zeichne sich das ab.

Rickmann will Investitionen in Gaia-X vergesellschaften

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Die europäische Cloud Gaia-X sei als Konzept wichtig und gut, aber es fehle "der Impuls." Die Politik müsse ein "Grundrauschen von 30 bis 40 Millionen Euro erzeugen, um das Thema zu skalieren." Sonst fehle der große Push, in dem drei bis fünf große Unternehmen und die Politik darauf setzten und das fordern.

Huawei und US-Firmen wie Microsoft, Google, Amazon Web Services oder VMware sind an dem Projekt für eine europäische Cloud- und Dateninfrastruktur Gaia-X beteiligt. "Es ist eine gute Idee, wie sie zu einer Datensouveränität kommen und trotzdem die Hyperskaler dieser Welt wie Microsoft, Amazon und Google entsprechend einbinden", sagte Rickmann. Daten würden sauber getrennt und verschlüsselt. Es sei möglich, lokale Datenspeicher im Unternehmen mit der Cloud der Hyperskaler zu verbinden, aber dabei "trotzdem eine Datensouveränität in der Verschlüsslung bei sich zu haben."

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Bachsau 06. Apr 2021

Der E-Perso hätte POSTIDENT längst ersetzen können. Nur leider hat die Politik die...

Bachsau 06. Apr 2021

Ich bin jetzt schon ein paar Jahre Telekom-Kunde, ohne dort eine E-Mail-Adresse angelegt...

Crass Spektakel 13. Mär 2021

Schaut euch mal die Anbieterliste an... Seite Beckhoff Automation, BMW, Robert Bosch, DE...

senf.dazu 13. Mär 2021

War der Anlaß der Initiative nicht die US Forderung nach staatlicher/rechtspflegerischer...

NobodZ 13. Mär 2021

Innovation zu erzwingen, das auch noch in staatlicher Form, das klappt bekanntlich sehr...



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